© ORF/BBC/Paul Williams
Video online ab 28.8.2018, 6.00 UhrVideo online ab 28.8.2018, 6.00 Uhr
Monsunsturm in den Western Ghats, Indien
Magie des Monsuns - Der große Regen
Teil 2/4
Am Höhepunkt des Sommermonsuns regnet es über dem Subkontinent Indien bis zu 17 Tonnen Wasser pro Minute. In Windeseile überzieht sich die ausgedörrte Landschaft mit frischem Grün, Flüsse wie der Mekong schwellen auf ein Vielfaches ihrer Größe an - ein Paradies für Fische und Fischer. Doch für landgebundene Vierbeiner werden die unablässig steigenden Wasserpegel bald zur tödlichen Bedrohung. Der zweite, von Jonathan Clay gestaltete Teil "Universum"-Vierteilers "Magie des Monsuns" zeigt die Leben spendende - und die verheerende - Macht der Monsunregen.
Die ersten Regentropfen bringen Erlösung von der langen Trockenheit: Kleine Rinnsale und Tümpel entstehen; junge Assam-Makaken können hier zum ersten Mal ausgelassen im Wasser planschen, während die älteren Affen im Schlamm nach schmackhaften Schnecken suchen. Für Frösche und Kröten ist jetzt Paarungszeit, in Scharen versammeln sie sich an den Laichplätzen. Grasfresser wie der Axishirsch finden überall frische Halme, Panzernashorn und Elefant tun sich an der Wasserhyazinthe gütlich, und auch für den Lippenbären - das Vorbild für den gemütlichen Balu im "Dschungelbuch" - bricht eine Zeit des Überflusses an.

Monsunzeit ist Malariazeit
© ORF/BBC/Kathryn Jeffs Durch den Monsun überfluteter Kaziranga National Park, Indien - ein Mückenparadies.
Durch den Monsun überfluteter Kaziranga National Park, Indien - ein Mückenparadies.
Zwei Wochen nach Beginn der Regenzeit schlüpfen aber auch die ersten Mücken.

Ihr Larvenleben haben sie unter Wasser zugebracht, als fliegende Insekten sind sie vollkommen wasserabstoßend. Superzeitlupen-Bilder zeigen: Selbst den Zusammenstoß mit - im Verhältnis - riesengroßen Regentropfen überstehen sie unbeschadet. Monsunregen ist auch die Zeit der Fiebermücken und der Malaria.

© ORF/BBC/Paul Williams Dieses Dorf am Fluss Tonle-Sap ist nur mehr mit dem Boot erreichbar.
Dieses Dorf am Fluss Tonle-Sap ist nur mehr mit dem Boot erreichbar.
Der Mekong führt jetzt so viel Wasser, dass er seinen Zulauf, den Fluss Tonle-Sap in Kambodscha, in die Gegenrichtung zwingt. Die Wassermassen drängen "flussaufwärts". Zahlreiche Fisch-Schwärme erobern dabei neue Lebensräume - und der Tonle-Sap-See schwillt zum größten und fischreichsten Binnensee Südostasiens an.

Die traditionellen Fischerdörfer Kambodschas sind auf Stelzen gebaut. Während der Trockenheit erreicht man die Hütten über lange Leitern - jetzt reicht das Wasser bis vor die Haustür. Aber der Mekong bringt nicht nur Nahrung für Fischerdörfer und Schlangenhalsvögel, er verteilt auch Schlick über das Land und sorgt damit wieder für frisch gedüngte Reisfelder.

Reichhaltiges Nahrungsangebot
© ORF/BBC/Kathryn Jeffs Selbst Wasserbüffel haben es jetzt schwer, trockenes und sicheres Land zu erreichen.
Selbst Wasserbüffel haben es jetzt schwer, trockenes und sicheres Land zu erreichen.
Der Kaziranga-Nationalpark im indischen Bundesstaat Assam ist einer der letzten Lebensräume des Panzernashorns. Hier ist es der Brahmaputra, der alljährlich Teile des Nationalparks überschwemmt und nährstoffreichen Schlamm ablagert.

Das Elefantengras wird fast fünf Meter hoch, neben den Dickhäutern finden auch Wasserbüffel und Schweinshirsche reichlich Nahrung. Doch am Höhepunkt der Regenzeit, wenn der Pegel des Brahmaputra unbarmherzig steigt, müssen sie nicht selten um ihr Leben schwimmen.

Sendedaten
Montag, 28. August 2018
um 15.20 Uhr
Wiederholung:
28./29. August 2018, 3.05 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Vierteilige Dokumentationsreihe
Teil 2 von Jonathan Clay
Deutsche Bearbeitung: Jutta Karger, Österreich 2015
Dokumentationsreihe
© ORF/BBC/Paul WilliamsMagie des Monsuns
Vierteilige Dokumentationsreihe
Thementag
Wunderwelt Erde
Sonntag, 17. Juni 2018
ab 6.00 Uhr