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Erick Deshors (Pierre Curie) und Elisabeth Duda (Marie Curie) - Spielszene
Erick Deshors (Pierre Curie) und Elisabeth Duda (Marie Curie) - Spielszene
Marie Curie: Ein Leben für den Fortschritt
anlässlich des 150. Geburtstages am 7. November 2017
Sie war Pionierin auf vielen Ebenen und ist Vorbild bis heute: Marie Curie. Die polnische Wissenschafterin hat die Existenz von zwei chemischen Elementen bewiesen und als erste Frau den Nobelpreis erhalten. Ihrem unbeirrbaren Einsatz im Ersten Weltkrieg verdankten Tausende Soldaten ihr Leben. "Universum History" zeichnet mit Krzysztof Rogulskis Dokumentation "Marie Curie: Ein Leben für den Fortschritt" (deutsche Bearbeitung: Caroline Haidacher) den einzigartigen Lebensweg der weltberühmten Naturwissenschafterin nach.
Wissbegierig, kämpferisch, mutig und hartnäckig: Marie Sklodowska Curie war nicht nur in der Wissenschaft eine Wegbereiterin. Aufgewachsen im von Russland besetzen Polen, studierte Curie an einer illegalen Universität in Warschau. Jahre danach wurde sie als erste Frau an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Pariser Sorbonne aufgenommen. Dort erkämpfte sie die Finanzierung von Forschungsprojekten und den Zugang zu Labors.

Bis heute als einzige Frau mit zwei Nobelpreisen ausgezeichnet
© ORF/FilmAndPicture.com Marie und Pierre Curie in ihrem Laboratorium
Marie und Pierre Curie in ihrem Laboratorium
Gemeinsam mit ihrem Mann Pierre Curie verwirklichte sie ihre große wissenschaftliche Vision: die Isolierung des radioaktiven Elements Radium. Dafür wurde ihr 1903 als erster Frau der Nobelpreis in Physik verliehen. Acht Jahre später folgte der zweite Nobelpreis - diesmal im Fach Chemie. Bis heute ist sie damit die einzige Frau, die zwei Nobelpreise bekommen hat. Marie Curies Erfolg beschert ihr aber auch Feinde: Als sie sich für die Mitgliedschaft in der Französischen Akademie der Wissenschaften bewirbt, tritt die Presse eine Schmutzkübelkampagne gegen sie los. Die Vorstellung, dass eine Frau in Liga eins der Wissenschaften vertreten ist, löst in konservativen Kreisen Angst und Schrecken aus. Um den Anfeindungen zu entgehen, muss sich Curie mit ihren zwei Kindern bei einer befreundeten Wissenschafterin verstecken. Ihre beiden Töchter musste sie nach dem frühen Unfalltod ihres Mannes Pierre im Jahr 1906 alleine großziehen.

Rollende Labors retten Leben
© ORF/FilmAndPicture.com Marie Curie mit ihren Kindern Eve und Irene
Marie Curie mit ihren Kindern Eve und Irene
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs bekommen Marie Curies Forschungen zur Radioaktivität jedoch eine neue Bedeutung - denn an der Front mangelt es an medizinischer Versorgung. Die Physikerin lässt Krankenwagen in mobile Röntgenstationen umbauen und fährt damit selbst zu den Feldlazaretten. Die rollenden Labors, die von den französischen Soldaten "Kleine Curies" genannt werden, machen es möglich, fast eine Million Soldaten zu röntgen und in weiterer Folge auch zu behandeln.

Bis zu ihrem Tod 1934 im Alter von 66 Jahren widmet sich Curie mit Leib und Seele der Wissenschaft und der friedlichen Nutzung von Radioaktivität. Sie setzt sich für die wissenschaftliche Bildung von Frauen ein und ist dem Denken ihrer Zeit weit voraus. Bis heute dient sie Wissenschafter/innen in aller Welt als Vorbild.

Die Dokumentation "Marie Curie: Ein Leben für den Fortschritt" zeichnet die Biografie der gebürtigen Polin detailgetreu nach. Von ihrer Jugend in Polen über ihre bahnbrechenden Forschungen in Paris bis hin zu ihrem selbstlosen Einsatz im Ersten Weltkrieg. Das Insiderwissen von Marie Curies Enkelin Hélène Langevin-Curie bietet darüber hinaus weitere einzigartige Einblicke in das Leben der couragierten Forscherin.

Sendedaten
Sonntag, 5. November 2017
um 10.15 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Dokumentation von Krzysztof Rogulski und Urszula Lesiak
Deutsche Bearbeitung: Caroline Haidacher, Österreich 2014

Mit Elisabeth Duda (Marie Curie) und Erick Deshors (Pierre Curie)
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