© ORF/BBC/Anup Shah
Video online ab 6.12.2018, 6.00 UhrVideo online ab 6.12.2018, 6.00 Uhr
Diese beiden Zwergflamingos haben sich offenkundig schon gefunden!
Wenn Tiere sich verlieben
Wenn Tiere sich verlieben, erbringen sie die erstaunlichsten Höchstleistungen, um ihre Partner zu beeindrucken. Während das Weibchen meist Balz und Buhlen als Publikum genießen, bedeutet es für die männlichen Tiere eine Leistungsschau, bei der alles aufgeboten wird, was verfügbar ist - das lauteste Röhren, der bunteste Federschmuck, die grazilsten Tänze, die brutalsten Kämpfe. Ob Eisbären oder Eidechsen, Gorillas oder Paradiesvögel - sie alle bewegt im Frühling nur eines: die genetisch bedingte Sehnsucht nach einem paarungswilligen Artgenossen.
Beim Partner des Begehrens zu landen - dafür setzen Männchen und Weibchen in der Tierwelt alle Hebel in Bewegung. Dann ist keine Anstrengung zu groß und kein Trick zu ungewöhnlich. Oft sind es die Männchen, die spektakuläre Darbietungen zeigen, um die Gunst der Auserwählten zu erlangen.

© ORF/BBC/Barrie Britton Hier wird noch bei der großen Gruppenbalz der perfekte Gleichklang gesucht!
Hier wird noch bei der großen Gruppenbalz der perfekte Gleichklang gesucht!
Und so versuchen sie mit akrobatischen Tanzeinlagen zu punkten, mit ihrem virtuosen Gesang zu beeindrucken oder die Partnerin mit einer aufwendig dekorierten Behausung zu überzeugen. Was die Männchen bieten müssen, ist höchst unterschiedlich: So spielt der Geruch bei einigen Lemuren-Arten auf Madagaskar eine wesentliche Rolle. Die Männchen benutzen ein bestimmtes Sekret, um die Weibchen zu umgarnen. Die Duftproben verraten Gesundheitszustand und Funktionstüchtigkeit des Abwehrsystems der Männchen und entscheiden darüber, wer bei den Weibchen gute Karten hat.
Bei den Zwergflamingos hingegen spielt Symmetrie eine große Rolle: Geduldig suchen die Weibchen nach dem perfekten Gleichklang, der im Rahmen der synchronisierten Bewegungsmuster der Gruppenbalz dargeboten wird.

Auch die Damen ergreifen manchmal die Initiative
© ORF/BBC/Steven Kazlowski Diese Eisbärendame verfolgt ihren Angebeteten, bis er Interesse zeigt!
Diese Eisbärendame verfolgt ihren Angebeteten, bis er Interesse zeigt!
Selten aber doch leisten auch die Weibchen aktive Überzeugungsarbeit. Ihre Waffen sind zumeist ein wenig effektiver. Eine Eisbärin etwa geizt nicht mit ihren Reizen, wenn das Männchen nicht so ganz bei der Sache ist. Für Artgenossen unwiderstehlich räkelt sie sich im arktischen Schnee - und animiert jeden noch so müden Eisbären. Gorillaweibchen wiederum haben einen anderen Zugang: Wenn sie sich für ein bestimmtes Männchen entschieden haben, dieses aber kein Interesse zeigt, kommen Strategie und taktisches Verständnis zum Einsatz. Ihr Mittel: Ausgelassenes Flirten mit anderen Männchen. Meist führt dieses Verhalten zum gewünschten Erfolg - nämlich zum Umdenken beim Angebeteten. Eine Prise Eifersucht entfaltet also ihre Wirkung, wenn das zweisame Glück Startschwierigkeiten hat.

Das Liebesleben der Tiere kennt auch zahlreiche Beispiele monogamer Langzeitbeziehungen, gelegentlich verleiten aber gerade diese Verbindungen zu verbotenen Liebschaften. In einem Rudel arktischer Wölfe führt das oft zu Konflikten. Bei den thailändischen Gibbons ist das Gegenteil zu beobachten: Aufgrund der Polygamie weiß keines der Männchen, ob der Nachwuchs des Nachbarn nicht sein eigener ist. Die Folge sind weniger Übergriffe zwischen den Sippschaften. Dank der Seitensprünge der Gibbons scheint der Familienfrieden also gesichert.

Bei diesen Wölfen wird auch schon heftig geturtelt!  © ORF/BBC/Geslin Laurent Bei diesen Wölfen wird auch schon heftig geturtelt!
Lebenslang treu: die Tannenzapfenechsen! © ORF/BBC/Miles Barton Lebenslang treu: die Tannenzapfenechsen!
Und diese beiden Kattas kommen aus dem Kuscheln gar nicht raus! © ORF/BBC/Rosie Thomas Und diese beiden Kattas kommen aus dem Kuscheln gar nicht raus!

Lebenslange Treue - auch die hat das Tierreich zu bieten. Ein Beispiel hierfür sind die Tannenzapfenechsen: Ob tiefe Zuneigung oder pragmatische Zusammenarbeit die festen Bande sichert, ist für die Wissenschaft nach wie vor ein Geheimnis. Außergewöhnlich: Die Treue der in Australien vorkommenden Reptilien reicht sogar über den Tod hinaus. Stirbt einer der Partner, bleibt der andere noch tagelang an seiner Seite.

Sendedaten
Donnerstag, 6. Dezember 2018
um 15.30 Uhr
Wiederholung:
6./7. Dezember 2018, 4.40 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Eine Dokumentation von Mark Fletcher
Deutsche Bearbeitung: Doris Hochmayr, Österreich 2014
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Donnerstag, 6. Dezember 2018
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