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Video online ab 20.3.2018, 6.00 UhrVideo online ab 20.3.2018, 6.00 Uhr
Tonnen an durchaus noch essbarem Obst und Gemüse landen in den Biotonnen!
Zu viel des Guten
Essen für den Müll
Wenn Lebensmittel auf den Mist gekippt werden, dann angeblich nur, weil dies zum Wohle des Konsumenten ist. Was die Lebensmittelindustrie jedoch gern verschweigt: eine bestimmte Menge an Überschuss wird bereits in der Produktion eingerechnet.
Daher ist es durchaus üblich, dass gut ein Drittel des produzierten Obsts und Gemüse nie den Konsumenten erreicht. Ist eine Frucht zu groß, zu dünn oder gar unförmig, wird sie von Maschinen aussortiert. Handelsklassen und der Druck der Handelsketten auf die Hersteller soll dabei eine große Rolle spielen.

Brot vom Vorabend auf dem Weg in die Biogasanlage! © ORF Brot vom Vorabend auf dem Weg in die Biogasanlage!
Riesige Mengen Kartoffeln werden auf dem Mistplatz vernichtet - sie haben nicht den Vorgaben des Handels entsprochen! © ORF Riesige Mengen Kartoffeln werden auf dem Mistplatz vernichtet - sie haben nicht den Vorgaben des Handels entsprochen!

Daher ist es bis heute so, dass nur etwa 10 Prozent bei den Ärmsten landen, der Großteil des Überschusses wird niemals verzehrt. 756.000 Tonnen sind es jährlich in Österreich, haben Experten für den aktuellen "Mutter-Erde"-Lagebericht errechnet. Etwa zwei Drittel davon wären durch einen sorgsameren Umgang vermeidbar, so das Fazit der Autoren.

Sowohl ethische als auch ökologische Aspekte
© ORF Jedes dritte Schwein landet im Müll, nicht in der Küche!
Jedes dritte Schwein landet im Müll, nicht in der Küche!
Abfälle in der Fleischproduktion sind das größte Tabu der Lebensmittelindustrie, weil in diesem Fall mit Lebewesen kalkuliert und spekuliert wird. 18,7 Prozent der Mastschweine etwa sterben schon während der Aufzucht. Die Produzenten stehen unter großem Konkurrenzdruck und müssen das Fleisch billig abgeben. Und weil es so billig ist, wird viel weggeworfen: Nicht nur vom Endverbraucher, sondern auch in Kantinen und in der Gastronomie. Deutsche Schätzungen gehen davon aus, dass nur zwei von drei Schweinen je vom Menschen gegessen werden. Der Rest lande im Container. Für Österreich gibt es keine detaillierten Zahlen. Aber laut einer Studie der UNO landet fast ein Viertel des gesamten in Europa produzierten Fleisches im Müll.

Neben den ethischen Aspekten sind auch die ökologischen Folgen zu bedenken, denn die Produktion von Lebensmitteln erfordert den Einsatz von Düngemittel, landwirtschaftliche Flächen, Wasser und Energie. Daher warnen Experten: Würden alle Menschen so leben wie wir, dann bräuchten wir drei Erden.

Sendedaten
Dienstag, 20. März 2018
um 12.10 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Reportage von Ed Moschitz, Österreich 2016
Weggeworfene Lebensmittel
Wir Verschwender
Die Lebensmittelverschwendung verursacht nach Einschätzung der Vereinten Nationen 3,3 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. Ein Drittel des Ackerlandes werde unnötig genutzt.
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Wastecooking - Kochen statt Verschwenden
Autor und Koch David Groß nahm 2014 das EU-"Jahr gegen Lebensmittelverschwendung" zum Anlass, um durch fünf europäische Länder zu reisen und sich nur von dem zu ernähren, was andere wegwerfen. Mit großem Wissenshunger und einer kräftigen Prise Humor begegnet er im Dokumentarfilm von Georg Misch Menschen, die subversiv und kreativ gegen die Wegwerfgesellschaft ankochen. Ein Selbstversuch mit Biss, der unseren Konsum- und Lebensstil hinterfragt.