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Die deutsche Nachtklubsängerin Christine Helm (Marlene Dietrich) hat einen britischen Soldaten geheiratet und ist ihm aus dem Hamburger Nachkriegselend nach London gefolgt. Jetzt steht ihr Mann wegen Mordes an einer wohlhabenden Witwe vor Gericht und Christine belastet ihn im Zeugenstand schwer.
Zeugin der Anklage
Ein gesundheitlich angeschlagener Star-Verteidiger stürzt sich in einen neuen Fall, bei dem die ebenso attraktive wie undurchsichtige Frau des Mordangeklagten ihren Mann überraschend belastet. - Der wendungsreiche Justizthriller mit Marlene Dietrich gilt als eines der besten Gerichtsdramen aller Zeiten.
Kaum nach einem Herzinfarkt zurück aus der Klinik, übernimmt der angesehene Londoner Anwalt Sir Wilfrid Robarts die Verteidigung von Leonard Vole, der des Mordes an Emily French beschuldigt wird. Die reiche Witwe hatte diesen testamentarisch als Haupterben eingesetzt, was ihn schwer belastet. Vole beruft sich auf das Alibi, das ihm seine Frau Christine geben kann.

In den Augen des Strafverteidigers ist dieses Alibi allerdings nicht viel wert. Seine Zweifel wachsen, als er die ebenso attraktive wie undurchsichtige Mrs. Vole kennenlernt. Sie versetzt den Gerichtssaal in hellen Aufruhr, als sie als Zeugin des Staatsanwalts nicht nur das Alibi ihres Mannes zerstört, sondern auch erklärt, er habe Mrs. French umgebracht.

Schauspielerische Meisterleistungen
Regisseur Billy Wilder sorgte in "Zeugin der Anklage" mit gewohnter Meisterschaft dafür, dass auch in den langen Prozess-Szenen die Spannung nie nachlässt. Marlene Dietrich als Frau des Angeklagten und Charles Laughton als Verteidiger sind in Glanzrollen zu bewundern. Daneben liefern auch Laughtons Frau Elsa Lanchester als gestrenge Krankenschwester und Una O'Connor als schrullige Haushälterin schauspielerische Meisterleistungen.

Der Film geht auf eine Kurzgeschichte Agatha Christies ("Traitor’s Hands") zurück, die erstmals 1925 in einer britischen Zeitschrift erschien. In den 1930er und 1940er Jahren wurde sie unter dem Originaltitel des späteren Films ("Witness for the Prosecution") mehrfach in Großbritannien und den USA wiederveröffentlicht und 1953 als Theaterstück produziert.

Billy Wilder, am 22. Juni 1906 in Sucha, einer kleinen Stadt in Galizien, geboren, wurde in Wien ein erfolgreicher Journalist, bevor er nach Jahren mit wechselnden Jobs in Berlin als Drehbuch-Ghostwriter an mehreren Filmen mitarbeitete. Seinen Durchbruch hatte Wilder mit dem Film "Menschen am Sonntag" (1930), der ihm ein Engagement als Drehbuchautor bei der UfA einbrachte.

Vor den Nazis geflüchtet, machte Billy Wilder in Hollywood durch seine Zusammenarbeit mit Ernst Lubitsch an "Blaubarts achte Frau" den nächsten großen Karriereschritt. Sein Debüt als Regisseur gelang Wilder 1942 mit "The Major and the Minor" mit Ray Milland und Ginger Rogers. Der Rest gehört zur bekannten Filmgeschichte: Billy Wilder inszenierte in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Meisterwerke und Kinoklassiker, darunter "Boulevard der Dämmerung" (1950), "Manche mögens heiß" (1959), "Eins, zwei, drei" (1961) und "Das Mädchen Irma la Douce" (1963).

Sendedaten
Montag, 1. Januar 2018, 22.15 Uhr

Nachtwiederholung: 4.00 Uhr
Credits
Zeugin der Anklage
(Witness for the Prosecution)
Spielfilm, USA 1957
111 Minuten
Regie: Billy Wilder
Mit Marlene Dietrich (Christine Vole/Helm), Charles Laughton (Sir Wilfrid Robarts), Tyrone Power (Leonard Vole), Elsa Lanchester (Miss Plimsoll), John Williams (Brogan-Moore), Ian Wolfe (Carter), Henry Daniell (Mayhew)
Vierteilige Spielfilmreihe
Billy Wilder
1. und 2. Januar 2018