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Video online ab 9.2.2019, 22.25 UhrVideo online ab 9.2.2019, 22.25 Uhr
Ich seh Ich seh
Mit ihrem preisgekrönten Spielfilmdebut "Ich seh ich seh" bringen Veronika Franz und Severin Fiala einen erbarmungslosen Arthouse-Psychothriller auf die Leinwand, der einen existenziellen Kampf um Identität und Urvertrauen entspinnen lässt.
In der Hitze des Sommers. Ein einsames Haus am Land zwischen Wäldern und Kukuruzfeldern. Zehnjährige Zwillingsbuben (Elias und Lukas Schwarz) warten auf ihre Mutter (Susanne Wuest). Als diese nach einer Schönheitsoperation einbandagiert nach Hause kommt, ist nichts mehr wie vorher. Die Kinder beginnen zu bezweifeln, dass diese Frau tatsächlich ihre Mutter ist. Sie versuchen die Wahrheit herauszufinden. Ein existenzieller Kampf um Identität und Urvertrauen entspinnt sich.

Lukas und Elias Schwarz spielen die Zwillinge © ORF/Ulrich Seidl Film Lukas und Elias Schwarz spielen die Zwillinge
Die Buben vertrauen ihrer Mutter (Susanne Wuest) nicht länger. © ORF/Ulrich Seidl Film Die Buben vertrauen ihrer Mutter (Susanne Wuest) nicht länger.

Mutterliebe und kindliches Urvertrauen im Fleischwolf
Veronika Franz und Severin Fiala drehen mit dieser garstigen Kollaboration Mutterliebe, kindliches Urvertrauen und die menschliche Sehnsucht nach Geborgenheit durch den Fleischwolf, dass die Knochen splittern: Dämonenmasken, krabbelnde Kakerlaken, Nacktheit, Blasphemie, Katzenkadaver: Mit von der Regie (aber nicht den Figuren) eisklar durchschauter Unausweichlichkeit werden nach und nach alle nötigen Requisiten aufgefahren, um im unheimlichen Hin-und-Her von Eskalation und retardierenden Momenten eine klaustrophobische Stimmung zu erzeugen, die schließlich vom Mond gefressen, von der Panik erwürgt, von der Hölle gebraten und vom Teufel geholt wird. Dieser fiese kleine Film nimmt den Mund voller Scheußlichkeiten, kaut provozierend langsam drauf herum und spuckt sie mir schließlich vor die Füße, weil ich nicht rausgegangen bin, als noch Zeit dazu war. Ich kann mir nicht helfen, mir gefällt sowas.
(FAZ, Dietmar Dath)

Franz und Fiala treiben ein nicht nur sarkastisches (und zunehmend blutiges) Spiel mit dem Zuschauer, sondern eben auch eines, das filmtheoretisch und medienphilosophisch Gewicht entwickelt - ohne die ungefilterte Angstlust zu stören. Eine staunenswerte Leistung.
(PROFIL, Stefan Grissemann)

Ein paar Minuten mit Susanne Wuest im Wald zählen zu den für mich größten Momenten, an die ich mich im Kino überhaupt erinnern kann.
(CARGO, Bert Rebhandl)

Sendedaten
Samstag, 9. Februar 2019
um 22.25 Uhr
Wiederholung:
9./10. Februar 2019, 4.05 Uhr
Dolby Digital 5.1, 16:9 LB, Videotext-UT
Credits
Spielfilm, Österreich 2014

Drehbuch und Regie: Veronika Franz und Severin Fiala
Mit Susanne Wuest (Mutter), Lukas Schwarz (Zwilling), Elias Schwarz (Zwilling), Hans Escher (Priester), Elfriede Schatz (Rotkreuz-Sammlerin), Karl Purker (Rotkreuz-Sammler), Georg Deliovsky (Bofrost Lieferant), Christian Steindl (Mesner), Christian Schatz (Bauer) u.a.
Spielfilmreihe
Arthouse Kino
Anlässlich der 69. Filmfestspiele Berlin zeigt 3sat vom 6. bis 16. Februar 2019 vierzehn internationale Festivalfilme in der Reihe "Arthouse Kino", darunter mehrere Erstausstrahlungen.
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