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Zwischen zwei Männern: Audrey Hepburn mit Humphrey Bogart und William Holden in Billy Wilders "Sabrina"
Billy Wilder
Sechs Spielfilm-Klassiker des Hollywood-Meisters
Geboren wurde er in Galizien, in Krakau und Wien wuchs er auf, im Berlin der 20er Jahre wurde er Reporter und Drehbuchautor. Vor den Nazis flüchtete er 1933 über Paris in die USA, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Kino-Emigranten Hollywoods und in den 50er Jahren zu einem der besten und elegantesten Komödien-Regisseure des US-Kinos. - 3sat widmet dem großen Billy Wilder (1906-2002) vor und an Ostern einen Schwerpunkt mit Klassikern wie "Eins, zwei, drei" und "Das Appartement".
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2. + 14. bis 17. April 2017
Billy-Wilder-Quiz
© ap Komödienspezialist in Hollywood: Testen Sie Ihr Wissen über Meisterregisseur Billy Wilder!
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Küss mich, Dummkopf
© ZDF/Joseph LaShelle
Ausgerechnet in einem Kaff in Nevada bleibt Schlagerstar Dino wegen einer Autopanne hängen. Zu allem Überfluss wollen ihm auch noch zwei Möchtegern-Komponisten einen ihrer Songs andrehen. - Dean Martin und Kim Novak brillieren in Billy Wilders Slapstick-Spaß, der zugleich eine Parodie auf den Star-Kult ist.
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Sonntag, 2. April 2017, 21.45 Uhr

Wiederholung: 2.35 Uhr

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Dino ist ein berühmter Popsänger und Schürzenjäger, der nach einem Auftritt in Las Vegas, auf dem Weg nach Hollywood, einen vermeintlich kurzen Zwischenstopp in einer kleinen Stadt in Nevada einlegt. Hier wird er jedoch von zwei Amateur-Songwritern, Musiklehrer Orville J. Spooner und Tankstellenwart Barney Milsap, erkannt und mit offenen Armen begrüßt.

Sie manipulieren mal eben Dinos Auto und sichern so seinen Aufenthalt in ihrer Stadt, um ihn gleichzeitig dazu zu bringen, ihre Eigenkompositionen für sein Programm zu erwerben. Dabei setzen sie ganz auf einen gemeinsamen Herrenabend, bei dem sie die Prostituierte Polly als Orvilles Ehefrau ausgeben, die den Schürzenjäger Dino verführen und gefügig machen soll. Doch sie haben die Rechnung ohne Orvilles richtige Ehefrau gemacht.

Credits: Küss mich Dummkopf (Kiss Me, Stupid), Spielfilm, USA 1964, 120 Minuten, Regie: Billy Wilder, mit Dean Martin (Dino), Kim Novak (Polly), Ray Walston (Orville Spooner), Felicia Farr (Zelda Spooner)

Boulevard der Dämmerung
© ZDF/ParamountBeta
Eine einst gefeierte Stummfilm-Diva, die von ihrem großen Comeback träumt, wird von ihrem jüngeren Geliebten mit der brutalen Wahrheit konfrontiert. - Billy Wilders großartige, Oscar-gekrönte Tragödie kratzt ironisch am Glamour-Image der Traumfabrik Hollywood.
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Freitag, 14. April 2017, 23.05 Uhr

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Norma Desmond, ein großer Star des Stummfilms, lebt seit Jahren von der Welt vergessen in ihrer Villa am Sunset Boulevard in Hollywood. Sie istbesessen von dem Wunsch, ein Comeback zu feiern. Ihr Diener Max, der ihr Regisseur und erster Ehemann war, bestärkt sie in ihrem Wahn.Joe Gillis, ein armer Drehbuchautor, verirrt sich zufällig in ihr Haus. Er ist ein gutaussehender Mann, den Norma, die seine Mutter sein könnte, auf raffinierte Weise festzuhalten versteht. Zunächst beauftragt sie ihn mit der Bearbeitung eines Filmstoffs, später macht sie ihn zu ihrem Geliebten und überhäuft ihn mit Geschenken.

Joe liebt zwar heimlich Betty Schäfer, eine mittellose Dramaturgin, aber mindestens ebenso liebt er die finanzielle Sicherheit. Norma hat inzwischen den Regisseur Cecil B. De Mille aufgesucht und bildet sich ein, dass er einen Film mit ihr drehen wird. Joe, der sein Gigolo-Leben nicht mehr aushält, entschließt sich, Norma zu verlassen. Er konfrontiert sie mit der Wahrheit, doch sie kann nicht akzeptieren, dass sie zur alten Garde gehört. Norma versucht, Joe zurückzuhalten. Als er dennoch ihr Haus verlässt, schießt sie auf ihn.

"Boulevard der Dämmerung" ist eine von Billy Wilder meisterhaft inszenierte Selbstkritik der amerikanischen Traumfabrik. Wie Untote geistern die alternde Stummfilmdiva und ihr zum Butler degradierter früherer Ehemann und Regisseur durch eine Gegenwart, die für den theatralischen Glamour vergangener Zeiten keine Verwendung mehr hat. Dass der Stummfilmstar Gloria Swanson die abgetakelte Diva und der damals kaum noch beschäftigte Regisseur Erich von Stroheim ihren Butler spielt, gibt dem Film einen zusätzlichen Reiz. Weitere prominente Mitwirkende sind der Regisseur Cecil B. De Mille und Buster Keaton, die sich jeweils selbst spielen.

Billy Wilders Klassiker wurde 1950 mit je einem Oscar für das beste Drehbuch, die beste Filmmusik und die besten Szenenbilder ausgezeichnet. Als Musical wurde die Geschichte der alternden Diva ein weltweiter Publikumserfolg.

Credits: Boulevard der Dämmerung (Sunset Boulevard), Spielfilm, USA 1950, 106 Minuten, Regie: Billy Wilder, mit William Holden (Joe Gillis), Gloria Swanson (Norma Desmond), Erich von Stroheim (Max von Mayerling), Nancy Olsen (Betty Schaefer), Fred Clarc (Sheldrake)

Eins, zwei, drei
© Tele München Daniel L
West-Berlin 1961: Coca-Cola-Filialboss MacNamara will das Konzern-Imperium über den Eisernen Vorhang hinaus ausdehnen. Dabei stört ihn die Ost-Romanze der Tochter seines obersten Chefs. - James Cagney, Horst Buchholz, Liselotte Pulver und Pamela Tiffin in Billy Wilders schneller Komödie über Liebe, Geschäft und Politik.
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Sonntag, 16. April 2017, 17.15 Uhr

Wiederholung: 0.05 Uhr

Sabrina
© ZDF/Charles Lang
Die Tochter eines Chauffeurs lässt sich in Paris zur Dame ausbilden und erringt nach ihrer Rückkehr in die USA inkognito die Liebe eines Millionärs. - Regie-Legende Billy Wilder schöpft aus Motiven des Aschenputtel-Märchens und präsentiert eine moderne Hollywood-Version, die beste Unterhaltung mit großen Stars und geschliffenen Dialogen bietet.
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Sonntag, 16. April 2017, 20.15 Uhr

Wiederholung:
Montag, 17. April 2017, 17.10 Uhr

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Sabrina (Audrey Hepburn) ist das reizende Töchterchen des Chauffeurs einer steinreichen amerikanischen Familie. Sie ist unsterblich in den jüngeren Sohn der Larrabees, David (William Holden), verliebt, der sie kaum wahrnimmt. Als sie an einem schönen Sommerabend bemerkt, wie David eine junge Dame vom Trubel einer großen Gesellschaft zum heimlichen tête-à-tête "entführt", ist Sabrina entschlossen, von der Welt Abschied zu nehmen. Nur zufällig rettet Linus (Humphrey Bogart), der ältere Bruder und Kopf des Wirtschaftsimperiums der Larrabees, sie vor dem Selbstmord. Schon am nächsten Tag fährt das Mädchen nach Paris, um dort innerhalb von zwei Jahren die Kunst des Kochens zu erlernen - und vielleicht David zu vergessen.

Aus der alten Welt kehrt eine kapriziöse, elegante junge Dame zurück. Der erste, dem sie begegnet, ist David. Er erkennt Sabrina nicht, ist jedoch von ihrem Aussehen, von ihrem Charme hingerissen. Nicht wenig überrascht, als er erfährt, wer sie ist, will er sogar ihretwegen mit einem Skandal seine Verlobung lösen, an der Linus aus geschäftlichen Gründen stark interessiert ist. Deshalb sieht sich der ältere Bruder gezwungen, einzugreifen.

Zunächst hilft er ein bisschen nach, um David einige Zeit bewegungsunfähig zu machen. Und er selbst widmet sich in diesen Tagen sehr ausgiebig der charmanten Sabrina: Es wäre doch gelacht, wenn die Tochter eines ehrenwerten Chauffeurs nicht mit Hilfe eines passablen Schecks "vernünftig" werden sollte. Nun, wer hier zuletzt lacht, wird man erst am Ende der Geschichte sehen, in der schließlich zwei Brüder das selbe Mädchen lieben.

Credits: Sabrina (Sabrina), Spielfilm, USA 1954, 109 Minuten, Regie: Billy Wilder, mit Humphrey Bogart (Linus Larrabee), Audrey Hepburn (Sabrina Fairchild), William Holden (David Larrabee), Walter Hampden (Oliver Larrabee), John Williams (Thomas Fairchild)

Das Appartement
© ZDF/Joseph LaShelle
Aus Karrieregründen verleiht ein Angestellter seine Wohnung als Liebesnest an seine verheirateten Chefs. Kompliziert wird es, als er zu Hause auf die Frau trifft, die er heimlich liebt. - Jack Lemmon und Shirley McLaine in einer der besten Komödien Billy Wilders, die 1960 fünf Oscars gewann.
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Sonntag, 16. April 2017, 22.05 Uhr

Wiederholung: 3.55 Uhr

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C. C. Baxter, genannt Bud, arbeitet bei einer New Yorker Versicherung. Der kleine Angestellte möchte gern Karriere machen und hofft darauf, bald aufzusteigen, schließlich macht er fast täglich Überstunden - allerdings weniger aus übertriebenem Pflichtgefühl: Vielmehr überlässt Bud reihum vier Abteilungsleitern sein Appartement für heimliche Treffen mit deren Freundinnen.

Als die Herren Bud zur Beförderung vorschlagen, durchschaut Personalchef J. D. Sheldrake das Spiel und verlangt ebenfalls Zugang zu dem Appartement. Bud ahnt nicht, mit wem Sheldrake sich in seiner Wohnung trifft: Es ist Fran Kubelik, die reizende Fahrstuhlführerin, in die er selbst unsterblich verliebt ist.

Buds Karrieredenken gerät in heftigen Konflikt mit seinen Gefühlen, als er Fran eines Abends bewusstlos in seinem Bett vorfindet: Von Sheldrake alleingelassen und enttäuscht, hat sie Schlaftabletten genommen. Bud bekommt vom Arzt die Anweisung, Fran, die sich zum Glück wieder erholt hat, 24 Stunden nicht fortzulassen. Bud ist fest entschlossen, Fran zu heiraten, doch dann tauchen neue Komplikationen auf, und Bud trifft eine folgenschwere Entscheidung.

Billy Wilder inszenierte die Komödie spritzig und pointenreich und erhielt dafür drei der fünf Oscars für "Das Appartement": Ausgezeichnet wurde er mit den Preisen für Regie, Drehbuch und Produktion.

Credits: Das Appartement (The Apartment), Spielfilm, USA 1959, 121 Minuten, Regie: Billy Wilder, mit Jack Lemmon (Baxter/Bud), Shirley MacLaine (Fran Kubelik), Fred MacMurray (J.D. Sheldrake), Ray Walston (Mr. Dobisch)


Extrablatt
© ZDF/Jordan Cronenweth
Der Star-Reporter einer Boulevard-Zeitung will sich ins Eheleben zurückziehen. Aber die Chance, einen entflohenen Todeskandidaten exklusiv journalistisch zu verwerten, will er nicht verpassen. Billy Wilders starke Version des Komödien-Klassikers "The Front Page".
Sendedaten
Montag, 17. April 2017, 20.15 Uhr

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Chicago in den späten 1920er-Jahren: Hildy Johnson, der Star-Reporter des "Chicago Examiner", möchte sich zur Ruhe setzen und mit seiner Verlobten Peggy Grant ein ruhigeres Leben als Werbetexter angehen. Doch genau das will sein Verleger Walter Burns mit allen Mitteln verhindern.

Burns und Johnson sind sich sicher, dass der schüchterne, einfältige Earl Williams keinen Polizisten-Mord begangen hat, sondern lediglich als Sündenbock geopfert werden soll, weil die Wiederwahl der Stadtregierung ansteht. Als Williams nach einer Sitzung beim Psychologen entkommen kann und verletzt Hildy in die Arme läuft, verstecken der Reporter und sein Verleger den Flüchtigen, um aus ihrem Fund die größte Story der Stadt zu machen.

Das Theaterstück "The Front Page" von Ben Hecht und Charles MacArthur wurde davor bereits mehrfach verfilmt, insbesondere von Howard Hawks unter dem Titel "His Girl Friday". Wilder setzt darum gezielt andere Schwerpunkte. Es geht ihm zwar auch um den Zynismus der Boulevardpresse, aber mehr noch ist "Extrablatt" ein Kabinettstück des Paares Lemmon/Matthau. In der Beziehung der beiden, dem Ehrgeiz Johnsons nach der großen Geschichte, seiner Verführbarkeit durch den ebenso manipulativen wie schlauen Verleger Burns, spiegelt Wilder die Schwierigkeit objektiver Berichterstattung wider.

Credits: Extrablatt (The Front Page), Spielfilm, USA 1974, 101 Minuten, Regie: Billy Wilder, mit Susan Sarandon (Peggy Grant), Walter Matthau (Walter Burns), Lou Frizzell (Endicott), Charles Durning (Murphy), Jack Lemmon (Hildy Johnson)