Nathalie Rans bei der Untersuchung eines Kindes in einer Ambulanzstation der deutschen Hilfsorganisation German Doctors in Kalkutta. Kann sie helfen?
Nathalie Rans bei der Untersuchung eines Kindes in einer Ambulanzstation der deutschen Hilfsorganisation German Doctors in Kalkutta. Kann sie helfen?
Urlaub im Slum
Eine deutsche Kinderärztin in Indien
Dr. Rans arbeitet als Kinderärztin in einer großen Bonner Klinik. Trotz ihrer fordernden Arbeit hat sie sich entschieden, in Kalkutta als freiwillige Ärztin zu arbeiten.
Das bedeutet, fast den gesamten Jahresurlaub unter schwierigen Bedingungen in den Armenvierteln Indiens zu verbringen. Im April 2017 reist sie von Bonn nach Kalkutta. Der Arbeitsplatz ist eine Tuberkuloseklinik für Frauen und Kinder in einem Armenviertel.

Es ist ein Kampf um das Leben der Patienten, oft gegen megaresistente Keime. Der deutschen Ärztin offenbaren sich besorgniserregende neue Entwicklungen in Bezug auf die Heilungsaussichten für ihre Patienten: Eine neue Form von Resistenzen - sogenannte Megaresistenzen in Menschen - machen die traditionellen Behandlungen wirkungslos.

Dr. Rans und ihre Kollegen kennen die Probleme der Krankenhauskeime in Europa und Nordamerika, man hat sich inzwischen in deutschen Krankenhäusern so gut es geht auf die Herausforderungen eingestellt. Doch was sie in Indien erleben, ist eine völlig neue Dimension. Die Folge: eine rapide Ausbreitung epidemischer Krankheitsbilder wie beispielsweise Tuberkulose. Patienten sterben an einfachen Erkrankungen, an Virus- und Wundinfektionen oder an einer Erkältung.

Was Resistenzen bedeuten, wie groß das Ausmaß der Problematik tatsächlich ist, sieht man mit Dr. Rans in den Ambulanzen und Kliniken Kalkuttas. Ein medizinisches Szenario, das an die Zeit vor der Entdeckung der Antibiotika erinnert. Dr. Rans bemüht sich, nach Antworten zu suchen - wie man sich schützt, wie man dagegen vorgehen kann.

Nach sechs Wochen kehrt die Ärztin wieder nach Deutschland zurück - in eine Gesellschaft weit weg vom Elend und Leid, das sie in Kalkutta erlebt hat. Was bedeutet die Erfahrung für sie?

"37°" zeigt das Engagement einer Frau, die in Zeiten von Ängsten und Engstirnigkeit über die Grenzen des eigenen Landes schaut, um Menschen zu helfen. Dabei macht sie Erfahrungen, die sie verändern werden.

Sendedaten
Montag, 12. Juni 2017, 0.20 Uhr
Information zur Sendung
Länge: 30 Minuten
Dokumentationsreihe, Deutschland
ZDFmediathek
Film von Daniel Harrich
(Erstsendung: 30.05.2017)