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Dr. Emil Janning (Burt Lancaster) bekennt sich in der Eröffnungsverhandlung vor dem Internationalen Militärgericht in Nürnberg durch sein Schweigen schuldig, während die anderen drei angeklagten deutschen NS-Richter Hahn (Werner Klemperer), Hofstätter (Martin Brandt) und Lampe (Torben Meyer) verneinen.
Das Urteil von Nürnberg
1948 werden in Nürnberg vier deutsche Richter angeklagt, die mit ihren furchtbaren Urteilen dem Nationalsozialismus gedient haben. Ein alter US-Richter muss sich durch ein Dickicht von Falsch- und Halbinformationen kämpfen und gegen politische Beeinflussungen wehren. - Ein Klassiker des Gerichtsfilms mit hervorragenden Darstellern nach authentischen Fällen. Oscar für Maximilian Schell.
Der eigentlich schon pensionierte amerikanische Provinzrichter Daniel Haywood wird nach Deutschland geflogen, um zwei Jahre nach dem großen Nürnberger Kriegsverbrecherprozess in einem der Nachfolgeprozesse über vier wichtige NS-Richter Recht zu sprechen. Dem Ankläger Colonel Tad Lawson, der schon am Anfang des Prozesses auf eine strenge Bestrafung der Angeklagten drängt, steht als Kontrahent Hans Rolfe gegenüber, der deutsche Verteidiger des Hauptangeklagten Dr. Janning.

Rolfe, der den prominenten Juristen Janning bewundert, beruft sich für seinen Mandanten auf den Befehlsnotstand und die Rechtslage im Deutschen Reich, an der die Angeklagten nichts hätten ändern können. In den langen Wochen der Verhandlung, in denen es um Zwangssterilisation und sogenannte "Rassenschande" geht, versucht Richter Haywood im Kontakt mit den Deutschen herauszubekommen, wie es zu den NS-Verbrechen kommen konnte und wie die Bevölkerung dazu steht. Doch keiner seiner Gesprächspartner will von den Verbrechen etwas gewusst haben.

Überraschung durch den Hauptangeklagten Janning
Richter Daniel Haywood gerät schließlich selbst unter Druck, als ihm ein wichtiger Politiker ein mildes Urteil für die Angeklagten nahelegt. Denn gerade hat die sowjetische Berlin-Blockade begonnen, und der Kalte Krieg lässt die früheren Feinde Deutschland und die Alliierten näher zusammenrücken. Am Ende ist es ausgerechnet der Hauptangeklagte Janning, der alle politischen Lager überrascht.

Frei nach den realen Gerichtsdokumenten von Einzelfällen der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse kreist das Gerichtsdrama um das Problem einer objektiven juristischen Wahrheitsfindung. Im Film wird den Angeklagten authentisches Dokumentarfilmmaterial aus den Konzentrationslagern nach der Befreiung durch die Alliierten vorgeführt.

Neben dem Schauspiel-Oscar wurde Maximilian Schell bei der Golden-Globe-Verleihung 1962 als bester Hauptdarsteller (Drama) ausgezeichnet, außerdem Stanley Kramer für die Beste Regie.

Sendedaten
Donnerstag, 5. April 2018, 22.25 Uhr
Credits
Das Urteil von Nürnberg
(Judgment at Nuremberg)
Spielfilm, USA 1961
173 Minuten
Regie: Stanley Kramer
Mit Spencer Tracy (Richter Dan Haywood), Burt Lancaster (Ernst Janning), Richard Widmark (Colonel Tad Lawson), Maximilian Schell (Hans Rolfe), Marlene Dietrich (Frau Berthold)