© ORF/RANfilm/Richard Mayr
Video online ab 19.3.2018, 20.15 Uhr Video online ab 19.3.2018, 20.15 Uhr
Auf den saftigen Weiden der Weststeiermark wachsen die Pferde gesund auf!
Weiße Pferde, blaue Reben
In der Heimat der Lipizzaner und des Schilchers
In der Weststeiermark werden die weltberühmten Lipizzaner gezüchtet und ein einzigartiger Wein aus der blauen Wildbacherrebe kultiviert, der Schilcher. Doch lässt sich hier auch Unbekanntes entdecken.
Weitläufige Almen, unberührte Flusslandschaften, liebliche Weinhänge und Winzerhäuser - das ist die Weststeiermark. Der Ruß des Kohlebergbaus ist Geschichte. Heute sind es die weißen Lipizzaner und die blaue Wildbacherrebe, die das Land bunt und ungestüm lebensfroh machen.

Über die Jahrhunderte war die Weststeiermark geprägt vom Kohlebergbau. Mit seiner Hilfe konnten die Krisenjahre nach den beiden großen Weltkriegen bewältigt werden. Das Kohlerevier rund um Köflach ist weitgehend ausgeschöpft, 2006 wurde das Bergwerk stillgelegt, ebenso das Kohlekraftwerk im benachbarten Voitsberg, hier fand im Jahr 1990 der Untertagebau ein Ende. Im Tagbau wurde 2004 die letzte Braunkohle gefördert, heute erinnert ein Museum in Rosental an die stolze Geschichte der Knappen.

Bei den neugeborenen Fohlen ist noch nichts vom späteren weißen Fell zu sehen! © ORF/RANfilm/Richard Mayr Bei den neugeborenen Fohlen ist noch nichts vom späteren weißen Fell zu sehen!
Auf den weitläufigen Almen haben die Lipizzaner-Herden genau Auslauf! © ORF/RANfilm/Richard Mayr Auf den weitläufigen Almen haben die Lipizzaner-Herden genau Auslauf!
Damit solche Kunststücke gelingen bedarf es jahrelangen Trainings! © ORF/Spanische Hofreitschule/Stefan Seiberl Damit solche Kunststücke gelingen bedarf es jahrelangen Trainings!

Der Tourismus ist heute der bedeutendste Wirtschaftszweig im Land, und seine wichtigsten Aushängeschilder sind die weißen Pferde im Gestüt Piber, die Lipizzaner. In Piber werden die weltberühmten Tiere für die "Spanische Hofreitschule" in Wien gezüchtet, aufgezogen und trainiert. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1920 wurde die Zucht der Lipizzaner vom slowenischen Gestüt Lipizza über Laxenburg hierher verlegt.

Bei einer alljährlichen Muttertagsgala werden die Stuten mit ihrem Nachwuchs, dessen Fell noch vier bis zehn Jahre braun gefärbt ist, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Im Sommer beziehen die Hengste vom Gestüt Piber ihr Sommerquartier auf der Stubalm in 1700 Metern Seehöhe, hier erlangen sie die notwendige Trittsicherheit, Ausdauer und Abhärtung. Im Alter von drei bis vier Jahren kommen die besten Hengste schließlich in die Spanische Hofreitschule nach Wien.

Bei der täglichen Morgenarbeit werden die Tiere systematisch trainiert. Seit über 450 Jahren wird hier die klassische Reitkunst in der Renaissancetradition der "Hohen Schule" gepflegt. Die Reitkunst, die hier Tag für Tag trainiert wird, zählt zum immateriellen UNESCO Kulturerbe der Menschheit.

Die Reihen der weststeirischen  Weingärten schmücken am Anfang Rosenstöcke.... © ORF/RANfilm/Richard Mayr Die Reihen der weststeirischen Weingärten schmücken am Anfang Rosenstöcke....
...im Herbst zeigt sich dann die typische Verfärbung des Weinlaubes... © ORF/RANfilm/Richard Mayr ...im Herbst zeigt sich dann die typische Verfärbung des Weinlaubes...
...bis die Weingärten in einen winterlichen Tiefschlaf verfallen - erst an schönen Februartagen beginnt der Rückschnitt. © ORF/RANfilm/Richard Mayr ...bis die Weingärten in einen winterlichen Tiefschlaf verfallen - erst an schönen Februartagen beginnt der Rückschnitt.

Und daneben steht der Schilcher, jener unverwechselbare Roséwein, der aus der Blauen Wildbachertraube gewonnen wird. Es war der steirische Prinz, Erzherzog Johann, der diese Reben in großem Stil anbauen ließ. Nur im Schilcherland von Ligist über Stainz bis nach Eibiswald findet die Rebsorte die besten Böden und das passende Klima.

Erzherzog Johann erwarb 1840 Schloss Stainz, zehn Jahre später wurde er zum ersten Bürgermeister der Marktgemeinde gewählt. Damit war - einmalig in Österreich - ein Mitglied des Kaiserhauses Bürgermeister eines Marktes.

Der Erzherzog ermutigte die Landwirte rund um Stainz, die Blaue Wildbachertraube in großem Stile anzubauen, und machte damit den Schilcherwein in der Weststeiermark wieder salonfähig. Denn das war nicht immer so: Als Papst Pius VI. 1782 auf der Anreise zum kaiserlichen Hof in Wien Station in Maria Lankowitz machte, bekam er zum Abendessen Schilcher serviert. In seinem Tagebuch vermerkte er: "Sie haben uns einen rosaroten Essig vorgesetzt, den sie Schilcher nannten."

Der Nimbus von Minderwertigkeit, der dem Schilcher anhaftete, ist längst Vergangenheit. Heute wird er als edler Tropfen geschätzt. Damit der Wein seine charakteristische Farbe erhält, müssen die Trauben innerhalb von acht Stunden nach der Lese gepresst werden.

Aus der blauen Wildbachertraube (hier auf einem Weinberg vor Burg Deutschlandsberg) ... © ORF/RANfilm/Richard Mayr Aus der blauen Wildbachertraube (hier auf einem Weinberg vor Burg Deutschlandsberg) ...
...wird später der Schilcher-Wein mit seiner einzigartigen Farbe und dem außergewöhnlichen Aroma. © ORF/RANfilm/Richard Mayr ...wird später der Schilcher-Wein mit seiner einzigartigen Farbe und dem außergewöhnlichen Aroma.

Der Film zeigt den Arbeitsalltag im Gestüt Piber im Laufe eines Jahres. Von der Aufzucht der Fohlen über den Almsommer der Jungtiere, wo sie Trittsicherheit und Ausdauer erlangen, bis hin zum majestätischen Einsatz der Pferde in der "Spanischen Hofreitschule" in Wien.
Zudem erzählt er von den Winzern des Landes, die alljährlich Schilcher produzieren und dabei neue, ungeahnt kreative Wege gehen.
Wir lernen darüber hinaus eine unglaublich reichhaltige Landschaft kennen und gewinnen spannende Einblicke in die Frühgeschichte eines Landes, das heute kulturell gleichwohl fortschrittlich wie traditionsbewusst ist.

Sendedaten
Erstausstrahlung!

Montag, 19. März 2018
um 20.15 Uhr
Wiederholung:
Dienstag, 20. März 2018
um 17.45 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Dokumentation von Alfred Ninaus und Fritz Aigner, Österreich 2018
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Montag, 19. März 2018
um 21.00 Uhr
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