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Video online ab 11.10.2017, 21.05 UhrVideo online ab 11.10.2017, 21.05 Uhr
Optische Täuschung: Eigentlich sind die grünen Punkte gleich groß!
Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Die moderne Forschung zeigt: Unsere Beobachtung verändert das, was wir sehen. In den Experimenten der Quantenphysik entsteht Realität erst durch Messung. Zudem sind Teilchen über große Distanz auf unvorstellbare Art verbunden. Und auch das menschliche Gehirn kann nicht nur die Wahrnehmung der Realität, sondern auch die Realität selbst beeinflussen. Kurt Langbein begibt sich auf eine Entdeckungsreise zu den von Neurobiologie und Quantenphysik gefundenen Mechanismen, die unser Weltbild zunehmend in Frage stellen - aber auch neue Möglichkeiten offerieren: Unser Selbst nimmt Einfluss auf unsere Zukunft.
Auf der Suche nach dem Wesen der Wirklichkeit begegnet Kurt Langbein unter anderem dem Placeboforscher Fabrizio Benedetti, der auf dem Matterhorn mit Experimenten beweist, dass auf 3.500 Metern leere Sauerstoffmasken alleine durch die Information, jetzt reinen Sauerstoff zu atmen, bei Testpersonen genauso leistungssteigernd wirken wie echter Sauerstoff.

Wenn man am Rücken genau das spürt, was die eigene Hand vorne macht, konstruiert das Gehirn eine Spukgestalt. © ORF/Langbein & Partner Phantomhand
10 Minuten altes Baby imitiert Vater. © ORF/Langbein & Partner Nachahmung
Mit Computern können wir die Realität beliebig formen. © ORF/Langbein & Partner Virtuelle Realität

Der Quantenphysiker Lukas Mairhofer wiederum löst Moleküle aus lebenden Zellen mit 800 Atomen in Wellen auf und zeigt, dass sie gleichzeitig an zwei Orten sein und dieselben Eigenschaften annehmen können. Wenn wir sie aber messen, verschwindet der Spuk.
Das Paartherapeutenpaar Hans und Ute Giffey weiß indessen nach 30 Jahren Ehe: "Es gibt immer zwei Wirklichkeiten. Und es ist nur die Kunst, die Wirklichkeit des anderen zu erfühlen oder zu begreifen. Und dann ist es kein Konfliktpotenzial mehr, dann sind es einfach zwei Wirklichkeiten, die nebeneinander existieren dürfen und müssen sogar, weil nur so wachsen wir im Endeffekt und erweitern unsere Verbindung und unser Verständnis füreinander".
Und die Forscherin Laurie McCubbin führt zu den Schauplätzen der berühmten Resilienzstudie auf Hawaii und zeigt, dass die innere Haltung von Menschen Materie zum Positiven verändern kann.

Das Fazit des Psychoneuroimmunologen Joachim Bauer dazu: "Vor 30 Jahren galt das Paradigma, dass unsere Gene den Körper wie eine determinierte Maschine steuern. Jetzt wissen wir, dass soziale Einflüsse und andere Umweltfaktoren auf den Körper so einwirken und die Aktivität der Gene beeinflussen. Die gemeinsame Wirklichkeit, die vor 30 Jahren innerhalb der Wissenschaft galt, können wir heute so einfach nicht mehr glauben. Weil wir neue Erkenntnisse haben, die unsere Wirklichkeitswahrnehmung auch in der Wissenschaft total verändern."

Sendedaten
Mittwoch, 11. Oktober 2017
um 21.05 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Dokumentation von Kurt Langbein, Österreich 2016
Info
Die Psychoneuroimmunologie (PNI) oder Psychoimmunologie ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit der Wechselwirkung der Psyche, des Nervensystems und des Immunsystems beschäftigt. Ein Nachbargebiet ist die Psychoneuroendokrinologie, das außerdem die Wechselwirkungen des Hormonsystems mit einbezieht.
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