© ORF/Karajan Archiv/Siegfried Lauterwasser
Video online ab 7.4.2018, 6.00 UhrVideo online ab 7.4.2018, 6.00 Uhr
Karajan führte "seine" Musiker mit Präzision
Karajan in Salzburg - Der Meister und seine Spiele
anlässlich des 110. Geburtstages am 5. April 2018
Herbert von Karajan war einer der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Die "Osterfestspiele Salzburg", die 2017 ihr 50-jähriges Jubiläum feierten, sind sein künstlerisches Vermächtnis.
Der Maestro, ein äußerst disziplinierter Workaholic, hat seine Heimatstadt nicht nur musikalisch nachhaltig geprägt. Seine Vorliebe für die große Inszenierung zeigte sich auch abseits der Bühne, als Jetset-Liebling brachte er den Glamour in die hohe Kunst.

Herbert von Karajan, der ultimative Maestro, Liebling der Gazetten und Illustrierten, als Pilot, Sportwagen- und Segelbooteigner bekanntes Jet-Set-Mitglied der 1960er und 1970er Jahre mit Wohnsitzen in St. Moritz, St. Tropez und Salzburg war bei aller Prominenz primär ein einsamer Workaholic. Äußerste Präzision als Dirigent, Bühnen- und Filmregisseur mit einem besonderen Hang zu technischer Innovation und Brillanz machten ihn zu einem Ausnahmekünstler. Karajan hat als Dirigent etwa 700 Werke von rund 130 Komponisten eingespielt, weltweit wurden an die 300 Millionen Tonträger mit seinem Namen verkauft. Sein musikalisches Erbe wird heute vom Eliette und Herbert von Karajan Institut in Salzburg gepflegt.

Die Festspielgasse in Salzburg © ORF/Moonlake Entertainment Die Festspielgasse in Salzburg
Das große Festspielhaus © ORF/Moonlake Entertainment Das große Festspielhaus
Die Festspiel-Werkstätte - hier entstanden und entstehen die Bühnenbilder © ORF/Moonlake Entertainment Die Festspiel-Werkstätte - hier entstanden und entstehen die Bühnenbilder

Das künstlerische Vermächtnis Karajans klingt bei den alljährlichen "Osterfestspielen Salzburg" nach, bei denen man heuer das 50-jährige Bestehen feiert - ein würdiger Anlass für Hannes M. Schalles filmische Entdeckungsreise. In seiner Dokumentation führt er das Publikum in das multimediale "Universum Karajan". Dreh- und Angelpunkt ist seine legendäre Produktion der "Walküre" bei den ersten Osterfestspielen 1967. Warum holte Karajan Wagners Werk nach Salzburg, wo doch Mozart als Genius Loci regiert? Und das auch noch mit den Berliner Philharmonikern? Ausgerechnet zu Ostern? Doch Karajan schaffte die selbstgestellte Mammutaufgabe mit Bravour: sein eigenes Festival zu gründen und es praktisch im Alleingang zu finanzieren. Gemeinsam mit Günther Schneider-Siemssen - DEM Star unter den Bühnenbildnern - brachte er Produktionen von Weltrang auf die Bühne und exportierte diese danach in die renommiertesten Opernhäuser der Welt.

Nichts dem Zufall überlassen
© ORF/Moonlake Entertainment Karajan bei einem Spaziergang (Reenactment)
Karajan bei einem Spaziergang (Reenactment)
Karajans Arbeitsstil war unvergleichlich und zeigte sich vor allem in der Kooperation mit anderen Künstlern. Nichts wurde dem Zufall überlassen, aber gerne der Kreativität des gesamten Teams. Er war Herr über Raum und Zeit, über Klang und Tempi, und kein Orchestergraben der Welt verwehrte ihm die Sicht auf die Bühne - die Sänger und Sängerinnen mussten richtig stehen und sich bewegen. Das Publikum sollte alles sehen und vor allem hören können.

Auch knapp 30 Jahre nach seinem Tod ist Herbert von Karajan in Salzburg allgegenwärtig, nicht nur als Statuette vor seinem Geburtshaus. Vor allem sein ehemaliger Assistent Christian Thielemann, heute selbst ein Maestro von Weltruf, führt Karajans Werk in Salzburg fort. 2017 leitet er die Rekreation der 1967er-Produktion der "Walküre" musikalisch. Thielemann ist seit 2013 Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele und die Sächsische Staatskapelle Dresden das Residenzorchester des Festivals.

Senta Berger, 2017 mit einem Grimmepreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, führt als Kommentarsprecherin mit ihrer markanten Stimme durch die Dokumentation. Hannes M. Schalle bietet in seinem Film Einblicke in Herbert von Karajans Arbeit und sein Privatleben, zeigt seine Natur- und Technikverliebtheit, und bringt exklusive Interviews mit Freunden und musikalischen Weggefährten, darunter Goetz Teutsch (langjähriger erster Cellist der Berliner Philharmoniker), Peter Ruzicka (Intendant der Osterfestspiele, Komponist & Dirigent), Maestro Christian Thielemann, Matthias Röder (Geschäftsführer des Karajan Institutes) und Herbert Kloiber (Medienunternehmer, langjähriger Mitarbeiter und Wegbegleiter Karajans und dessen Patensohn).

Sendedaten
Samstag, 7. April 2018
um 12.05 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Dokumentation von Hannes M. Schalle, Österreich 2017
Mehr Karajan
Zum 110. Geburtstag

Samstag, 7. April 2018

11.15 Uhr: Karajan privat

20.15 Uhr: Filmstar Karajan

21.05 Uhr: Yehudi Menuhin & Herbert von Karajan
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219

21.50 Uhr: Karajan dirigiert Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 3, Es-Dur, op. 55, "Eroica"

Sonntag, 8. April 2018

11.55 Uhr: Karajan dirigiert Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 5, c-Moll, op. 67, "Schicksalssymphonie"
3sat TV- und Kulturmagazin
© ORF/Karajan Archiv/Siegfried LauterwasserOhne ihn lief nichts
Artikel von Axel Brüggemann (April 2017)
Karajan
Karajan privat
Herbert von Karajan - das war nicht nur der Genius am Pult, das war auch ein Privatmensch, den kaum jemand wirklich kennen lernte. Die wenigen, die ihn jahrzehntelang begleitet haben, haben lange geschwiegen. In diesem Film reden sie erstmals ganz offen von einem Karajan, der die Öffentlichkeit posthum überraschen wird.
Karajan
Karajan dirigiert Ludwig van Beethoven
"Eroica" und "Schicksalsymphonie"
Links