Billy Wilder
Vier Spielfilm-Klassiker des Hollywood-Meisters
Zum Jahresauftakt zeigen wir vier Klassiker des Hollywood-Immigranten, der in Krakau und Wien aufwuchs, 1933 vor den Nazis floh und einer der besten und elegantesten Komödien-Regisseure des US-Kinos wurde.
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1. und 2. Januar 2018
Billy Wilder (1906-2002) kam in Sucha, einer kleinen Stadt in Galizien zur Welt und wurde in Wien ein erfolgreicher Journalist, bevor er nach Jahren mit wechselnden Jobs in Berlin als Drehbuch-Ghostwriter an mehreren Filmen mitarbeitete. Seinen Durchbruch hatte Wilder mit dem Film "Menschen am Sonntag" (1930), der ihm ein Engagement als Drehbuchautor bei der UfA einbrachte.

Vor den Nazis geflüchtet, machte Billy Wilder in Hollywood durch seine Zusammenarbeit mit Ernst Lubitsch an "Blaubarts achte Frau" den nächsten großen Karriereschritt. Sein Debüt als Regisseur gelang Wilder 1942 mit "The Major and the Minor" mit Ray Milland und Ginger Rogers. Der Rest gehört zur bekannten Filmgeschichte: Billy Wilder inszenierte in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Meisterwerke und Kinoklassiker.

Das Mädchen Irma la Douce
Der junge Polizist Nestor verliert seinen Job, als er das sündige Treiben in einer Pariser Straße zu stoppen versucht. Dafür gewinnt er die Liebe der süßen Irma. - Jack Lemmon und Shirley MacLaine in Billy Wilders berühmter romantischer Komödie.
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Dienstag, 2. Januar 2018, 22.25 Uhr

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Die attraktive Irma La Douce gehört zu den Schönen, die in der Pariser Rue Casanova dem ältesten Gewerbe der Welt nachgehen. Eines Tages taucht Nestor Patou, ein neuer Polizist auf, der entsetzt über die Zustände ist und sich spontan entschließt, in der Rue Casanova wieder Anstand und Sitte herzustellen. Seine eigenmächtige Razzia endet allerdings mit seiner sofortigen Entlassung, weil dem übereifrigen Nestor auch der eigene Chef ins Netz gegangen ist.

Deprimiert kehrt Nestor in das Bistro zurück, in dem die Mädchen verkehren. Eine Prügelei mit Irmas "Beschützer" Hippolyte hat verblüffende Folgen: Die schöne Irma bietet dem verdutzten Nestor an, bei ihr an dessen Stelle zu arbeiten. Da Nestor sich längst in Irma verliebt hat, kommt er auf eine kühne Idee: Er verwandelt sich in den äußerst großzügigen "Lord X" und nimmt Irma das Versprechen ab, künftig keinen anderen Freier mehr zu empfangen, sondern nur noch zweimal wöchentlich mit seiner Lordschaft Patiencen zu legen. Um das finanzieren zu können, muss er allerdings frühmorgens heimlich in den Markthallen schuften. Als Nestor "Lord X" verschwinden lässt, führt das zu neuen Komplikationen.

Billy Wilder hat diese Komödie nach dem gleichnamigen Musical mit Gespür für Parodie und Komik inszeniert, so dass "Das Mädchen Irma La Douce" sofort weltweit zu einem Welterfolg wurde. Einen herausragenden Anteil daran haben die beiden ausgezeichneten Hauptdarsteller Shirley MacLaine und Jack Lemmon.

Credits: Das Mädchen Irma la Douce (Irma La Douce), Spielfilm, USA 1963, 136 Minuten, Regie: Billy Wilder, mit Jack Lemmon (Nestor Patou), Shirley MacLaine (Irma la Douce), Lou Jacobi (Moustache), Bruce Yarnell (Hippolyte)

Der Glückspilz
Kameramann Harry Hinkle wird beim Football von einem Spieler umgerannt. Sein Schwager, der Rechtsanwalt Willie Gingrich, überzeugt Harry, eine Lähmung vorzutäuschen. Er wittert viel Geld. - "Der Glückspilz" war der erste von insgesamt drei Filmen des Komikerduos Lemmon/Matthau unter der Regie von Billy Wilder.
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Montag, 1. Januar 2018, 20.15 Uhr

Nachtwiederholung: 2.00 Uhr

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Gingrich will eine halbe Million Dollar von der Versicherung kassieren. Zögerlich willigt Harry ein. Er hofft, mit dem Geld seine Frau Sandy zurückholen zu können. Doch die Versicherung vermutet einen Betrug und setzt den cleveren Privatdetektiv Purkey auf den Fall an.

Inzwischen wächst dem ins Gipskorsett gezwängten Harry der für die Verletzung verantwortlich gemachte Footballspieler Luther "Boom Boom" Jackson ans Herz. Luther ertränkt seine Schuldgefühle im Alkohol und gefährdet damit seine Karriere. Das bringt Harry in verräterische Gewissenskonflikte.

Das Duo Lemmon/Matthau drehte mit Billy Wilder nach "Der Glückspilz" noch "Extrablatt" (1974) und "Buddy, Buddy" (1981). Unvergesslich sind die beiden auch als "Ein seltsames Paar" (1967, Regie: Gene Saks) und später als "Ein verrücktes Paar" (1993, Regie: Donald Petrie) geworden.

Credits: Der Glückspilz (The Fortune Cookie), Spielfilm, USA 1966, 120 Minuten, Regie: Billy Wilder, mit Jack Lemmon (Harry Hinkle), Walter Matthau (Willie Gingrich), Ron Rich ("Boom Boom" Jackson), Judy West (Sandy), Lurene Tuttle (Mutter Hinkle), Harry Holcombe (O'Brien), Les Tremayne (Thompson)

Zeugin der Anklage
Ein gesundheitlich angeschlagener Star-Verteidiger stürzt sich in einen neuen Fall, bei dem die ebenso attraktive wie undurchsichtige Frau des Mordangeklagten ihren Mann überraschend belastet. - Der wendungsreiche Justizthriller mit Marlene Dietrich gilt als eines der besten Gerichtsdramen aller Zeiten.
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Montag, 1. Januar 2018, 22.15 Uhr

Nachtwiederholung: 4.00 Uhr

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Kaum nach einem Herzinfarkt zurück aus der Klinik, übernimmt der angesehene Londoner Anwalt Sir Wilfrid Robarts die Verteidigung von Leonard Vole, der des Mordes an Emily French beschuldigt wird. Die reiche Witwe hatte diesen testamentarisch als Haupterben eingesetzt, was ihn schwer belastet. Vole beruft sich auf das Alibi, das ihm seine Frau Christine geben kann.

In den Augen des Strafverteidigers ist dieses Alibi allerdings nicht viel wert. Seine Zweifel wachsen, als er die ebenso attraktive wie undurchsichtige Mrs. Vole kennenlernt. Sie versetzt den Gerichtssaal in hellen Aufruhr, als sie als Zeugin des Staatsanwalts nicht nur das Alibi ihres Mannes zerstört, sondern auch erklärt, er habe Mrs. French umgebracht.

Regisseur Billy Wilder sorgte in "Zeugin der Anklage" mit gewohnter Meisterschaft dafür, dass auch in den langen Prozess-Szenen die Spannung nie nachlässt. Marlene Dietrich als Frau des Angeklagten und Charles Laughton als Verteidiger sind in Glanzrollen zu bewundern. Daneben liefern auch Laughtons Frau Elsa Lanchester als gestrenge Krankenschwester und Una O'Connor als schrullige Haushälterin schauspielerische Meisterleistungen.

Credits: Zeugin der Anklage (Witness for the Prosecution), Spielfilm, USA 1957, 111 Minuten, Regie: Billy Wilder, mit Marlene Dietrich (Christine Vole/Helm), Charles Laughton (Sir Wilfrid Robarts), Tyrone Power (Leonard Vole), Elsa Lanchester (Miss Plimsoll), John Williams (Brogan-Moore), Ian Wolfe (Carter), Henry Daniell (Mayhew)

Eine auswärtige Affäre
Eine US-Kongressabgeordnete will im Nachkriegsberlin die Moral der amerikanischen Besatzungstruppe überprüfen. Dabei kommt es zu allerlei pikanten Situationen. - Eine frivol-ironische Komödie von Billy Wilder, der gewohnt souverän Moral und Unmoral changieren lässt und damit bestens unterhält.
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Montag, 1. Januar 2018, 0.05 Uhr
(Nacht Mo/Di)

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Die "frostige" Kongressabgeordnete Phoebe Frost aus Iowa fliegt zu einem fünftägigen Kontrollbesuch in ein Nachkriegsdeutschland, in dem der Schwarzmarkt im zerbombten Berlin floriert. Jeder nimmt, was er kriegen kann. Überall herrschen Unordnung, Chaos, Ausverkauf. Nach den Häusern fällt auch die Moral in Trümmer; auf den Trümmern aber wachsen Träume und Sehnsüchte.

Credits: Eine auswärtige Affäre (A Foreign Affair), Spielfilm, USA 1948, 111 Minuten, Regie: Billy Wilder, mit Jean Arthur (Phoebe Frost), Marlene Dietrich (Erika von Schluetow), John Lund (Captain John Pringle), Millard Mitchell (Col. Rufus J. Plummer)