Die Straße nach Afghanistan (Xinjiang).
Die Straße nach Afghanistan (Xinjiang).
Chinas Grenzen
Abenteuer vom Ussuri bis zum Hindukusch
Sechs Monate lang ist Ostasien-Korrespondent Johannes Hano durch Chinas entlegenste Grenzprovinzen gereist. 20.000 Kilometer hat er mit seinem Team dabei zurückgelegt, auf Landstraßen, Feldwegen, Sand- und Geröllpisten, und war an Orten, die noch nie ein Ausländer gesehen hat.
Sendedaten
Donnerstag, 7. Dezember 2017,
Teil 1: 13.20 Uhr
Teil 2: 14.05 Uhr
Info
Zweiteilige Reisereportage von
Asien-Korrespondent Johannes Hano
(Erstsendung: 4./6.1.2011)
Info
© ZDF, Johannes Hano Lupe Lachsfischer auf dem Usuri (Helongjiang)
Eine mehr als 22.000 Kilometer lange Grenze trennt China von seinen Nachbarn. Wüsten, Hochgebirge, Dschungel und Meere, politische Systeme und Kulturen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, umgeben das Land. Johannes Hano war zehntausende von Kilometern in China unterwegs und hat Bilder eingefangen, die das Reich der Mitte aus neuen Blickwinkeln zeigen.

1. Tiger, Schmuggler, Festungsinsel
© ZDF, Johannes Hano
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Grenzverkehr zwischen Nordkorea und China
Im fernen Nordosten wird wilder pazifischer Lachs gefischt, der dort durch den Fluss Ussuri in seine Laichgebiete in Russland zieht. Weiter südlich, immer noch an der russischen Grenze in der Region Jilin, versuchen chinesische Naturschützer, den Amur-Tiger vor dem Aussterben zu bewahren. Nur noch 20 Exemplare des exotischen Raubtieres leben in chinesischer Wildnis: Chinas Wirtschaftswachstum hat seinen Preis.

An der nordkoreanisch-chinesischen Grenze gelingt ein seltener Blick auf den Nachbarn. Alltagsszenen in der nordkoreanischen Stadt Hyesan. Tief in Chinas Süden gibt es eine kleine katholische Kirche in der Nähe Tibets, die während der Kulturrevolution nicht zerstört wurde.

Weiter geht es nach Taiwan, genauer auf die kleine Insel Kinmen, die nur drei Kilometer entfernt vom chinesischen Festland im Meer liegt. Kinmen ist die militärisch am stärksten befestigte Insel der Welt. Gut 20 Jahre führten China und Taiwan dort einen blutigen militärischen und einen Propagandakrieg über die Frage, was China ist und sein soll. Heute nähern sich beide Seiten an.
Interaktive Reiseroute
© ZDF, Johannes Hano Der erste Teil führt an Chinas Gren- zen zu Russland und Nordkorea ent- lang und weiter in Richtung Süden bis nach Myanmar - von eisiger Kälte in die subtropischen Wälder Südchinas.

2. Wüsten, Pässe, wilde Reiter
© ZDF, Johannes Hano
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Durch ein Gebirge aus Sand (Innere Mongolei)
Johannes Hano spricht mit Uiguren und Kirgisen, feiert Hochzeit mit Tadschiken, übernachtet bei Nomaden in der Inneren Mongolei und fragt sich schließlich, wie dieses Riesenreich mit seiner landschaftlichen, kulturellen und ethnischen Vielfältigkeit auf Dauer zusammenhalten soll.

"Das hat doch mit China alles gar nichts mehr zu tun hier", ist der erste Eindruck des Teams. Verschleierte Frauen, manche mit Burka, bärtige Männer, die Wasserpfeife rauchen, orientalische Basare, Kebab statt Reis mit Gemüse. In der Provinz Xinjiang, ganz im Westen Chinas, liegt der Duft des Orients in der Luft. Die Provinz Kashgar war lange für Journalisten gesperrt, besonders seit den blutigen Unruhen 2009.
Interaktive Reiseroute
© ZDF, Johannes Hano Im zweiten Teil geht es zu den entlegensten Orten des chinesischen Riesenreiches. Die Reise führt in den Westen Chinas, durch die uigurische Provinz Xinjiang bis an die pakistanische Grenze und hinauf in die Innere Mongolei.

Weiter geht es in den Hindukusch und zum höchsten Grenzübergang der Welt. Dort im Westen spürt das Team die Spannung, unter der das chinesische Imperium steht. Ohne staatliche Aufpasser dürfen sie sich entlang der Grenzen nicht bewegen.

Von Xinjiang geht es weiter in die Innere Mongolei, wo sich über Hunderte von Kilometern ein Gebirge aus Sand erstreckt. Dort befindet sich die höchste Düne der Welt, kleine Salzseen funkeln wie Diamanten im Sand.

Im Grasland der Inneren Mongolei lebt Maxim. Er ist halb Chinese, halb Russe. Seine Großeltern wohnten in den 1950er Jahren noch in Erdlöchern, er selbst hat gerade mitten im Nichts ein nagelneues Hotel eröffnet. In Zukunft hofft Maxim auf wohlhabende Touristen aus Peking und Schanghai. Wie viele junge Chinesen möchte er Teil von Chinas Modernisierungsprozess sein.
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