© Despina Spyrou
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"The Lobster": Sie sind Singles, denen die Verwandlung in Tiere droht: die Anführerin (Léa Seydoux, 2.v.r.), der einsame Schwimmer (Michael Smiley, r.), die kurzsichtige Frau (Rachel Weisz, l.) und David (Colin Farrell, 2.v.l.).
Arthouse Kino
Anlässlich der 69. Filmfestspiele Berlin zeigt 3sat vierzehn internationale Festivalfilme in der Reihe "Arthouse Kino", darunter mehrere Erstausstrahlungen.
Sendedaten Arthouse Kino
6. bis 16. Februar 2019
Schwerpunkt
© alexander janetzko Die Berlinale in 3sat
The Lobster
© Despina Spyrou
In einer nahen Zukunft besteht die Gesellschaft nur noch aus Paaren. Singles haben 45 Tage Zeit, sich nach einem neuen Gefährten umzusehen. Andernfalls werden sie in Tiere verwandelt. - Mit lakonisch-absurdem Humor bietet Regisseur Yorgos Lanthimos in seiner Fabel eine abgründig-provozierende Zukunftsvision auf Fragen nach Liebe, Individualität und Zweisamkeit.
Sendedaten
Mittwoch, 6. Februar 2019, 22.25 Uhr

Deutsche Erstausstrahlung

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"The Hotel" ist ein vornehmes See-Resort und einer der Orte, wo sich die Zukunft der "Loner" entscheidet - Alleinstehende oder Menschen, die von ihrem Partner verlassen wurden. Unter der bizarren Ansammlung kurioser Typen, die es in den Nobel-Ort geführt hat, ist auch David. Als ihm am letzten Tag seines Aufenthalts die Flucht gelingt, gerät er in eine nicht minder rigide Gegengesellschaft, die auf ein strenges Single-Dasein pocht.

Der mit durchtriebenem Hintersinn inszenierte Film ist erlesen besetzt. Colin Farrell spielt David, der als einziger Protagonist einen Namen trägt. An Farrells Seite sind unter anderem Rachel Weisz, Léa Seydoux, Ben Whishaw und John C. Reilly zu sehen. "The Lobster" wurde 2015 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.

Credits: The Lobster, Spielfilm, Irland/Großbritannien/Griechenland/Frankreich 2015, 113 Minuten, Regie: Yorgos Lanthimos, mit Colin Farrell (David), Rachel Weisz (kurzsichtige Frau), Léa Seydoux (Anführerin der Singles), Jessica Barden (Frau mit Nasenbluten), Ariane Labed (Zimmermädchen), Ben Whishaw (humpelnder Mann), Michael Smiley (einsamer Schwimmer)

Lucky
© ZDF, Stefania Rosini
Lucky lebt als 90-Jähriger mit skurrilen Ritualen in den Tag hinein - sie geben ihm Halt in seinem beschaulichen Leben. Dann macht ihm ein Kollaps die eigene Vergänglichkeit bewusst. - Liebe- und humorvoll zeichnet der Film das Porträt eines Eigenbrötlers und seines Milieus. Harry Dean Stantons letzte große Filmrolle.
Sendedaten
Donnerstag, 7. Februar 2019, 21.00 Uhr

Erstausstrahlung

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Lucky ist ein Eigenbrötler, Atheist und Freigeist. Mit seinem hageren Gesicht wirkt er auf den ersten Blick fast schon wie ein jenseitiger Geist. Doch tatsächlich erfreut er sich für sein Alter noch bester Gesundheit, obwohl er nie auf seine Zigaretten verzichten konnte.

Lucky lebt in einem verschlafenen Wüstenstädtchen Arizonas und verbringt seine Tage mit bewährten Ritualen. Jeden Morgen beginnt er den Tag mit mexikanischer Mariachi-Musik, einer bizarren Runde Yoga und einem am Vortag vorbereiteten Eiskaffee. Danach stehen Einkäufe, der Besuch eines Diners und Gameshows vor dem heimischen TV auf dem Programm. Abends hängt er dann noch mit einer "Bloody Mary" zum Ablästern und Philosophieren in einer Bar mit alten Bekannten ab.

Doch eines Morgens kippt Lucky einfach um - und plötzlich wird ihm bewusst, dass seine Tage womöglich gezählt sind und dass auch er, trotz all seiner Rituale, dem großen "Nichts" nicht entfliehen kann.

Das Regiedebüt des Schauspielers John Carroll Lynch wirkt wie eine liebevolle Hommage an den 2017 kurz nach den Dreharbeiten verstorbenen Charakter-Darsteller Harry Dean Stanton, der mit seinem markanten Gesicht zu einer Arthouse-Ikone wurde und neben wichtigen Auftritten in "Alien" oder "Wild at Heart" in unzähligen Nebenrollen zu sehen war. Eine seiner größten Rollen bescherte ihm 1984 Wim Wenders in dessen Film "Paris, Texas".

"Lucky", der klischeefrei zahlreiche amerikanische Topoi streift (der Veteran, der Einsiedler und Unbeugsame, die Bar, die Landschaft Arizonas), gelingt mit vielen humorvollen Szenen eine federleicht-skurrile Auseinandersetzung mit Alter und Tod. Der liebevoll beobachtende, gerade durch seine Lakonie fesselnde Film wurde auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet.

Credits: Lucky, Spielfilm, USA 2017, 84 Minuten, Regie: John Carroll Lynch, mit Harry Dean Stanton (Lucky), David Lynch (Howard), Ron Livingston (Bobby Lawrence), Tom Skerritt (Fred), Beth Grant (Elaine), James Darren (Paulie)

Dämonen und Wunder
© ZDF, Éponine Momenceau, Weltkino
Ein tamilischer Flüchtling und früherer Bürgerkriegskämpfer, der in Frankreich ohne Gewalt Fuß fassen will, wird in der Pariser Banlieu in einen blutigen Bandenkrieg verwickelt. - Jacques Audiard erzählt eine bildgewaltige Geschichte von aktueller Brisanz. Der Film besticht in seiner authentischen Darstellung eines durch Gewalt traumatisierten Mannes, der um seine Würde kämpft.
Sendedaten
Donnerstag, 7. Februar 2019, 22.25 Uhr

Deutsche Erstausstrahlung

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Der frühere tamilische Freiheitskämpfer Dheepan ist vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka nach Frankreich geflüchtet. In einem heruntergekommenen Pariser Vorort lebt er nun zum Schein mit Yalini, einer ihm fremden Frau, und dem kleinen Mädchen Illayaal. Die gefälschten Papiere weisen sie als Familie aus. Das Leben der Menschen in ihrer Umgebung ist von Armut, Perspektivlosigkeit, Gewalt und Kriminalität bestimmt. Dennoch versuchen alle drei, sich ein Leben in Würde aufzubauen, und wachsen langsam tatsächlich zu einer Familie zusammen.

Dheepan kümmert sich als Hausmeister um mehrere Häuserblocks, und Yalini wird Betreuerin des alleinstehenden, dementen Habib. Illayaal besucht eine Schule, sieht sich dort aber ausgegrenzt. Mit der Zeit werden die Banden- und Drogenkriege im Viertel zunehmend zu einer Belastung. Als seine eigene "Familie" bedroht wird, erwachen in Dheepan alte Verhaltensmuster. Er selbst steht schließlich im Mittelpunkt, als die Gewalt eskaliert.

Regisseur Jacques Audiard, der schon mit "Ein Prophet" (2009) und "Der Geschmack von Rost und Knochen" (2012) kraftvolle und bildstarke Filme realisiert hatte, schuf mit "Dämonen und Wunder" eine ungewöhnliche Mischung aus Sozialdrama und Thriller. Der Film, der Themen wie Migration und Integration, Gewalt und Traumata aus der Sicht unmittelbar Betroffener in all ihrer Widersprüchlichkeit und ohne Scheuklappen beschreibt, wurde 2015 in Cannes mit einer Goldenen Palme ausgezeichnet.

Audiards Hauptdarsteller Antonythasan Jesuthasan hat als früherer tamilischer Guerilla-Kämpfer und Migrant nach Frankreich am eigenen Leib einige der Erfahrungen der Hauptfigur machen müssen. Nicht zuletzt seine Darstellung verleiht dem Film Bodenständigkeit und Authentizität.

Credits: Dämonen und Wunder (Dheepan), Spielfilm, Frankreich 2015, 110 Minuten, Regie: Jacques Audiard, mit Antonythasan Jesuthasan (Dheepan), Kalieaswari Srinivasan (Yalini), Claudine Vinasithamby (Illayaal), Vincent Rottiers (Brahim), Marc Zinga (Joussouf)

Elle
© ZDF, WDR, MFA+ FilmDistribution
Die kühle Geschäftsfrau Michèle ist Leiterin einer großen Videospielfirma und gehört zu den Großen der Branche. Als sie zu Hause brutal überfallen und vergewaltigt wird, ändert sich alles. Dass der Täter unerkannt herumläuft, lässt Michèle keine Ruhe, doch Anzeige erstatten will sie nicht. Mit eisernem Willen entschließt sie sich dazu, ihren Peiniger auf eigene Faust zu verfolgen, um sich an ihm zu rächen. Michèles Unterfangen gerät bald außer Kontrolle.
Sendedaten
Freitag, 8. Februar 2019, 22.25 Uhr

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Credits: Elle, Spielfilm, Frankreich/Deutschland/Belgien 2016, 125 Minuten, Regie: Paul Verhoeven, mit Isabelle Huppert (Michèle Leblanc), Laurent Lafitte (Patrick), Anne Consigny (Anna), Charles Berling (Richard Leblanc), Virginie Efira (Rebecca), Judith Magre (Iréne Leblanc), Christian Berkel (Robert), Jonas Bloquet (Vincent)

Victoria
© ZDF, WDR, Senator Film
Vor einem Berliner Club lernt Victoria aus Madrid vier Jungs kennen - Sonne, Boxer, Blinker und Fuß. Was für Victoria und Sonne mit Herzklopfen beginnt, entwickelt sich schnell zum Alptraum. Um eine Schuld zu tilgen, haben sich Sonne und seinen Kumpels auf eine krumme Sache eingelassen. Als einer von ihnen unerwartet ausfällt, soll Victoria als Fahrerin einspringen. Während der Tag anbricht, geht es für Victoria und Sonne auf einmal um Alles oder Nichts.
Sendedaten
Samstag, 9. Februar 2019, 20.15 Uhr

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Credits: Victoria, Spielfilm, Deutschland 2015, 128 Minuten, Regie: Sebastian Schipper, mit Laia Costa (Victoria), Frederick Lau (Sonne), Franz Rogowski (Boxer), Burak Yigit (Blinker), Max Mauff (Fuß), Andre M. Hennicke (Andi), Anna Lena Klenke (junge Mutter), Philipp Kubitza (junger Vater)
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Ich seh ich seh
© ZDF, ORF, Ulrich Seidl Film
In der Hitze des Sommers: ein einsames Haus zwischen Wäldern und Feldern. Zwei Zwillingsbuben warten auf ihre Mutter. Als diese nach einer Schönheits-OP heimkommt, ist alles anders als es war. Die Kinder beginnen zu bezweifeln, dass diese Frau tatsächlich ihre Mutter ist, und versuchen, die Wahrheit herauszufinden. Um jeden Preis. Ein existentieller Kampf um Identität und Urvertrauen entspinnt sich.
Sendedaten
Samstag, 9. Februar 2019, 22.25 Uhr

Nachtwiederholung: 4.05 Uhr

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Credits: Ich seh ich seh, Spielfilm, Österreich 2014, 95 Minuten, Regie: Veronika Franz, Severin Fiala, mit Susanne Wuest (Mutter), Lukas Schwarz (Zwilling), Elias Schwarz (Zwilling), Hans Escher (Priester), Elfriede Schatz (Rotkreuz-Sammlerin), Karl Purker (Rotkreuz-Sammler), Tiefkühllieferant (Georg Deliovsky)
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Hedi Schneider steckt fest
© ZDF, Nikolai von Graevenitz
Hedi, Uli und ihr Sohn Finn haben sich ihr Leben gut eingerichtet. Sie nehmen den Alltag, wie er kommt, und träumen von dem, was sein könnte. Doch plötzlich steckt Hedi fest. Erstmal nur im Aufzug, aber dann auch im Kopf: Hedi hat Panikattacken. Und mit einem Mal ist nichts mehr, wie es war.
Sendedaten
Sonntag, 10. Februar 2019, 21.45 Uhr

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Obwohl sie versuchen, aneinander festzuhalten und ihr Familienglück zu retten, gerät Hedis und Ulis Welt aus den Fugen. Um ihrer Liebe eine letzte Chance zu geben, beschließen sie, nach Norwegen zu reisen und noch einmal glücklich zu sein - zumindest für 24 Stunden.

Mit schwebender Leichtigkeit und zärtlichem Humor beschreibt "Hedi Schneider steckt fest", dass auch im Beziehungsleben der 30-Something-Generation die Liebe bleibt, was sie ist: etwas ganz Fragiles.

Nach ihrem mehrfach preisgekrönten Debüt "Hotel Very Welcome" beweist Regisseurin Sonja Heiss erneut ihr besonderes Gespür für den schmalen Grat zwischen Tragik und Komik. Mit großer Liebe zu ihren Figuren erzählt sie davon, was passiert, wenn das gewohnte Leben plötzlich verschwindet.

"Hedi Schneider steckt fest" wurde mit dem Hessischen Filmpreis 2014 als Bester Spielfilm ausgezeichnet. Nach seiner Premiere auf der Berlinale 2015 lief der Film bei vielen internationalen Festivals.

Hauptdarstellerin Laura Tonke erhielt beim Deutschen Filmpreis die Lola für die Beste weibliche Hauptrolle und wurde außerdem mit dem Preis der Deutschen Filmkritik 2015 als Beste Darstellerin des Jahres geehrt. Sie trat bereits als Heranwachsende 1991 mit ihrer ersten Kinorolle in einem Film des Kleinen Fernsehspiels auf, in "Ostkreuz" von Michael Klier. Fortan bereicherte sie immer wieder Filme, die in Zusammenarbeit mit der Redaktion entstanden, wie "Pigs Will Fly" und "Im Schwitzkasten" von Eoin Moore und "Madly in Love" von Anna Luif.

Credits: Hedi Schneider steckt fest, Spielfilm, Deutschland 2015, 85 Minuten, Regie:Sonja Heiss, mit Laura Tonke (Hedi Schneider), Hans Löw (Uli), Leander Nitsche (Finn), Melanie Straub (gehörlose Frau), Simon Schwarz (Arne Lange), Margarita Broich (Hedis Mutter), Matthias Bundschuh (Herr Schild), Rosa Enskat (Psychiaterin), Urs Jucker (Therapeut), Jakob Bieber (Verkäufer Zoohandlung)
Mediathek
Video Interview mit Sonja Heiss und Laura Tonke
Die Regisseurin und die Schauspielerin sprechen über ihre Zusammenarbeit an dem Film "Hedi Schneider steckt fest"
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Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern
© ZDF, SRF, Dschoint Venschr
Dora ist 18 und voller Entdeckungsfreude. Ihre beruhigenden Medikamente hat ihre Mutter Kristin kürzlich abgesetzt. Ungebremst stürzt sich die geistig behinderte junge Frau nun ins Leben. Dabei konfrontiert sie die Menschen um sich herum auf verstörende Weise mit ihrer erwachenden Sexualität. - Drama nach dem Theaterstück "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" von Lukas Bärfuss.
Sendedaten
Montag, 11. Februar 2019, 22.25 Uhr

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Die 18-jährige Dora ist geistig behindert. Ihre Mutter Kristin zweifelt zunehmend am Sinn der beruhigenden Medikamente, die Dora nehmen muss, und beschließt, diese abzusetzen. Darauf stellt sich bei Dora spät, aber umso heftiger, die Pubertät ein. Sie entwickelt eine ungestüme Lebensfreude und Interesse an der Sexualität. Ihre Eltern unterstützen sie und sind stolz, dass auch die Behörden Dora für mündig betrachten.

Ermuntert durch Doras wachsende Selbständigkeit erweitert Kristin ihre Tätigkeit im Catering-Bereich und erlaubt sich, ihren Wunsch nach einem zweiten Kind auszusprechen. Währenddessen begreift Dora, dass sie anders ist. Sie fühlt sich in Gegenwart von anderen Paaren ausgeschlossen und sehnt sich nach Liebe.

Am Marktstand, wo sie als Verkaufshilfe mitarbeitet, lernt sie Peter kennen. Sie steigt auf dessen Signale ein und folgt ihm auf die Toilette, wo er Sex mit ihr hat. Dora wirkt verwirrt, als sie später von der Polizei aufgegriffen wird. Kristin ist überzeugt, dass ihre Tochter vergewaltigt worden ist. Aber Dora widerspricht, ihr hat es gefallen. Und so kommt es trotz verzweifelter Anstrengungen der Eltern zu keiner Anzeige gegen Peter.

Dora wünscht sich nichts mehr, als normal zu sein und eine eigene Familie zu haben. Sie trifft sich ohne das Wissen ihrer Eltern weiterhin mit dem zwielichtigen Mann, der sichtlich von ihrer befreiten Sinnlichkeit angetan ist. Während ihre Mutter trotz medizinischer Hilfe vergeblich auf ein Kind hofft, wird Dora schwanger.

Credits: Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern, Spielfilm, Schweiz 2015, 87 Minuten, Regie: Stina Werenfels, mit Victoria Schulz (Dora), Jenny Schily (Kristin), Lars Eidinger (Peter), Urs Jucker (Felix), Inga Busch (Barbara), Renato Schuch (Anton), Thelma Buabeng (Maria), Nele Winkler (Sara)
Mediathek
© SRF Video SRF-Interview mit Stina Werenfels und Victoria Schulz
Regisseurin Stina Werenfels spricht gemeinsam mit Schauspielerin Victoria Schulz über ihren Spielfilm "Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern".
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24 Wochen
© ZDF, Friede Clausz
Die Kabarettistin Astrid ist im sechsten Monat schwanger, als sie erfährt, dass ihr Kind nicht gesund ist. Die Nachricht stellt sie und ihren Mann vor eine Entscheidung über Leben und Tod. Die Bühne, das Scheinwerferlicht - Astrid lebt ihren Beruf mit Hingabe, und Markus unterstützt sie als ihr Manager. Doch die Krankheit des Ungeborenen und die damit verbundene Gewissensfrage werfen ihr Leben aus der Bahn und ihre Beziehung kommt an ihre Grenzen.
Sendedaten
Dienstag, 12. Februar 2019, 20.15 Uhr

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Zunächst wissen beide nicht, wie sie mit der Diagnose Down-Syndrom umgehen sollen, doch sie entscheiden sich gemeinsam für das Kind. Mit der gleichen Stärke, mit der sie bisher ihren Alltag in der Öffentlichkeit gemeistert haben, bereiten sich die zukünftigen Eltern auf ein Leben mit einem behinderten Kind vor. Unverdrossen stellen sie sich dem Unverständnis und den hilflosen Reaktionen im Freundes- und Verwandtenkreis. Bald verliert die Diagnose ihren Schrecken, und die Vorfreude auf das gemeinsame Baby kehrt zurück.

Als dann eine weitere Untersuchung das ganze Ausmaß der Behinderung sichtbar macht, trifft diese Nachricht die Eltern umso härter. Das Kartenhaus aus Mut und Optimismus droht zusammenzustürzen. Wieder wollen Astrid und Markus alle Entscheidungen gemeinsam treffen, wieder wollen sie einen Weg finden. Aber die Prognose ist jetzt ungleich komplexer: Ein schwerer Herzfehler wurde festgestellt. Plötzlich stehen sie vor einem Gewissenskonflikt. Sie müssen entscheiden, ein behindertes und schwer krankes Kind zur Welt zu bringen oder die Schwangerschaft im sechsten Monat zu beenden.

Im Staffellauf zwischen Diagnosen und Ratschlägen trennen sich ihre Meinungen. Wer kann wissen, ob das Kind leiden, ob sein Leben lebenswert sein wird? Die Suche nach der richtigen Antwort stellt alles in Frage: die Beziehung, den Wunsch nach einem Kind, ein Leben nach Plan. Umgeben von medizinischem Fachpersonal, Statistiken und Prognosen wird Astrid bewusst, dass nur sie allein diese Entscheidung treffen kann.

Credits: 24 Wochen, Spielfilm, Deutschland 2016, 95 Minuten, Regie: Anne Zohra Berrached, mit Julia Jentsch (Astrid Lorenz), Bjarne Mädel (Markus Häger), Emilia Pieske (Nele), Johanna Gastdorf (Beate Lorenz), Maria Dragus (Kindermädchen Kati), Mila Bruk (Freundin Svea), Sabine Wolf (Katja), Karina Plachetka (Isa)
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Wild
© ZDF, WDR, Heimatfilm
Auf dem Weg zur Arbeit hat Ania eine seltsame Begegnung. Mitten im Park steht sie einem Wolf gegenüber. Sie sehen sich direkt in die Augen - und dieser Augenblick ändert alles. - "Wild" ist eine Liebesgeschichte von animalischer Radikalität.
Sendedaten
Dienstag, 12. Februar 2019, 22.25 Uhr

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Von diesem Moment an lässt sie der Gedanke, den Wolf wiederzufinden, nicht mehr los. Ania wird zur Jägerin, legt Fährten und schafft es, das wilde Tier zu fangen. Sie sperrt es in ihrer Hochhauswohnung - und sprengt alle Fesseln ihres bisherigen bürgerlichen Lebens.

Erstaunlicherweise finden die Menschen um sie herum daran Gefallen, besonders ihr Chef Boris, der ihre Nähe sucht wie nie zuvor. Fast scheint es, als teilten sie alle eine ähnliche, geheime wilde Sehnsucht.

Credits: Wild, Spielfilm, Deutschland 2016, 89 Minuten, Regie: Nicolette Krebitz, mit Lilith Stangenberg (Ania), Georg Friedrich (Boris), Silke Bodenbender (Kim), Kotti Yun (Miong), Benedikt Lay (Martin), Pit Bukowski (Tom), Saskia Sophie Rosendahl (Jenny), Frowin Wolter (Oli), Franziska Arndt (Krankenschwester), Hermann Beyer (Horst), Anne-Kathrin Gummich (Hauswärtin), Mila Bruk (Polizistin), Laurie Young (Tanpi), Joy Bai (Sujeung)
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Suburra
© Emanuela Scarpa
Der Gangster "Samurai" will Roms Hafenmeile in ein neues Las Vegas verwandeln. Alle Paten der Region erklären sich bereit mitzumachen. Doch der Frieden hält nicht lange. - Hochklassiger Politthriller aus Italien von Regisseur Stefano Sollima, der auch für zehn Folgen der Mafiaserie "Gomorrah" verantwortlich zeichnete und 2018 mit dem US-Spielfilm "Sicario 2" auf sich aufmerksam machte.
Sendedaten
Mittwoch, 13. Februar 2019, 22.25 Uhr

Erstausstrahlung

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Eine minderjährige Prostituierte stirbt nach einer ausschweifenden Partynacht mit dem Parlamentsabgeordneten Filippo Malgradi, der aus Angst vor einem öffentlichen Skandal den Vorfall zu vertuschen versucht. Besonders, weil er gerade im Begriff ist, für den mächtigen Paten Samurai ein millionenschweres Bauvorhaben umzusetzen, das den Einfluss der Mafia in Rom endgültig zementieren könnte.

Doch die "ehrenwerte Gesellschaft" hat nicht als einzige Organisation ihre schmutzigen Hände im Spiel. Hinter dem Projekt steht eine mächtige Allianz aus korrupten Staatsvertretern, überzeugten Neofaschisten und Würdenträgern des Vatikans. Als Malgradis Vertuschungsversuch durch eine Verkettung tragischer Umstände misslingt, ruft dies den gefürchteten Anacleti-Clan auf den Plan, der von dem Bauvorhaben erfahren hat und ebenfalls beteiligt werden möchte.

Samurais filigranes Beziehungsgeflecht droht zu zerbrechen, und er ist gezwungen, drastische Maßnahmen zu ergreifen. Eine gefährliche Spirale aus Erpressung, Korruption, Gewalt und Mord beginnt sich immer schneller zu drehen, um sich unaufhaltsam tief in das dunkle Herz von Rom zu bohren.

Die Figuren in Stefano Sollimas Mafiadrama sind Auslöser von Gewalttaten, deren Konsequenzen ihren Lauf nehmen und auf eine Katastrophe binnen sieben Tagen zusteuern. Mit einem bemerkenswerten Schauspielensemble erreichen die Charakterisierung der Figuren und ihre Wandlungen dabei eine beeindruckende Tiefe.

Credits: Suburra, Spielfilm, Frankreich/Italien 2015, 129 Minuten, Regie: Stefano Sollima, mit Pierfrancesco Favino (Filippo Malgradi), Elio Germano (Sebastiano), Greta Scarano (Viola), Giulia Elettra Gorietti (Sabrina), Claudio Amendola ("Samurai"), Adamo Dionisi (Manfredi Anacleti), Alessandro Borghi ("Nummer 8"), Yulia Kolomiets (Jelena), Giacomo Ferrara (Spadino Anacleti), Jean-Hugues Anglade (Kardinal Berchet)

Maggies Plan
© Lily Harding Pictures
Maggie wünscht sich ein Kind, einen Vater sieht ihr Lebensentwurf jedoch nicht vor. Als sie John kennenlernt, heiratet und Mutter wird, entwickelt sie einen ganz neuen, verrückten Plan. - Die ironische und romantische Komödie von Regisseurin Rebecca Miller ist eine Perle des US-Independent-Kinos und Star-besetzt mit Greta Gerwig, Ethan Hawke und Julianne Moore.
Sendedaten
Donnerstag, 14. Februar 2019, 22.25 Uhr

Deutsche Erstausstrahlung

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Die New Yorkerin Maggie wirft einen nüchternen Blick auf ihr Liebesleben: Länger als sechs Monate haben ihre Beziehungen nie gehalten. Aber mit dem Kinderkriegen will die Mittdreißigerin nicht länger warten. Warum also nicht einfach ohne Mann Mutter werden und mithilfe eines früheren Kommilitonen einen Selbstbefruchtungsversuch wagen?

Doch genau in dem Moment, in dem sie sich dafür entscheidet, verliebt sich die Uni-Mitarbeiterin in den Anthropologie-Dozenten John. Der lässt sich scheiden, Maggie und er heiraten, bekommen eine Tochter. Aber der Alltag erweist sich als tückisch. Auch weil John nach wie vor in engem Kontakt zu seiner dominanten Exfrau Georgette steht, mit der er bereits zwei Kinder hat. Doch dann heckt Maggie einen ungewöhnlichen Plan aus.

Maggie, die den zauseligen Dozenten John nach kurzer, stürmischer Ehe am liebsten wieder loswerden will, wird gespielt von Greta Gerwig, die schon in der Komödie "Frances Ha" (2012) als Stadtneurotikerin à la Woody Allen überzeugte. Ethan Hawke gibt mit Bravour den leicht trotteligen Möchtegern-Romancier, der sich stets starke Frauen aussucht, auch wenn er ihnen nicht gewachsen ist. Julianne Moore brilliert in einer komischen Rolle als Georgette, die nicht nur Johns Ex ist, sondern auch Star-Professorin und akademische Egomanin.

Rebecca Miller hatte zuletzt bei "Pippa Lee" (2009) Regie geführt. Die Künstlerin, Autorin, Schauspielerin und Filmemacherin ist die Tochter des Schriftstellers Arthur Miller und der Fotografin Inge Morath.

Credits: Maggies Plan (Maggie's Plan), Spielfilm, USA 2015, 95 Minuten, Regie: Rebecca Miller, mit Greta Gerwig (Maggie), Julianne Moore (Georgette), Ethan Hawke (John), Travis Fimmel (Guy)

Mit Siebzehn
© ZDF, WDR, Kool, Filmagentinnen
Damien und Tom gehen in dieselbe Klasse. Sie können sich nicht ausstehen - der eine stellt dem anderen ein Bein, sie beschimpfen und prügeln sich. Doch dann müssen sie miteinander klarkommen. Als Toms Adoptivmutter unerwartet schwanger wird und ins Krankenhaus muss, lädt Marianne Tom ein, in dieser Zeit bei ihr und Damien zu wohnen. Die flirrend-aggressive Spannung zwischen den beiden jungen Männern weicht nun erotischer Anziehung.
Sendedaten
Samstag, 16. Februar 2019, 20.30 Uhr

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Der Filmtitel bezieht sich auf die Anfangszeile "On n'est pas sérieux, quand on a dix-sept ans" (zu deutsch: "Man ist nicht ernsthaft, wenn man 17 Jahre alt ist") eines Gedichts von Arthur Rimbaud.

Credits: Mit Siebzehn (Quand on a 17 ans), Spielfilm, Frankreich 2016, 109 Minuten, Regie: André Téchiné, mit Sandrine Kiberlain (Marianne), Kacey Mottet Klein (Damien), Corentin Fila (Tom), Alexis Loret (Nathan)

Mein Leben als Zucchini
© ZDF, SRF, Rita Productions, Claude Barras
Zucchini - so lautet der Spitzname eines neunjährigen Jungen, der nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter ganz alleine ist. Im Heim, in das ihn der fürsorgliche Polizist Raymond bringt, findet er ein neues Zuhause. Das Leben ist auch hier nicht immer einfach, aber die Kinder raufen sich zusammen.
Sendedaten
Samstag, 16. Februar 2019, 22.20 Uhr

Erstausstrahlung

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Eigentlich heißt er ja Icare. Doch genannt werden möchte der neunjährige Knabe "Zucchini". So rief ihn jeweils seine alkoholkranke Mutter. Jetzt ist sie tot, und der Name ist eines der wenigen Dinge, die er aus seinem alten Leben ins Waisenhaus mitbringt. Der fürsorgliche Polizist Raymond hat ihn zu Madame Papineau ins Heim gebracht, wo er fortan mit anderen Kindern aufwächst und seinen Platz in der Gesellschaft sucht.

Das Zusammenleben ist nicht immer einfach, denn auch der freche Simon, die besorgte Béatrice, die schüchterne Alice, der etwas zerzauste Jujube und der verträumte Ahmed haben bereits viel erlebt. Aber sie raufen sich zusammen und geben einander Halt auf dem Weg, ihr Leben in ruhigere Bahnen zu lenken.

Eines Tages stößt die mutige Camille zu ihnen, und Zucchini ist zum ersten Mal im Leben ein bisschen verliebt: Camille ist einfach wunderbar! Doch ihre Tante ist auf das Pflegegeld aus und plant, Camille zu sich zu holen. Können Zucchini und seine Freunde verhindern, dass die kleine Gruppe auseinandergerissen wird?

In detaillierter, farbenfroher Stop-Motion-Technik präsentiert Regisseur Claude Barras seinen ersten Langfilm. Auf leichtfüßige Art und Weise gelingt es ihm die unterschiedlichen, schwierigen Biografien der Kinder behutsame zu beleuchten. Als Vorlage für das Drehbuch diente der erfolgreiche Roman von Giles Paris "Autobiographie d'une Courgette".

Die schweizerisch-französische Koproduktion erhielt dutzende von Auszeichnungen und war 2017 für den Oscar nominiert. Im selben Jahr wurde der Animationsfilm mit dem Schweizer Filmpreis geehrt.

Credits: Mein Leben als Zucchini, Animationsfilm, Schweiz 2018, 63 Minuten, Regie: Claude Barras
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