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Vulkan auf der Insel Java
Magie des Monsuns - Leben mit Extremen
Teil 4/4
Mit einer Spezialfolge in Kinofilmlänge beschließt "Universum" die spektakuläre BBC Serie "Magie des Monsuns". Die vierte, von Kathryn Jeffs und Jonathan Clay und Nick Lyon gestaltete Folge entführt das TV-Publikum u. a. auf die märchenhaft anmutenden Sundainseln nördlich von Australien.
Diese Inseln, die größtenteils zu Indonesien gehören, kommen zweimal im Jahr in den Genuss ausgiebiger Regenfälle. Von den Monsunregen profitiert auch die Tierwelt, etwa die Schopfmakaken auf Sulawesi. Sie finden Nahrung im Überfluss, was ihnen ermöglicht, in großen sozialen Verbänden friedlich zusammenzuleben. "Leben mit Extremen" zeigt aber auch, wie der Monsun die Menschen in seinem Einflussbereich prägt.

Lebensspender und Zerstörer zugleich
© ORF/BBC/Paul Williams Schwarzer Makaken-Affe in Tangkoko, Sulawesi
Schwarzer Makaken-Affe in Tangkoko, Sulawesi
Der Monsun ist mächtig, er ist Lebensspender und Zerstörer zugleich. Von den positiven Auswirkungen des großen Wettersystems profitieren beispielsweise die Schopfmakaken auf der indonesischen Insel Sulawesi. Diese Makaken Art, die im Norden der Insel heimisch ist, ist vor allem für ihr Sozialverhalten bekannt: die Affen pflegen einen liebevollen Umgang miteinander. Sie leben friedlich oft in Gruppen von mehr als 100 Tieren zusammen, werfen einander Kusshändchen zu, umarmen einander und zeigen auch Artgenossen, die nicht zu ihrer Stammfamilie zählen, ihre Zuneigung. Einen Grund für diese ausgeprägte Friedfertigkeit sehen Wissenschafter im Wirken des Monsuns. Er sorgt dafür, dass die Schopfmakaken auf Sulawesi immer ausreichend nahrhafte Früchte vorfinden. Sie müssen nicht so viel Energie in die Nahrungssuche investieren, vielmehr nutzen sie ihre Zeit, um Freundschaften zu pflegen.

Bedrohter Lebensraum
© ORF/BBC/Jonathan Clay Sumatra Orang Utan im Gunung Leuser Nationalpark
Sumatra Orang Utan im Gunung Leuser Nationalpark
Der Lebensraum der Orang Utans, der Dschungel auf der Nachbarinsel Borneo, profitiert ebenfalls vom Monsun. Auch hier sind die tiefgrünen Regenwälder üppig, sie beherbergen eine reichhaltige Tier-und Pflanzenwelt. Die Orang Utans sind aber trotzdem in ihrer Existenz bedroht.
Denn auch hier werden die Regenwälder abgeholzt. Begehrt ist das Land, weil hier riesige Palmölplantagen entstehen. Der Bedarf nach diesem pflanzlichen Öl, das etwa in Lebensmitteln oder in Waschpulver enthalten ist, ist weltweit enorm gestiegen. Auf der Strecke bleiben die Orang-Utans. Ihr Lebensraum sind die Baumkronen und die Ölpalmen haben keine Äste. Doch mittlerweile gibt es Rückführungsprojekte, mit Hilfe derer die gestrandeten Menschenaffen in den Regenwald zurückgebracht werden. So versuchen einige Bewohner der Monsunregion auf Borneo den Schaden wieder gut zu machen, den das menschliche Streben nach Profit verursacht.

Auch menschliche Kulturen hat der Monsun beeinflusst: Auf Java wird dem Vulkan Bromo auch heute noch für reiche Ernte gedankt, und in der Wüste Thar in Rajasthan sind die Bishnoi besonders achtsam gegenüber der Natur: Ihnen ist alles Leben heilig, sie teilen die knappen Ressourcen auch mit den Wildtieren.

Die letzte Folge des "Universum" Vierteilers "Magie des Monsuns" legt ihren Fokus auf die extremsten Lebensbedingungen für Mensch und Tier, die das große Wettersystem Monsun mit sich bringt. In eindrucksvollen Bildern zeigt diese Dokumentation in Kinofilmlänge, wie es der Bevölkerung der Monsunregionen bis heute gelingt, im Einklang mit der Natur zu leben.

Sendedaten
Sonntag, 17. Juni 2018
um 21.40 Uhr
Wiederholung:
Montag, 18. Juni 2018, 16.50 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Vierteilige Dokumentationsreihe
Teil 4 von Kathryn Jeffs und Jonathan Clay und Nick Lyon
Deutsche Bearbeitung: Jutta Karger, Österreich 2015
Dokumentationsreihe
© ORF/BBC/Paul WilliamsMagie des Monsuns
Vierteilige Dokumentationsreihe
Thementag
Wunderwelt Erde
Sonntag, 17. Juni 2018
ab 6.00 Uhr