© ORF/Allegro Film
Clip ansehenClip ansehen
More than Honey - Bitterer Honig
Seit einigen Jahren sterben auf der ganzen Welt die Bienen. Über die Ursachen wird noch gerätselt, aber schon jetzt ist sicher: Es geht um mehr als nur um ein paar tote Insekten und um wesentlich mehr als um Honig, wie Markus Imhoofs vielfach preisgekrönter Dokumentarfilm "More than Honey" zeigt.
Entstanden ist eine tief beeindruckende Bestandsaufnahme des Bienenlebens, die sich zu einer traurigen Diagnose unserer Zeit verdichtet. Die Beziehungen zwischen Mensch und Honigbiene verraten viel über uns, über die Natur und über unsere Zukunft. "Wenn die Biene ausstirbt, stirbt nach vier Jahren auch der Mensch aus", prognostizierte schon Albert Einstein.

Ohne die Bestäubung durch die Biene gehen elementare Nahrungsressourcen verloren. © ORF/Allegro Film Ohne die Bestäubung durch die Biene gehen elementare Nahrungsressourcen verloren.
Bienen sind essentiell notwendig für die Bestäubung lebenswichtiger Grundnahrungsmittel!  © ORF/Allegro Film Bienen sind essentiell notwendig für die Bestäubung lebenswichtiger Grundnahrungsmittel!

Zwischen Pestiziden, Antibiotika, Monokulturen und dem Transport von Plantage zu Plantage scheinen die Bienenvölker dieser Erde ihre Kräfte zu verlieren. In "More than Honey" geht der renommierte Schweizer Regisseur und Enkel einer Imkerfamilie Markus Imhoof dem mysteriösen Bienensterben von Kalifornien bis China auf den Grund und präsentiert - ausgehend von der eigenen Familienimkerei bis hin zu industrialisierten Honigfarmen und Bienenzüchtern - einen faszinierenden Blick in das Universum dieses Wundertiers.

Auch in der traditionsreichen Welt des Schweizer Bergimkers Fred Jaggi hat das mysteriöse Bienensterben Einzug gehalten. © ORF/Allegro Film Bienensterben in der Schweiz
In China müssen Menschen das Bestäuben der Blüten selbst übernehmen. © ORF/Allegro Film Apokalypse in China
Armeen für den großindustriellen Bedarf an Naturprodukten: In Kalifornien werden Bienenvölker für den Weitertransport abgepackt. © ORF/Allegro Film Kalifornien: Bienen per Post

Mit ungeahnter Präzision macht der Film das Leben der Biene sichtbar und porträtiert vor allem auch diejenigen, die am meisten davon profitieren: die Menschen. Während ein Schweizer Bergimker das Bienensterben mit Traditionstreue abzuwehren versucht, ist die Apokalypse in China schon längst Realität. Imhoof trifft hier auf das Geschäft mit den Pollen. Er spricht mit einem quer durch die USA ziehenden Bienenchauffeur und mit Königinnenzüchtern, die ihre lebendige Ware per Post in die ganze Welt verschicken.

Keinem anderen Tier wird heute ein so hohes Maß an Quantität und Qualität abverlangt wie der Biene: Markus Imhoof spürt den Bedeutungen nach, die das fleißige Insekt seit ewigen Zeiten für den Menschen verkörpert und öffnet dabei - mittels spektakulärer Aufnahmen - den Blick auf eine Welt jenseits von Blüte und Honig, die man nicht so schnell vergessen wird.

Sendedaten
Montag, 27. März 2017
um 22.25 Uhr
Wiederholung:
29./30. März 2017, 4.35 Uhr
Stereo,16:9, Videotext-UT
Credits
Dokumentarfilm von Markus Imhoof, Österreich/Deutschland/Schweiz 2012
nano spezial
Bienen im Dauerstress
Den Bienen geht es schlecht. Die Hauptursachen: Nahrungsmangel, Pestizide, Varroamilben. Abhilfe ist dringend. Denn die Menschen sind auf die kleinen Bestäuber angewiesen.
Mehr zum Thema
Hummeln - Bienen im Pelz
Hummeln, gern als gutmütig und freundlich bezeichnet, zählen wohl zu den beliebtesten Fluginsekten aus der Bienenfamilie. Kaum jemand weiß, dass es in Österreich mehr als 30 Arten von Hummeln gibt, am häufigsten die Erd- und die Baumhummel. Hummeln sind mit den Honigbienen verwandt, die seit mehreren Jahren wegen des dramatischen Bienensterbens für Schlagzeilen sorgen. Sind Hummeln etwa robuster als Bienen und davon gar nicht betroffen?