© Robert Engelke
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20. Juli. Das Öffentliche Gelöbnis auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums in Berlin, dem sogenannten Bendlerblock.
Soldaten
Zum Berufsbild des Soldaten gehört Gewalt. Töten. Sterben. Für viele Zivilsten ist das heute zu archaisch. 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges untersuchen wir, wie und warum sich das Bild des Soldaten in der Öffentlichkeit verändert hat.
© Robert Engelke Prof. Loretana de Libero, Historikerin: "Der Rahmen ist immer das Grundgesetz. Das Recht steht an erster Stelle - das Grundgesetz Artikel 1: die Achtung der Menschenwürde - Das ist auch wieder ein Gegenentwurf zur Wehrmacht. Und darauf zielt der Eid, den heute die Soldaten und Soldaten leisten. Auf die Verfassung, nicht mehr auf eine Person. Die dies ja auch missbraucht hat."
Prof. Loretana de Libero, Historikerin: "Der Rahmen ist immer das Grundgesetz. Das Recht steht an erster Stelle - das Grundgesetz Artikel 1: die Achtung der Menschenwürde - Das ist auch wieder ein Gegenentwurf zur Wehrmacht. Und darauf zielt der Eid, den heute die Soldaten und Soldaten leisten. Auf die Verfassung, nicht mehr auf eine Person. Die dies ja auch missbraucht hat."
Am Ende des Ersten Weltkrieges im November 1918 wurden die heimkehrenden Soldaten des Deutsches Reiches noch begeistert empfangen - Das Ansehen der geschlagenen Soldaten hat durch die Niederlage kaum gelitten. Sie kämpften mit Karabiner, Bajonett und Tornister Mann gegen Mann für Gott und Vaterland.
Dieser Krieg, mörderisch, wie keiner zuvor, markierte eine Zeiten-Wende, auch in einer ganz anderen Hinsicht: Die Geschlechterrollen begannen sich während des ersten Weltkriegs zu verändern. Frauen übernahmen damals mehr und mehr auch männliche Rollen und Funktionen.
Ab 1934 schwörten alle deutschen Soldaten einen verhängnisvollen Eid. Auf Hitler persönlich. Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Angriff auf Polen der zweite Weltkrieg, der den ersten an Brutalität und Zerstörungskraft noch weit übertroffen hat. Über 18 Millionen Soldaten der Wehrmacht, aus Deutschland und aus Österreich, zogen in diesen Krieg. Nicht unter Jubel und mit Begeisterung, wie 1914. Aber als meist zuverlässige Rädchen in einer mörderischen Maschinerie.

Heutzutage sind die Soldaten der Bundeswehr hoch spezialisierte Hightechkrieger in einer Armee, in der Männer - und Frauen - nicht nur Deutschland verteidigen sollen, sondern an internationalen UN-Einsätzen in Afghanistan oder Afrika beteiligt sind. In ihrer Heimat werden sie jedoch dafür nicht nur gefeiert, sondern immer wieder schlagen ihnen Anfeindungen entgegen.

Die Historiker Prof. Loretana de Libero, Prof. Sönke Neitzel und Dr. Georg v. Witzleben, Verwandter Erwin von Witzlebens, zeichnen die historischen Gründe für das veränderte Selbstverständnis der Soldaten in der Öffentlichkeit nach.


Dr. Georg v. Witzleben, Historiker:<br />"Er hat für sich einen schuldfreien Widerstand nie in Anspruch genommen. Ihm war bewusst, dass er diese Verantwortung auf sich nehmen muss, auch Oberbefehlshaber im Krieg zu sein, um eine Chance zu haben, dieses verbrecherische Regime stürzen zu können." © Robert Engelke Dr. Georg v. Witzleben, Historiker:
"Er hat für sich einen schuldfreien Widerstand nie in Anspruch genommen. Ihm war bewusst, dass er diese Verantwortung auf sich nehmen muss, auch Oberbefehlshaber im Krieg zu sein, um eine Chance zu haben, dieses verbrecherische Regime stürzen zu können."
Prof. Sönke Neitzel, Historiker:<br />"Eine der Konsequenzen aus den Weltkriegen, aus den Massenverbrechen war natürlich „nie wieder Krieg“, aber auch „nie wieder Militär“ und der Teil unserer Bevölkerung der auch wirklich pazifistisch ist also jede Form von militärischem Einsatz ablehnt, der ist da".  © Robert Engelke Prof. Sönke Neitzel, Historiker:
"Eine der Konsequenzen aus den Weltkriegen, aus den Massenverbrechen war natürlich „nie wieder Krieg“, aber auch „nie wieder Militär“ und der Teil unserer Bevölkerung der auch wirklich pazifistisch ist also jede Form von militärischem Einsatz ablehnt, der ist da".

Sendedaten
Soldaten

Mittwoch, 14. November 2018
um 20.15 Uhr

Film von Christian Frey

Erstausstrahlung
Sehen Sie im Anschluss
©  Spiegel TVCountdown zum Krieg
Herbst 1938: noch neun Monate bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europa. Mit mörderischem Judenhass und fanatischem Nationalismus will der Diktator sein Volk dazu bringen, ihm auf seinem Weg in die Katastrophe zu folgen. Bedingungslos.