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Jake LaMotta (Robert De Niro), der "Stier aus der Bronx", erreicht den ersten Höhepunkt seiner Karriere, als er Sugar Ray Robinson nach einem spektakulären Fight besiegt.
Wie ein wilder Stier
Martin Scorseses Drama erzählt vom Aufstieg des italienischen Underdogs Jake La Motta aus der Bronx, von seinem Triumph als Boxweltmeister und seinem beruflichen und persönlichen Niedergang. Der Spielfilm mit einem unvergleichlichen Robert De Niro in der Hauptrolle gilt als einer der besten Boxerfilme der Filmgeschichte.
Jake La Motta, Sohn italienischer Immigranten, ist im Asphaltdschungel New Yorks aufgewachsen. Um seine Frau und sein kleines Kind zu ernähren, versucht er, mit Boxen Geld zu verdienen. Als Manager dient ihm sein Bruder Joey. Mit seiner enormen Schlagkraft macht er bald Karriere. Noch während des Zweiten Weltkriegs kämpft er drei Mal gegen den späteren mehrfachen Weltmeister "Sugar" Ray Robinson.

La Motta trennt sich von seiner dauernd räsonierenden Frau und heiratet die attraktive Blondine Vicki, die er jedoch mit pathologischer Eifersucht verfolgt. Nach einer kurzzeitigen sportlichen Talfahrt nimmt er im Jahr 1949 dem Franzosen Marcel Cerdan den Weltmeistertitel im Mittelgewicht ab. Nur zwei Jahre später verliert er ihn jedoch wieder an seinen alten Gegner Robinson.

Ex-Weltmeister auf der Verliererstraße
Nun beginnt der unaufhaltsame Abstieg La Mottas. Vicki verlässt ihn. Seine Bar in Florida, in der er als Entertainer Zoten reißt, wird geschlossen, weil er Minderjährigen den Zutritt erlaubt. Er wird eingesperrt und rennt in der Zelle wie ein wilder Stier mit dem Kopf gegen die Wand. Nach seinem Gefängnisaufenthalt tingelt er wieder als Conférencier durch billige Varietés. Aber auch dabei scheitert er. La Motta befindet sich endgültig auf der Verliererstraße.

Wie Howard Hawks einst "Scarface" (1932) über Al Capone und die Roaring Twenties drehte, so folgt Regisseur Martin Scorsese, selbst Nachfahre sizilianischer Einwanderer, der Autobiografie Jake La Mottas. Als Schwarz-Weiß-Film voller authentischer Atmosphäre und physischer Direktheit, lässt "Raging Bull" andere legendäre Boxerfilme mit seiner suggestiven Dynamik und Schnittfolge weit hinter sich.

Eine Geschichte von Aufstieg und Fall
Er erzählt die schon klassische Geschichte vom Aufstieg und Fall im Traumland Amerika, bemüht dazu nicht unkritisch den Mythos vom sturen, letztlich einsamen Einzelgänger. Nur einmal, etwa in der Mitte des Films, werden die Bilder bunt: Idyllische Szenen aus dem Familienalbum, aus der Privatsphäre des aufsteigenden Boxers, werden vorgeführt - eine optische Metapher für eine andere Welt.

"Wie ein wilder Stier" wurde 1981 mit jeweils einem Oscar für die beste männliche Hauptrolle (Robert De Niro) und für den besten Schnitt (Thelma Schoonmaker) ausgezeichnet. Martin Scorsese selbst erhielt eine Oscar-Nominierung für den besten Schnitt.

37 Jahre nach dem Erscheinen von Scorseses Film starb Jake LaMotta (10.07.1922-19.09.2017) in einem Pflegeheim bei Miami im Alter von 95 Jahren.

Sendedaten
Freitag, 29. September 2017, 22.25 Uhr
Credits
Wie ein wilder Stier
(Raging Bull)
Spielfilm, USA 1980
123 Minuten
Regie: Martin Scorsese
Mit Robert De Niro (Jake La Motta), Cathy Moriarty (Vicki La Motta), Joe Pesci (Joey), Frank Vincent (Salvy), Nicholas Colasanto (Tommy Como), Theresa Saldana (Lenore), Frank Adonis (Patsy), Mario Gallo (Mario)