© ZDFRobin Worms
Video verfügbar ab Ausstrahlungstag, 10.30 UhrVideo verfügbar ab Ausstrahlungstag, 10.30 Uhr
Wie spielen Kinder heute? Mädchen mit einer Puppe am Meinungsforschungsinstitut in München.
Kindheit in Deutschland
Sie wird idealisiert oder ignoriert, sie ist schwierig, idyllisch, behütet, streng; sie füllt Regale mit Ratgeber-Literatur und die Sprechzimmer von Psychotherapeuten: die Kindheit. Wir blicken auf drei Generationen, die in Deutschland ihre Kindheit erlebten.
© ZDFSascha Kellersohn Günter Lucks wird 1928 geboren, seine Kindheit findet statt zwischen Hitlerjugend und den sozialistischen Idealen des Vaters. Hier stöbert er mit  Enkelin Carla im Familienalbum.
Günter Lucks wird 1928 geboren, seine Kindheit findet statt zwischen Hitlerjugend und den sozialistischen Idealen des Vaters. Hier stöbert er mit Enkelin Carla im Familienalbum.
Auf den ersten Blick selbstverständlich, schließlich war jeder mal Kind. Und doch sind die Idee der Kindheit, die damit verknüpften Erwartungen, Werte, Erziehungsmodelle und Ideale, immer wieder Schauplatz und Gegenstand von Diskussionen und Konflikten. Seien sie politischer, sozialer, wirtschaftlicher oder privater Natur.
So offenbart die Geschichte der Kindheit, der Wandel der Erziehung, gleichzeitig die großen Entwicklungslinien unserer Gesellschaft und deren Verhältnis zum Kind.
Drei oder vier Generationen umfasst die Geschichte der Kinder in Deutschland - im Osten und Westen - nach dem Zweiten Weltkrieg - und jede Menge Auseinandersetzungen und Veränderungen. Wie entstanden die unterschiedlichen Vorstellungen von Erziehung? Wie war das, als man selbst noch Kind war? Wie hat sich die Kindheit gewandelt im Spiegel unserer gesellschaftlichen Entwicklung?

Der Film begleitet eine Familie im Alltag, stellt die unterschiedlichen Vorstellungen von Kindsein, Elternschaft und Erziehung der Protagonisten vor und erinnert sich gemeinsam mit Großeltern, Eltern und Kindern zurück. Eine zweite Familie und Zeitzeugen aus dem Osten Deutschlands öffnet dabei den Blick für die Kindheit in der DDR und in den neuen Bundesländern nach der Wende: Was macht die Erziehung der Kinder dort aus? Und was davon hat heute, im wiedervereinigten Deutschland, noch Bestand? Wie hat der Osten Kindheit und Erziehung im Westen gesehen, beurteilt? Und umgekehrt?

Manuela Keilholz lebte vom 2. bis zum 7. Lebensjahr im Wochenheim in Berlin – Rückkehr in ein Kindheitstrauma.  © ZDFMagdalena Schüßler Manuela Keilholz lebte vom 2. bis zum 7. Lebensjahr im Wochenheim in Berlin – Rückkehr in ein Kindheitstrauma.
Manuela Keilholz und Gerd Keil gehen in Berlin gemeinsam auf Spurensuche in ihre eigene DDR-Vergangenheit.  © ZDFFelix Greif Manuela Keilholz und Gerd Keil gehen in Berlin gemeinsam auf Spurensuche in ihre eigene DDR-Vergangenheit.
Ein Kind der 68er: Ulrike Moser wollte sich als Teenager abgrenzen, ihre Eltern schockieren, zog sogar in eine Kinderkommune. © ZDFMagdalena Schüßler Ein Kind der 68er: Ulrike Moser wollte sich als Teenager abgrenzen, ihre Eltern schockieren, zog sogar in eine Kinderkommune.
Eine neue Generation: Paula Moser erlebt eine Kindheit und Jugend zwischen Smartphone, Freiheit und Schulstress. © ZDFDaniel Bischof Eine neue Generation: Paula Moser erlebt eine Kindheit und Jugend zwischen Smartphone, Freiheit und Schulstress.

© ZDFMagdalena Schüßler Warenwelt für Kinder–: Paula Moser und Mutter Ulrike beim Schaufenster-Bummel in Berlin.
Warenwelt für Kinder–: Paula Moser und Mutter Ulrike beim Schaufenster-Bummel in Berlin.
Aus der Sicht der Kindheit erzählt sich so die Geschichte Deutschlands. Es ist eine Geschichte von Familien, Gesellschaft im Umbruch, Konsum - und damit der Vermarktung der Kindheit -, sowie von sozialen Rollen, dem gesellschaftlichen Wandel in den Städten und auf dem Land im Lauf der Dekaden. Durch die Erinnerungen der Zeitzeugen entfaltet der Film eine eigene Dynamik, ermöglicht dem Zuschauer eine Zeitreise in die Vergangenheit und gibt Einblick in die persönliche Erlebniswelt der Protagonisten, eine Projektionsfläche für Erinnerungen der eigenen Biografie mehrerer Generationen in Deutschland nach dem Krieg in West und Ost.


Diplom-Pädagogin Carmen Eschner hat analysiert, was Erziehungsratgeber den Eltern vermitteln – von der Nachkriegszeit bis heute.  © ZDFMagdalena Schüßler Diplom-Pädagogin Carmen Eschner hat analysiert, was Erziehungsratgeber den Eltern vermitteln – von der Nachkriegszeit bis heute.
Historiker Frank Meier im Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg weiß: Kindheit ist keine Erfindung der Moderne.  © ZDFMagdalena Schüßler Historiker Frank Meier im Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg weiß: Kindheit ist keine Erfindung der Moderne.
Axel Dammler,  Leiter eines Meinungs-<br />forschungsinstituts in München, beschäftigt sich mit allem was Kindern Spaß macht. © ZDFMagdalena Schüßler Axel Dammler, Leiter eines Meinungs-
forschungsinstituts in München, beschäftigt sich mit allem was Kindern Spaß macht.
Neurobiologe Gerald Hüther erforscht, wie Gehirne sich entwickeln. Sein Fazit: Lernen muss unter die Haut gehen.  © ZDFMagdalena Schüßler Neurobiologe Gerald Hüther erforscht, wie Gehirne sich entwickeln. Sein Fazit: Lernen muss unter die Haut gehen.
Wie funktionierte Kindheit in der DDR? Erziehungs-<br />wissenschaftlerin Kerstin Eschwege hat Stasi-Akten durchforstet und mit Zeitzeugen gesprochen. © ZDFMagdalena Schüßler Wie funktionierte Kindheit in der DDR? Erziehungs-
wissenschaftlerin Kerstin Eschwege hat Stasi-Akten durchforstet und mit Zeitzeugen gesprochen.

Sendedaten
Kindheit in Deutschland

Film von Magdalena Schüßler

Mittwoch, 5. Dezember 2018,
um 20.15 Uhr

Erstausstrahlung
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Späte Väter
Der demografische Wandel und ein verändertes Wertebild der Gesellschaft machen es möglich: Aktuell hat bereits rund jedes 20. Neugeborene in Deutschland einen Vater, der älter ist als 50. Wie wirkt sich solch eine späte Vaterschaft auf den Nachwuchs aus?