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Video verfügbar am 2. August 2017 ab 6.00 Uhr Video verfügbar am 2. August 2017 ab 6.00 Uhr
Jahrzehntelang herrschte in China die Ein-Kind-Politik
Staatsziel Abtreibung
Chinas mörderische Familienpolitik
30.000 Abtreibungen pro Tag: China hält den traurigen Weltrekord. Die Kommunistische Partei hat zwar 2015 das Ende ihrer jahrzehntelangen, umstrittenen Ein-Kind-Politik bekannt gegeben, aber es gibt weiterhin ein menschenverachtendes Kontrollsystem.
© Orientexpress 2016 Sie muss unerkannt bleiben: Die Frau brachte im Verborgenen ihr Kind zur Welt und versteckt es.
Sie muss unerkannt bleiben: Die Frau brachte im Verborgenen ihr Kind zur Welt und versteckt es.

Die Volksrepublik China ist eine wirtschaftliche Großmacht, und mit knapp 1,4 Milliarden Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat der Erde.
Doch für den wirtschaftlichen Erfolg des Landes zahlen die Menschen einen hohen Preis: Die Anzahl der Kinder pro Familie wird streng geregelt und Frauen, die ihre Kinder ohne staatliche Genehmigung zur Welt bringen, begehen eine Straftat.

Menschenrechte gelten nichts im Kampf gegen Überbevölkerung
Die Ein-Kind-Politik wurde zwar gelockert, doch die Zahl der Abtreibungen bleibt extrem hoch. Die Gründe liegen in der fehlenden Sexualerziehung und in der rigiden Gesetzeslage. So wird eine Schwangerschaft bei unter 20jährigen oder bei unverheirateten Frauen nicht geduldet und führt zu staatlich verordneten Zwangsabtreibungen und Zwangssterilisationen. Aber auch beim Wunsch nach einem dritten Kind schaltet sich die staatliche Familienplanungsagentur ein. Und zu den hohen Geldstrafen kommt auch soziale Ausgrenzung hinzu.

Eingang zu einem Operationssaal in einer chinesischen Klinik. Mit 30.000 Abtreibungen pro Tag hält China den traurigen Weltrekord. © Orientexpress 2016 Eingang zu einem Operationssaal in einer chinesischen Klinik. Mit 30.000 Abtreibungen pro Tag hält China den traurigen Weltrekord.
Liao und Xia leben auf dem Land und haben zwei Kinder. In einer Nacht und Nebelaktion wurde Xia abgeholt und zwangssterilisiert.  © Orientexpress 2016 Liao und Xia leben auf dem Land und haben zwei Kinder. In einer Nacht und Nebelaktion wurde Xia abgeholt und zwangssterilisiert.
Ein Mitarbeiter der Familienplanungsagentur erklärt den Eltern des kleinen Yu, was zu tun ist, damit der Junge ein guter Schüler wird. © Orientexpress 2016 Ein Mitarbeiter der Familienplanungsagentur erklärt den Eltern des kleinen Yu, was zu tun ist, damit der Junge ein guter Schüler wird.

Frauen, die Mütter sein wollen und nicht dürfen
Die Autorin Marjolaine Grappe dokumentiert in ihrem Film, was Eltern und vor allem Mütter in China durchmachen. Sie zeigt, wie mutige Frauen versuchen, Widerstand gegen die staatliche Geburtenkontrolle zu leisten. Zu Wort kommt auch ein ehemaliger Beamter des Familienplanungsministeriums, der erklärt, wie die staatlichen Kontrollsysteme funktionieren und eine Rechtsanwältin, die sich für Frauen und deren Kampf gegen Zwangabtreibungen und –sterilisationen engagiert.

Sendedaten
Staatsziel Abtreibung

Mittwoch, 02. August 2017, 21.00 Uhr

Erstausstrahlung
Film von Marjolaine Grappe
Das Ideal
© Orientexpress 2016LupeChina wirbt mit Werbetafeln, auf deneneine "glückliche Familie" abgebildet ist, für die so genannte "Xiaokang-Gesellschaft" - die "harmonische, wohlhabende Mittelschicht".
Männerüberschuss
© zdf Ludger NueschenVideoChinas einsame Söhne
Link
Liebe im Reich der Mitte. Chinas Frauen im Aufbruch.

Arte Dokumentation vom 17. Juli 2017
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