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Lupe
Aus dem Film "Zona Norte" von Monika Treut: die sechs Moraes-Schwestern
3sat-Koproduktionen auf der Berlinale 2016
Sechs Filme im Programm des Festivals
Auf den 66. Internationalen Filmfestspielen Berlin sind sechs Filme zu sehen, die unter Beteiligung von ZDF/3sat entstanden sind. "Chamissos Schatten" ist der Eröffnungsfilm der Berlinale-Sektion "Forum", außerdem laufen dort "Homo sapiens" und als Sondervorführung "Rudolf Thome - Überall Blumen". Teil der Sektion "Panorama" ist "Zona Norte", und im Programm von "Lola at Berlinale" stehen "Above and Below" sowie "Das dunkle Gen".
mehr zum Thema
Die 66. Berlinale in 3sat
11. bis 21. Februar 2016
Chamissos Schatten
© Ulrike Ottinger Filmproduktion Lupe
In Cold Bay
Ulrike Ottingers neuester Film "Chamissos Schatten" führte sie 2014 in die weit entfernten Regionen des Beringmeers. Der Wind, die Wellen und das Interesse an den Menschen leiteten sie nach Kamtschatka, Tschukotka, Alaska und zur Inselkette der Aleuten. Hier, weit im Norden, stoßen der eurasische und der amerikanische Kontinent aufeinander und es bieten sich dem Auge spektakuläre Meeres- und Vulkanlandschaften. Hier kreuzen sich verwandte Ethnien und Kulturen, die von einer langen Geschichte kolonialer Überformungen geprägt sind und dennoch Teile ihrer indigenen Sprache und ihres alten Wissens bewahrt haben. Und hier kollidieren die wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der Einwohner und der globalen Politik.
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  • Credits: "Chamissos Schatten", Film von Ulrike Ottinger, Deutschland 2016, 720 Minuten, Redaktion ZDF/3sat: Udo Bremer

Homo sapiens
Lupe
Aufgegebener Sakralraum
In einer Montage von präzise komponierten, unbewegten Einstellungen erforscht der Film die Räume, die der Homo Sapiens für sich und seine Lebensweise entwickelt hat: von der Fortbewegung zum Wohnen, vom Gesundheitssystem zur Erziehung, von der Kommunikation zur Unterhaltung, von der Religion zur Bestattung der Toten. In seinem Tschernobyl-Film "Pripyat", in "User täglich Brot", oder angesichts der Festung Europa in "Abendland" hat Nikolaus Geyrhalter Handlungs-Spiel-Räume des Menschen vermessen. Mit "Homo sapiens"beschreitet er, der Kraft seiner Bilder vertrauend, einen neuen, poetisch-essayistischen Weg. Indem der Film die Endlichkeit der Menschheit manifest macht, stellt er zeitlose Fragen: Was bedeutet Mensch-Sein im Verhältnis zur Welt, in der wir leben?
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  • Credits: "Homo sapiens", Film von Nikolaus Geyrhalter, Österreich/Deutschland 2016, 80 Minuten, Redaktion ZDF/3sat: Udo Bremer

Rudolf Thome - Überall Blumen
Lupe
Filmemacher Rudolf Thome
Obwohl er sich von der Filmwelt vergessen fühlt, wagt Rudolf Thome im März 2014 einen letzten Versuch, einen Film zu realisieren. Er gewährt Serpil Turhan Zugang zu seinem heiligen Drehbuchschreibritual, das genau 28 Tage dauert, und zu seinem "Paradies". So nennt er seinen riesigen Garten, der neben dem Filmemachen seine große Passion ist. Die Entwicklung seiner Pflanzen dokumentiert er mit Fotos, Videos und Texten in seinem Tagebuchblog. Neben alltäglichen Dingen reflektiert er darin auch das Älterwerden und die Frage wie es mit seinem Film weitergeht. In ihrem Dokumentarfilm "Rudolf Thome - Überall Blumen" nähert sich Serpil Turhan über Gespräche und Alltagsbeobachtungen dem Menschen Rudolf Thome, der sich gerade im Übergang zu einer neuen Lebensphase befindet. In einem filmischen Dialog geht sie seiner Vergangenheit und seinem Schaffen als Regisseur auf den Grund und erzählt gleichzeitig von seinen Befürchtungen und Hoffnungen für die Zukunft.
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  • Credits: "Rudolf Thome - Überall Blumen", Film von Serpil Turhan, Deutschland 2015, 84 Minuten, Redaktion ZDF/3sat: Daniel Schössler

Zona Norte
Lupe
Yvonne Bezerra de Mello (Mitte)
15 Jahre nach dem Film "Kriegerin des Lichts", dem Porträt der international ausgezeichneten Menschenrechtlerin Yvonne Bezerra de Mello, das ihre Arbeit mit den Straßenkindern in Rio und dem Aufbau ihres Projekts "Projeto Uerê" in der Favela von Maré dokumentiert, stellt "Zona Norte" nun die Frage nach der Entwicklung und Nachhaltigkeit des Projektes. Aus der langjährigen Arbeit hat Yvonne Bezerra de Mello mittlerweile eine neue Pädagogik entwickelt, die durch Gewalt und Krieg traumatisierten Kindern weltweit helfen kann, ihre Erfahrungen und die daraus resultierenden Lernprobleme zu überwinden. Was ist aus den Kindern geworden, die vor 15 Jahren in die "Kriegerin des Lichts" vor der Kamera standen? Aus den Kindern von damals sind heute junge Erwachsene geworden, die aus ihrem Leben berichten. Sie sind der lebende Beweis dafür, dass eine alternative Pädagogik langfristig den Teufelskreis von Armut und Gewalt zu durchbrechen vermag.
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  • Credits: "Zona Norte", Film von Monika Treut, Deutschland 2016, 89 Minuten, Redaktion ZDF/3sat: Daniel Schössler

Above and Below
© Maximage, Flying Moon, Markus Nestroy Lupe
April träumt von der Marsbesiedlung.
In "Above and Below" unternimmt Nicolas Steiner einen dokumentarischen Trip durch eine apokalyptisch anmutende Welt voller Herausforderungen und Schönheit: Rick und Cindy leben in der Kanalisation unter den funkelnden Straßen von Las Vegas, Dave in einem verlassenen Bunker im ausgetrockneten Niemandsland am Salton Sea in Kalifornien und April in der steinigen Wüste von Utah, wo sie und andere die Übersiedlung auf den Mars trainieren. "Above and Below" hat zuletzt bei der 21. Filmschau Baden-Württemberg den Preis für den besten Dokumentarfilm erhalten und war zuvor mit dem Züricher Filmpreis sowie mit einem Fipresci-Preis in Sankt Petersburg prämiert worden. Der Film erhielt außerdem den Deutschen Dokumentarfilmmusikpreis 2015 sowie den "Millennium"-Hauptpreis beim Warschauer "Docs Against Gravity Film Festival". Beim Milano Film Festival wurde er mit dem Students Award prämiert. Der Film lief auf zahlreichen Festivals, etwa beim Saarbrücker "Filmfestival Max Ophüls Preis", dem "DOK.fest" München, beim Internationalen Film Festival Rotterdam sowie dem Schweizer Filmfestival "Visions du Réel" in Nyon.
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  • Credits: "Above and Below", Film von Nicolas Steiner, Deutschland/Schweiz 2015, 120 Minuten, Redaktion ZDF/3sat: Daniel Schössler

Das dunkle Gen
© ZDF/Filmtank Lupe
Frank (rechts) und sein Sohn Leonard
In "Das dunkle Gen", einem Dokumentarfilm von Miriam Jakobs und Gerhard Schick, geht es um einen kranken Arzt, einen brisanter Code sowie den Trost der Kunst und der Vaterliebe: Das Autorenpaar Schick-Jacobs begleitet Frank, den einstigen Arzt und Neurologen, den eine schwere Depression um Arbeit und Familie brachte, auf einer radikalen Forschungsreise ins tiefste Innere seines Körpers und Wesens. Bis zur Entschlüsselung seines Genes will er dieses Mal gehen, nicht zuletzt, um dem leiblichen Sohn Leonard schon im Vorfeld ein Rüstzeug mitzugeben für den Fall, dass die erbliche Veranlagung, die in der Familie schon zu Selbstmord führte, auch ihn ereilt. Als Betroffener - wie als gelernter Arzt eben auch als Wissender - stößt der Berliner ins Reich der Gen-Forschung vor. Er trifft in der Schweiz wie in Amerika auf Wissenschaftler, Bastler, Visionäre, die aus einer einfachen Speichelprobe ganze Lebensentwürfe ableiten können, oder auch auf die Komponistin Deirdre Gribbin, die DNA-Daten in Musik verwandelt. Das neue Zauberwort des 21. Jahrhunderts heißt Genom-Sequenzierung. Mittlerweile ist die zumindest in Teilen praktizierbare Entschlüsselung der eigenen Genstruktur in den USA - oder noch billiger in China - für eine dreistellige Dollarsumme zu haben.
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  • Credits: "Das dunkle Gen", Film von Miriam Jakobs und Gerhard Schick, Deutschland/Schweiz 2014, 99 Minuten, Redaktion ZDF/3sat: Nicole Baum