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Schauspieler, Weltverbesserer und "Sexiest Man Alive"
Die Karriere von Pierce Brosnan
Pierce Brosnan zählt zu den internationalen Stars der amerikanischen Filmszene. Der Beginn seiner schauspielerischen Karriere liegt in Irland, weltweit bekannt ist er heute vor allem als James-Bond-Darsteller. Doch nicht nur in dieser Rolle bewies er Stärke und Schlagfertigkeit: Auch in seinem privaten Leben zeigt er, dass man nach harten Schicksalsschlägen wieder aufstehen kann und nicht die Lebensfreude verlieren muss.
Pierce Brendan Brosnan, der am 16. Mai 1953 in Drogheda, Irland geboren wurde, wuchs, nachdem sein Vater ihn und seine Mutter kurz nach der Geburt verließ und seine Mutter aufgrund ihres Jobs nach London ging, bei seinen Großeltern auf. In seinem elften Lebensjahr zog er zu seiner Mutter, bei der er seine Schulausbildung weiterführte und mit 16 abbrach, um zunächst als Grafiker in den Ravenna Studios zu arbeiten, wo er nach und nach seine Leidenschaft und sein Talent für das Schauspielen entdeckte.

1973 fing er seine Ausbildung im Drama Centre in London an, die er 1976 beendete und gleichzeitig seine erste Rolle in "Wait Until Dark" übernahm. Weitere Bühnenerfahrung sammelte er unter anderem auch in "The Red Devil Battery Sign" und in Franco Zeffirellis Londoner Bühnenproduktion "Filumena" (1980). Nachdem er mit der irischen TV-Serie "The Manions of America" auch in USA das Interesse der Produzenten weckte, wurde ihm 1982 angeboten, die Hauptrolle der amerikanischen Serie "Remington Steele" zu verkörpern, mit der er schließlich den ersehnten Aufstieg schaffte.

"Mein Name ist Bond ..."
© dpa, fox photos Pierce Brosnan in "James Bond 007 - Stirb an einem anderen Tag"
Pierce Brosnan in "James Bond 007 - Stirb an einem anderen Tag"
Im Anschluss an "Remington Steele", die nach vier Jahren aufgrund zu geringer Einschaltquoten abgesetzt werden sollte, bekam Brosnan das Angebot, Roger Moore als vierten James-Bond-Darsteller abzulösen. Kurz vor Beendigung des Vertrages entschied NBC jedoch, "Remington Steele" weiterlaufen zu lassen, woraufhin die Bond-Produzenten den Vertrag kappten und stattdessen den Shakespeare-Darsteller Timothy Dalton als ihren neuen Geheimagenten engagierten. So sah man Brosnan für ein weiteres Jahr in der US-amerikanischen Serie, bis sie 1987 endgültig eingestellt wurde.

1994 ergriff Brosnan dann schließlich die Chance und überzeugte bei der erneuten Suche eines passenden Bonds für "Golden Eye" die neue Supervisorin Judi Dench von seinen Talenten. Durch Brosnan etablierte sich endgültig ein moderneres Image des Geheimagenten, der nun anstatt eines britischen Sportwagens einen BMW-Roadster fuhr, italienische Anzüge trug und beim internationalen Publikum offenbar gut ankam: "Golden Eye" wurde zum bis dahin erfolgreichsten Film aller Zeiten und spielte über 350 Millionen US-Dollar ein. 1997 legte Brosnan mit "Tomorrow Never Dies" (Der Morgen stirbt nie) den zweiten Welterfolg hin, bei dem er als Bond gegen die bösen Mächte der Medienwelt ankämpfen muss und dafür sogar den Saturn Award (1998) erhielt. Auch in "The World is Not Enough" (Die Welt ist nicht genug), der in den USA am Premierenwochenende 1999 so viel Geld in die Kassen spielte wie keiner seiner Vorgänger, begeisterte Brosnan als Titelheld, für den kein Auftrag zu schwer zu sein scheint.

2002 stürzte der Schauspieler sich in seinen vierten und damit letzten Bond-Film "Die Another Day" (Stirb an einem anderen Tag), der sich von den vorherigen stark abzugrenzen scheint: Bond schreckt aus Alpträumen hoch, die von Gefangenschaft und Folter herrühren. Und Bond steht nun auch nicht mehr über der Sache, begreift sie nicht mehr als Sport und Spiel. 2005 wurde Brosnan dann unfreiwillig von dem 15 Jahre jüngeren Daniel Craig abgelöst, dem er den Platz als 007-Hauptdarsteller nicht gerade gerne überließ: "Ich würde lügen, wenn ich behaupte, nicht auch enttäuscht gewesen zu sein", zitiert ihn der Spiegel, und in der Frankfurter Rundschau ist von einem "Schicksalsschlag" die Rede, von dem er sich erst einmal erholen müsse.

Die Post-Bond-Ära
1996 erfüllte sich Brosnan seinen Wunsch einer eigenen Produktionsfirma ("Irish Dream Time"), durch die er sich Projekte, die ihm selbst am Herzen lagen, ermöglichen konnte, so beispielsweise das Drama "The Nephew" (Der amerikanische Neffe, 1997) oder das sehr erfolgreiche Remake "The Thomas Crown Affair" (Die Thomas Crown Affäre, 1999). 2001 wurde er in John Boormans Verfilmung "The Tailor of Panama" (Der Schneider von Panama) wieder zum Agenten, der jedoch nicht wie Bond dem Anspruch eines Titelhelden gerecht werden wird. Im selben Jahr zeichnete das People Magazine den Ex-James-Bond als "Sexiest Man Alive" aus. 2002 produzierte er das nur mäßig erfolgreiche Drama "Evelyn" (Ein Vater kämpft um seine Kinder), in dem er als sorgerechtsumkämpfender Familienvater selbst vor der Kamera stand. Auch für seine Rolle als Scheidungsanwalt in der Romanze "Laws of Attraction" (2004) oder in "After the Sunset", für das er mit Salma Hayek und Woody Harrelson vor der Kamera stand, erntete er überwiegend negative Kritik.

© ZDF, D Daza Profikiller Julian Noble (Pierce Brosnan) in der Midlife-Crisis
Profikiller Julian Noble (Pierce Brosnan) in der Midlife-Crisis
Dennoch strebte der Ire nach seinem Bond-Abschied konsequent einen Imagewechsel an, wofür er Rollen übernahm, die möglichst weit von dem coolen Macho Bond entfernt sind, beispielsweise in der Krimikomödie "Matador" (Mord und Margaritas, 2005). Für seine selbstironische Darstellung des in die Jahre gekommenen Auftragskillers Julian Noble erhielt Brosnan prompt eine Golden-Globe-Nominierung. 2008 stand er zusammen mit Meryl Streep in der Verfilmung des Abba-Musicals "Mamma Mia!" vor der Kamera. Für Schlagzeilen sorgte er vor allem mit seiner Hauptrolle in dem Politthriller "Ghostwriter" (2010), in dem er in seiner Rolle als britischer Ex-Premier Adam Lang überzeugt. 2012 verkörpert Brosnan dann in der dänisch-britischen Produktion "Den skaldede frisør" (Love Is All You Need, 2012) einen Mann, der sich nach dem Krebstod seiner ersten Frau neu verliebt, was Parallelen zu Brosnans eigenem Schicksal aufweist.

1987 erkrankte Brosnans Frau Cassandra Harris, die selbst in einer Nebenrolle im Bond-Film "In tödlicher Mission" mitspielte, mit der Brosnan seit 1980 verheiratet war und ein gemeinsames Kind hat, an Krebs. Nachdem sie starb, gründete Brosnan 1991 eine Stiftung für die Krebsforschung. Seit 2001 ist Brosnan mit der Journalistin Keely Shaye Smith verheiratet, mit der er zwei weitere Kinder hat. Zusammen mit ihr engagiert er sich stark für den Umweltschutz und ist Mitglied der radikalen Sea Shepherd Conservation Society.

Spielfilm - Pierce Brosnan
Spiel mit der Angst
Freitag, 23. März 2018, 22.35 Uhr
Spielfilm - Pierce Brosnan
Mord und Margaritas
Freitag, 23. März 2018, 0.05 Uhr
(Nacht Fr/Sa)