© ORF/Roman Zach-Kiesling
Video online ab 10.5.2018, 8.55 UhrVideo online ab 10.5.2018, 8.55 Uhr
Gerti Drassl verkörpert Maria Theresia von der jungen Kaiserin bis zur betagten Herrscherin
Maria Theresia - Majestät und Mutter
Maria Theresia lenkte als erste und einzige Frau die Geschicke des Habsburger-Reiches und wurde mit ihrer 40-jährigen Regentschaft (1740 - 1780) zu einer die Geschichte Österreichs über Jahrhunderte prägenden Persönlichkeit. Mit ihrer geschickten Heiratspolitik schaffte es die Mutter von 16 Kindern, halb Europa an sich und ihre Dynastie zu binden.
Monika Czernin (Filmautorin) und Ernst Gossner (szenische Regie) beleuchten in der "Universum History"-Produktion "Maria Theresia - Majestät und Mutter" anhand neuer Brieffunde bisher unbekannte private Seiten der österreichischen Herrscherin. Gerti Drassl verkörpert in dem aufwendig gestalteten Doku-Drama die Titelrolle.

Das junge Herrscherpaar Maria Theresia und Franz Stephan von Lothringen (i.B. Gerti Drassl, Martin Muliar) © ORF/Roman Zach-Kiesling Das junge Herrscherpaar Maria Theresia und Franz Stephan von Lothringen (i.B. Gerti Drassl, Martin Muliar)
Bis zu ihrem Tod führte die Kaiserin die Amtsgeschäfte persönlich (i.B. Gerti Drassl)  © ORF/Roman Zach-Kiesling Bis zu ihrem Tod führte die Kaiserin die Amtsgeschäfte persönlich (i.B. Gerti Drassl)

In ihrer Regentschaft führte Maria Theresia mehrere große Kriege, stieß aber auch in der Zeit des Übergangs von Absolutismus zur Aufklärung eine Vielzahl von Reformen an. Als geschickte Diplomatin setzte sie aber auch viele ihrer 16 Kinder bei strategischen Hochzeiten ein, um die Vormachtstellung der Habsburger in Europa für die Generationen zu sichern. Maria Theresias Heiratspolitik, mit der sie von Wien aus ihre Fäden in ganz Europa zog, machte sie bald zur mächtigsten Herrscherin ihrer Zeit, zur "Ersten Dame Europas" - oder, wie man bereits damals augenzwinkernd feststellte, zur "Schwiegermutter Europas".

Dabei war der Beginn ihrer Regentschaft dramatisch. Kein Fürst Europas wollte eine Frau auf einem Thron akzeptieren. Mit Durchhaltevermögen und Diplomatie gelang es ihr, die Position der Habsburger in Europa wiederzugewinnen und zu festigen. Ihre Meisterleistung: den Erzfeind Frankreich, dominierende Großmacht in Europa und Gegner der Habsburger, zum Verbündeten zu machen. Durch die Verheiratung ihrer Kinder mit den Bourbonen, die neben Frankreich auch Spanien und Teile Italiens regierten, band sie halb Europa an sich und ihre Dynastie.

Die Kaiserin in der Schulstube ihrer zahlreichen Kinder (i.B. Hanni Ellen, Gerti Drassl) © ORF/Roman Zach-Kiesling Die Kaiserin in der Schulstube ihrer zahlreichen Kinder (i.B. Hanni Ellen, Gerti Drassl)
Maria Theresia schickt ihre blutjunge Tochter Marie Antoinette nach Frankreich, um den Thronfolger Ludwig XVI. zu heiraten (i.B. Magdalena Mair, Gerti Drassl) © ORF/Roman Zach-Kiesling Maria Theresia schickt ihre blutjunge Tochter Marie Antoinette nach Frankreich, um den Thronfolger Ludwig XVI. zu heiraten (i.B. Magdalena Mair, Gerti Drassl)

Durch den Fokus auf Maria Theresias Bündnis- und Heiratspolitik entsteht das Bild einer Frau, die alles der Politik unterordnet und ihre Rolle als Mutter PR-wirksam einzusetzen weiß. Doch wer war Maria Theresia als Mensch? Durch erst vor Kurzem entdeckte neue Briefe der Kaiserin an ihre ehemalige Hofdame Sophie Enzenberg wird in "Universum History" die Spannung zwischen der Monarchin und dem Menschen, der Heiratspolitikerin und der Mutter deutlich.

Filmautorin und Regisseurin Monika Czernin: "Die einzige Frau auf Habsburgs Thron, die Ehefrau, Mutter und Freundin zum Thema eines Films zu machen, ist ein besonderes Privileg"
© ORF/Roman Zach-Kiesling Feldmarschall Khevenhüller, einer der wichtigsten Berater der Kaiserin (Franz Weichenberger)
Feldmarschall Khevenhüller, einer der wichtigsten Berater der Kaiserin (Franz Weichenberger)
"Über die große Kaiserin einen Film drehen zu dürfen, ist eine besondere Herausforderung für jeden Regisseur - die einzige Frau auf Habsburgs Thron, die Ehefrau, Mutter und Freundin zum Thema eines Films zu machen, ist darüber hinaus ein besonderes Privileg für mich", betont Regisseurin und Autorin Monika Czernin.

"Der Film, den ich im Sinne hatte, sollte deshalb nicht nur der Ausnahmepersönlichkeit, sondern immer auch der Frau in Regierungsverantwortung auf den Grund gehen, ihrem politischen Instinkt, ihrer spezifischen Intelligenz, ihrer Stärke und ihrem Willen zur Macht. Und zwar zu jenem Zeitpunkt, als sie ihre Herrschaft nach den Erbfolgekriegen konsolidiert hatte und nun mit zwei Mitteln der Politik - der Diplomatie und der Heiratspolitik - die Landkarte Europas zu verändern begann."

Ernst Gossner (szenische Regie): "Einfach toll, die Drassl!"
"Die Drassl als junge Maria Theresia bei den Dreharbeiten zu beobachten war bezaubernd und leicht. Als sie aber in die Rolle der alten und wehmütig-trauernden Maria Theresia schlüpfte, glaubte ich im ersten Moment, die Kaiserin selbst vor mir zu sehen. Nur eine so vielschichtige Schauspielerin wie Gerti Drassl kann diesen Spagat von alt zu jung, von leicht bis schwermütig so glaubhaft und gleichzeitig emotional darstellen. Einfach toll, die Drassl!", zeigt sich Regisseur Ernst Gossner von der Zusammenarbeit mit Gerti Drassl begeistert.

Doppelgemälde von Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II., Bezirksmuseum Wien © ORF/Roman Zach-Kiesling Doppelgemälde von Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II., Bezirksmuseum Wien
Gerti Drassl verkörpert die Kaiserin in allen Phasen des Erwachsenenalters perfekt. © ORF/Roman Zach-Kiesling Gerti Drassl verkörpert die Kaiserin in allen Phasen des Erwachsenenalters perfekt.

Gerti Drassl: "Ich bin davon überzeugt, dass man von Maria Theresia viel lernen kann"
Für Schauspielerin Gerti Drassl "ist Maria Theresia eine unglaublich faszinierende Frau. Ich habe mich sehr auf diese Rolle gefreut, weil man in der Produktion sehr viel Interessantes über die Kaiserin erfährt. Besonders den neuen Zugang zu Maria Theresia anhand aktueller Brieffunde fand ich unglaublich spannend", so Drassl. Und weiter: "Mich hat sehr beeindruckt, wie verinnerlicht, wie sensibel diese Staatsfrau in ihren Briefen geschrieben hat. Es gibt viele spannende Aspekte in ihrem Leben, etwa wie sie sich als Frau - als Mutter, Ehefrau und Regentin - durchsetzen musste. Hauptanliegen des Films ist es, dass die Menschen ein persönliches Bild von Maria Theresia bekommen. Ich bin davon überzeugt, dass man von Maria Theresia viel lernen kann", so die gebürtige Südtirolerin.

Sendedaten
Donnerstag, 10. Mai 2018
um 8.55 Uhr
Dolby Digital 5.1, 16:9, Videotext-UT
Credits
Spieldokumentation von Monika Czernin und Ernst Gossner, Österreich 2017
Thementag
Adel verpfllichtet
Donnerstag, 10. Mai 2018
ab 5.55 Uhr