© Steffanie Reiss 2018
Video verfügbar ab Austrahlungstag, 6.00 Uhr Video verfügbar ab Austrahlungstag, 6.00 Uhr
Für die Navajo ist "Bears Ears" Heiliges Land.
Kampf um Bears Ears
Navajo zwischen Ranchern, Trump und Uranlobby
Für die Navajo und vier weitere Indianerstämme ist das Schutzgebiet "Bears Ears" im Südosten Utahs eine heilige Stätte. Doch ist das erkämpfte Mitspracherecht über die Nutzung akut bedroht.
Angelo Baca lässt den Blick über das weite Tal schweifen. Der Navajo fühlt sich dem Land eng verbunden, hier zogen schon seine Vorfahren durch und bis heute ist es eine heilige Stätte für die Navajo und vier weitere Indianerstämme, die hier, im Südosten Utahs angesiedelt sind.

Zum ersten Mal in der Geschichte haben diese Stämme deshalb ihre althergebrachten Konflikte beiseitegelegt und gemeinsam für die Einrichtung eines Schutzgebietes gekämpft. In seinen letzten Tagen als Präsident erfüllte Barack Obama ihnen diesen Wunsch: Er ernannte Bears Ears zum "National Monument"und übergab den Stämmen ein Mitspracherecht bei der zukünftigen Kontrolle über das Gebiet. Eine große Genugtuung für Völker, die seit der Ankunft der weißen Siedler in Amerikas Westen eigentlich immer nur verfolgt und unterdrückt wurden.

Der uralte Konflikt - Cowboys gegen Indianer - er lebt weiter
Leider hat der Sieg nicht lange angehalten. Kaum war Donald Trump Präsident, beschnitt er das National Monument um 85%. Die weißen Rancher der Gegend hatten Angst um ihr Weideland, ein Mitspracherecht der Indianer zur Nutzung des Gebiets kam für sie nicht in Frage.

© Steffanie Reiss 2018 Vor Jahrzehnten wurde im Schutzgebiet Uran abgebaut. Bis heute ist das Gelände weiträumig verseucht und abgesperrt.
Vor Jahrzehnten wurde im Schutzgebiet Uran abgebaut. Bis heute ist das Gelände weiträumig verseucht und abgesperrt.
Hinzu kommt, dass hinter der Entscheidung nachweislich auch intensive Lobbyarbeit von Energiekonzernen steckt. Die Gegend ist voller Bodenschätze: allen voran Uran. Vor Jahrzehnten wurde bereits schon einmal in der Region Uran abgebaut - mit verheerenden Folgen für Natur und Bevölkerung.
Krebs und Nierenversagen rafften zahlreiche Navajo dahin, auch heute noch hat ein Viertel der Navajo erhöhte Uranwerte und damit verbundene gesundheitliche Probleme. Keiner warnte sie vor der Gefahr. Die Minen verseuchten das Grundwasser. Bis heute haben viele Navajo keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, trinken Tag ein, Tag aus, giftiges Wasser. Die Region ist immer noch zersetzt von über 500 alten Uranminen, die nie gesäubert wurden und weiter die Umwelt verseuchen. Jetzt besteht die Gefahr, dass die Geschichte sich wiederholt.

Die Rancher fürchten um ihre Weidegründe sollte das Nutzungsrecht von „Bears Ears“ ausschließlich an die Navajo fallen. © Steffanie Reiss 2018 Die Rancher fürchten um ihre Weidegründe sollte das Nutzungsrecht von „Bears Ears“ ausschließlich an die Navajo fallen.
Die Wasserversorgung der indigenen Bevölkerung erfolgt bis heute vornehmlich über Tanklastwagen. © Steffanie Reiss 2018 Die Wasserversorgung der indigenen Bevölkerung erfolgt bis heute vornehmlich über Tanklastwagen.

Sendedaten
"Kampf um Bears Ears.
Navajo zwischen Ranchern, Trump und Uranlobby."

Film von Stefanie Riess

Freitag, 10. August 2018
um 19.30 Uhr

Erstausstrahlung