© ZDF/Schamonifilm/Klaus König
Miniberockte Mädchen und maxiverkorkste Revoluzzer: Barbara (Uschi Glas) und Martin (Werner Enke)
Miniberockte Mädchen und maxiverkorkste Revoluzzer: Barbara (Uschi Glas) und Martin (Werner Enke)
Zur Sache, Schätzchen
Martin lebt mit seinem Freund Henry in Schwabing gelangweilt, aber munter in den Tag hinein. Neuer Schwung kommt in ihren Alltag, als sie Barbara begegnen und Martin beträchtlichen Ärger mit der Polizei bekommt. - May Spils' Kult- und Schlüsselfilm über den jugendlichen Zeitgeist der 1960er Jahre.
Der junge Martin lebt faul und zufrieden in seiner Münchner Bude. Als er auf der anderen Straßenseite einen Einbruch beobachtet, schreitet er nicht ein. Doch der Vorfall hat Folgen. Am nächsten Tag hat Martin Geburtstag, und sein Freund Henry holt ihn ab. Sie streifen durch die sommerliche Stadt, treiben ihre Späße mit den Passanten und gehen schließlich zur Polizei, um den Einbruch zu melden.

© ZDF/Schamonifilm/Klaus König Flucht mit Ziege: Martin (Werner Enke) und Barbara (Uschi Glas)
Flucht mit Ziege: Martin (Werner Enke) und Barbara (Uschi Glas)
Doch Martin verweigert sich den Protokollfragen. Henry und Martin laufen davon. Martin lernt Barbara kennen und geht mit ihr in den Zoo, wo sie eine kleine Ziege entführen. Beim anschließenden Spaziergang erklärt Martin Barbara, was "Fummeln" bedeutet. Sie werden von der Polizei aufgegriffen, Martin soll erneut aussagen. Doch Barbara gelingt es, die Polizisten durch einen Striptease abzulenken, so dass beide fliehen können. In Martins Wohnung schlafen sie miteinander. Aber die Polizei lässt Martin keine Ruhe.

Das Spielfilmdebüt der damals 23-jährigen Filmemacherin May Spils gilt als ein Schlüsselfilm der 1960er Jahre. Er brachte den Zeitgeist und das Lebensgefühl Jugendlicher zum Ausdruck, die die von der Gesellschaft vorgegebenen Lebensentwürfe und Verhaltensmuster ablehnten und nach Freiräumen und Individualität suchten.

© ZDF, Schamonifilm, Klaus König Barbara (Uschi Glas) lässt sich mit Martin (Werner Enke) ein.
Barbara (Uschi Glas) lässt sich mit Martin (Werner Enke) ein.
"Die Geschichte", kommentierte May Spils, "habe ich der Wirklichkeit entnommen, der Wirklichkeit des heutigen Schwabing mit seinen Gammlern, Trinkern, mehr kleinen als großen Genies, seinen miniberockten Mädchen und maxiverkorksten Revoluzzern - einer Welt, deren Charme so viele junge Leute erliegen, ohne recht zu begreifen, dass unter der dünnen Oberfläche dieses Zaubers nichts oder allenfalls der große Spiegel steht, in dem man nur sich selbst gegenüber steht."

"Zur Sache, Schätzchen" ist in der Aufbruchszeit des Neuen deutschen Films entstanden. Der Film durchbricht mit einigen Sequenzen im Cinéma-Vérité-Stil - im Schwimmbad und auf der sommerheißen Straße - die konventionelle Erzählweise.

Sendedaten
Donnerstag, 18. Mai 2017, 23.55 Uhr
Credits
Zur Sache, Schätzchen
Spielfilm, BRD 1967
76 Minuten
Regie: May Spils
Mit Werner Enke (Martin), Uschi Glas (Barbara), Henry van Lyck (Henry van Busch), Rainer Basedow (Wachhabender im Polizeirevier), Inge Marshall (Anita)
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