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© ORF/VENTO Film Video
Walter Saabel, Philip Hochmair
Analog und Spontan - Der Glanz des Tages
Erfolgreicher Schauspieler trifft auf alternden Schausteller, der sich als Onkel des Schauspielers herausstellt - der Grundplot von "Der Glanz des Tages" ist schnell erzählt.
Was Starschauspieler Philip Hochmair und der Zirkuskünstler Walter Saabel unter der Regie von Tizza Covi und Rainer Frimmel daraus machen, lässt einen staunen und das neunzig Minuten lang: Der Film entsteht - wie alle Werke von Covi&Frimmel - aus der Realität, dem realen, stressigen, Leben des Schauspielers Philipp Hochmair, der zwischen Hamburg und Wien pendelt, vom Hauptmann in Woyzeck am Thalia Theater zu Handke und Jelinek am Akademietheater in Wien.

"Hochmair, war der Ausgangspunkt", sagt die Regisseurin Tizza Covi aber auch der Zirkuskünstler Walter Saabel, der im Film eindrucksvoll von seinen Erlebnissen mit nicht wirklich gezähmten Zirkusbären erzählt und eben nicht nur erzählt, sondern das auch erlebt hat. Und so agieren Hochmair und Saabel im Film, reagieren aufeinander, preisgekrönt kann man sagen, denn der Film räumte 2013 sowohl den Großen Diagonal Preis als auch den Max Ophüls Preis ab.

Einstellungen, die auch als Fotografien Bestand hätten
© ORF/Bernd Matschedolnig Lupe
Rainer Frimmel und Tizza Covi
"Was sich wirklich ergibt in unseren Filmen, das können wir von vornhinein nicht sagen", meint Regisseur Rainer Frimmel, der auch die Kameraarbeit bei "Glanz des Tages" betreut hat. Gedreht wurde tatsächlich noch auf Film mit der Super 16mm Kamera, eine Tatsache, die auch sichtbar wird im fertigen Film: es sei einfach ein konzentrierteres Arbeiten mit dem Filmmaterial, sagt Frimmel, ganz abgesehen davon, Farben und Korn sorgen für eine viel größere Lebendigkeit des fertigen Produkts.

Covi&Frimmel kommen aus der künstlerischen Fotografie, haben dort die Genauigkeit gelernt, die man auch dem "Glanz des Tages" ansieht, den Einstellungen, die auch als Fotografien Bestand hätten. Seit dem Abschluss der höheren graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien 1996 arbeiten die beiden zusammen, sind auch privat ein Paar.

"Blindes Vertrauen" sagt Tizza Covi, prägt die gemeinsame Arbeit, auch bei "Der Glanz des Tages". Der Film lebt im Übrigen nicht nur von seinen Protagonisten Philipp und Walter alleine, in der Nachbarwohnung von Philipp etwa lebt eine Familie aus Moldawien, mit zwei Kindern. Der Vater in Österreich, die Mutter lebt in Moldawien und darf nicht wieder einreisen, Walter versucht sie in der Zirkuskiste ins Land zu schmuggeln; wie die Geschichte ausgeht, erfahren wir nicht. Offenes Ende, das ist ein Arbeitsprinzip von Covi&Frimmel. "Es ist halt so im Leben, dass man nie weiß, wie etwas ausgeht", sagt Tizza Covi, insofern möchte sie im Film das "wirkliche" Leben nachempfinden, es sei einfach wahrhaftiger.

Vorbild: Das wirkliche Leben
© ORF/VENTO Film Lupe
Die Protagonisten Walter und Philip
Und vieles im "Glanz des Tages" kommt tatsächlich aus dem wirklichen Leben: Phillipp Hochmair fototgrafiert sich tatsächlich gerne mit dem Passbildautomaten und hat tausende Aufnahmen zu Hause, seine Statue, die Walter im Film als Zielscheibe für seine Messerwurfübungen benutzt, steht tatsächlich im Pausenfoyer des Burgtheaters, eine Authentizität, die man dem Film anfühlt, die man nachspüren kann.

Seit "Der Glanz des Tages" haben Covi&Frimmel eine Dokumentation über den österreichischen Fotografen Erich Lessing und einen noch titellosen Spielfilm gedreht, mit Rainer Frimmel an der Kamera und Tizza Covi, die den Schnitt und den Ton erledigt. Was würden die beiden an ihrer Arbeitsweise ändern, hätten sie unbegrenzt Mittel zur Verfügung: "Nichts" lautet die spontane Antwort der Beiden, "vielleicht weniger Filme produzieren und mehr nachdenken", ist der Nachsatz und Covi&Frimmel haben ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen.

Mehr zum Inhalt:
Philipp Hochmair ist ein junger erfolgreicher Schauspieler mit Engagements an den großen Bühnen in Wien und Hamburg. Sein Leben ist vom Einstudieren neuer Texte, von Proben und Aufführungen bestimmt. Dadurch verliert er immer mehr den Bezug zur Realität des Alltags.
Als er auf den vagabundierenden Walter trifft, zu dem er eine ambivalente Freundschaft aufbaut, und mit dem Schicksal seines Nachbarn Viktor konfrontiert wird, wird er daran erinnert, dass das Leben keine Bühne ist.

Sendedaten
TV-Erstausstrahlung

Mittwoch, 9. März 2016
um 22.25 Uhr
Dolby Digital 5.1, 16:9
Credits
Spielfilm, Österreich 2012

Nach einer Idee von Tizza Covi, Rainer Frimmel und Xaver Bayer
Regie und Produktion: Rainer Frimmel und Tizza Covi
Kamera: Rainer Frimmel
Schnitt: Tizza Covi, Emily Artman
Ton: Manuel Grandpierre

Mit Philipp Hochmair (Philipp), Walter Saabel (Walter) und Vitali Leonti (Victor)
Auszeichnungen
Großer Diagonale Spielfilmpreis 2013

Max Ophüls-Preis 2013
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