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Video
Clip ansehen Boris Nemzow 2012 auf einer Demonstration in Moskau.
Boris Nemzow - Tod an der Kremlmauer
Am 27. Februar 2016 jährte sich der Mord an dem russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow zum ersten Mal. Die Welle der Empörung und Anteilnahme nach der Ermordung war riesig.
Präsident Putin versprach umgehende Aufklärung. Doch was ist seitdem passiert? Was weiß man über den Mord? Wer war Nemzow und welche Rolle spielte er für die russische Politik? Der Dokumentarfilm zeichnet die Ereignisse nach und versucht, Hintergründe zu beleuchten.

Der unabhängige russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow wurde mitten im Zentrum von Moskau am späten Abend des 27. Februar 2015 erschossen. Der Mord ereignete sich auf der Moskworetzki-Brücke, gerade mal 150 Meter vom Kreml entfernt - somit: "Territorium mit erhöhter Aufmerksamkeit", das rund um die Uhr durch verschiedene staatliche Dienste überwacht wird. Doch ausgerechnet in der Nacht vom 27. Auf den 28. Februar war kein einziger Polizist auf der Brücke, es gab keinen Agenten in Zivil und keinen einzigen der sonst zahlreichen Streifenwagen. Auch wurde der Mord angeblich von keiner Kamera festgehalten - sowohl das Opfer als auch der mutmaßliche Täter wurden zum Zeitpunkt des Mordes durch eine Schneeräummaschine verdeckt, so dass die verfügbaren Videoüberwachungskameras die Tat nicht zeigten. Allerdings schneite es an diesem Abend in Moskau gar nicht - es regnete in Strömen. Die einzige Zeugin des Verbrechens, die Freundin von Boris Nemzow, wurde fast 2 Tage lang festgehalten, in diesen Tagen wurde ihr die Kommunikation mit der Außenwelt komplett untersagt und anschließend wurde sie in großer Eile in ihre Heimat Ukraine ausgewiesen. In derselben Nacht wurden aus der Wohnung Nemzows Papiere, persönliche Notizen und Computerfestplatten beschlagnahmt.

Die Weggefährten von Boris Nemzow sind überzeugt: Ein Mordmotiv ist die offizielle Anfrage des Politikers zur Teilnahme von tschetschenischen Milizen an Gefechten in Donbass und der Rolle von Ramsan Kadyrov in diesem Krieg.

Vladimir Putin nannte die Ereignisse am 27. Februar eine Provokation und versprach, die Ermittlungen persönlich zu kontrollieren. Schnell nach dem Mord wurden Verdächtige verhaftet, aber ansonsten ist bis heute nichts geschehen, was Klarheit in die Ereignisse der Mordnacht gebracht hätte.

Sendedaten
Montag, 11. April 2016, 22.25 Uhr
Info
Film von Maria Vizitey und Stephan Kühnrich
(Erstsendung: 23.2.2016)
Russland
© dpaSchillernder Politiker
Moskau trauert um ermordeten Boris Nemzow (2.3.2015)