© MD4, Adam Golec
BildergalerieBildergalerie
Karol (Filip Plawiak, hinten) verdächtigt den unscheinbaren Tierarzt Lucjan Staniac (Adam Woronowicz), ein Serienmörder zu sein. Fasziniert von den Taten, sucht er Staniac unter einem Vorwand in dessen Praxis auf.
Die rote Spinne
Ein Student heftet sich 1967 in Krakau an die Fersen eines mehrfachen Mörders. Zwischen den beiden Männern entsteht langsam eine bizarre Beziehung - bis einer einen Fehler macht. - Präzise inszeniertes Spielfilmdebüt, ausgezeichnet beim "goEast"-Festival des mittel- und osteuropäischen Films 2016 mit dem Preis für die Beste Regie und dem Preis der internationalen Filmkritik.
Auf einem Jahrmarkt findet der junge Student und Turmspringer Karel Kremer im Winter 1967 die Leiche eines gerade ermordete Kindes, ein weiteres Opfer des Serienmörders "Rote Spinne". Dieser sucht Krakau schon seit längerem heim und auf allen Kanälen wird vor ihm gewarnt. In der Stadt herrschen Besorgnis und Paranoia, die Morde sind in aller Munde. Anstatt die Polizei zu informieren, geht Karel dem Mörder auf eigene Faust nach.

© MD4, Adam Golec
Fotografin Danka (Julia Kijowska) versucht den verschlossenen Karol (Filip Plawiak) zu verstehen.
In seinem Spielfilm-Regiedebüt vereint Marcin Koszałka die Legende der "Roten Spinne" mit der wahren Geschichte des jungen Mörders Karol Kot. Koszałka inszenierte "Die rote Spinne" mit kühler Präzision, bestechend genauer Kamera (die er selbst führt), einem beklemmenden Soundtrack und grandiosen Schauspielern.

Dabei erzählt er eine Geschichte, in der zwar die Täter- und Opferrollen klar verteilt sind, die Frage nach dem Warum aber unbeantwortet bleibt. Koszałka erschafft ein verstörendes Porträt der Gesellschaft und des real existierenden Sozialismus Polens in den Monaten unmittelbar vor den März-Unruhen 1968: durch eine Fokussierung auf die Beziehungen zwischen den Charakteren, deren Darstellung in ihrem jeweiligen Umfeld und der Distanzierung von moralischen Fragestellungen.

Marcin Koszałka wurde 1970 in Krakau geboren. Er arbeitet als Kameramann und Regisseur. Seine Dokumentarfilme wurden auf vielen internationalen Filmfestivals gezeigt, unter anderem in Karlovy Vary, Jihlava, Krakau und Trient. Seine Filme behandeln immer wieder kontroverse Themen. In seinem Filmdebüt "So einen schönen Sohn habe ich geboren" (Takiego pieknego syna urodzilam) spielte seine Mutter die Hauptrolle.

Sendedaten
Mittwoch, 3. Mai 2017, 22.25 Uhr

Erstausstrahlung
Credits
Die rote Spinne
(Czerwony pajak)
Spielfilm, Polen/Tschechische Republik/Slowakei 2016
90 Minuten
Regie: Marcin Koszałka
Mit Filip Plawiak (Karol Kremer), Adam Woronowicz (der Tierarzt), Julia Kijowska (Danka), Malgorzata Foremniak (Karols Mutter), Wojciech Zielinski (Leutnant Florek)
mehr zum Thema
© MD4 KoszalkaDer schlimmste Fehler im Kino: Seine Karten aufdecken
Interview mit Regisseur Marcin Koszałka zu "Die rote Spinne"
Info
3sat zeigt "Die rote Spinne" als TV-Premiere im Rahmen seiner Medienpartnerschaft mit "goEast", die mit der Gründung des Festivals 2001 begann.
Die Preise des Filmfestivals goEast
Eine Goldene Lilie für Frau J.
Serbien und Georgien sind die großen Gewinner von goEast 2017
Medienpartnerschaft goEast
VideoGaby Babić: "Oppose Othering!"
Im 3sat-Interview stellt die Festivalleiterin das Projekt und die fünf Weltpremieren vor.