© ORF/Thomas Ramstorfer
Im Bild v. l.n.r.: Gerhard Tötschinger (2016 verstorben), Cornelius Obonya, Manuel Witting (stehend), Christiane Hörbiger, Elisabeth Orth, Maresa Hörbiger (sitzend)
Im Bild v. l.n.r.: Gerhard Tötschinger (2016 verstorben), Cornelius Obonya, Manuel Witting (stehend), Christiane Hörbiger, Elisabeth Orth, Maresa Hörbiger (sitzend)
Die Hörbigers - Eine Schauspieldynastie
Dreiteilige Dokumentationsreihe
Seit vielen Jahrzehnten bis in die Gegenwart prägt die Schauspielerfamilie Hörbiger die Film- und Theaterlandschaft im deutschen Sprachraum wie keine andere. Die Künstlerdynastie hat ihren Anfang im 19. Jahrhundert genommen und erlangte mit den Brüdern Paul und Atilla Hörbiger sowie dessen Ehefrau Paula Wessely, deren Töchtern Christiane und Maresa Hörbiger sowie Elisabeth Orth, und - last but not least - mit Cornelius Obonya, Mavie Hörbiger, Manuel Witting, Christian Tramitz oder Paul Sedlmeir Berühmtheit.
Christian Reichhold erzählt in drei je 50-minütigen Folgen die bewegte wie bewegende Geschichte der Familie und porträtiert die verschiedenen Generationen herausragender Künstlerinnen und Künstler.

Teil 1: Vergangen, nicht vergessen
© ORF/Kirch Media Paul Hörbigers Paraderolle in "Hallo Dienstmann"
Paul Hörbigers Paraderolle in "Hallo Dienstmann"
Ihre Gesichter zählen zu den bekanntesten der deutschsprachigen Theater- und Filmgeschichte: Paul Hörbiger, Paula Wessely und Attila Hörbiger. Im ersten Teil von Christian Reichholds Dokumentation erinnern sich ihre selbst berühmt gewordenen Nachkommen an die - aus heutiger Sicht nicht unumstrittenen - Publikumslieblinge: an Paul Hörbiger, der neben Klassikern wie "Hallo Dienstmann", "Hofrat Geiger" und "Der dritte Mann" in mehr als 300 weiteren, teilweise selten gezeigten Filmen zu sehen war; an Attila Hörbiger, der seinem älteren Bruder zunächst von Theater zu Theater folgte, bis er schließlich selbst Karriere machte und als Ehrenmitglied des Burgtheaters zu den bedeutendsten Bühnenkünstlern seiner Zeit gezählt wurde; und an Paula Wessely, die 1934 mit "Maskerade" beinahe eine Weltkarriere gemacht hätte.

© ORF Paula Wessely und Attila Hörbiger in "Fast ein Poet"
Paula Wessely und Attila Hörbiger in "Fast ein Poet"
Bisher unveröffentlichte Privataufnahmen geben Einblick in das Leben abseits der Bühne. In selten gezeigten Interviews blicken Paula Wessely und das ungleiche Brüderpaar Paul und Attila auf ihre Karrieren zurück. Neben Christian Tramitz ("Der Schuh des Manitu", "3faltig"), der von sehr persönlichen Erlebnissen mit seinem Großvater Paul Hörbiger erzählt, kommen außerdem die Autoren Gerhard Tötschinger und Georg Markus sowie André Heller und Paul Hörbigers Enkelin Mavie Hörbiger zu Wort.

Teil 2: Bewahrung des Feuers
© ORF/Pammer Film Die Familien-Villa in Grinzing
Die Familien-Villa in Grinzing
Chance und Bürde - beides birgt der große Name Hörbiger. Während Christiane und Maresa mit dem Namen leben und arbeiten, hat Elisabeth Orth den Mädchennamen ihrer Großmutter als Künstlernamen gewählt. Im zweiten Teil der Dokumentationsreihe erinnern sich die drei Töchter von Paula Wessely und Attila Hörbiger an ihre Kindheit in der "Hörbiger-Villa" in der Himmelstraße in Wien-Grinzing, die nach mehr als einem dreiviertel Jahrhundert im Familienbesitz 2015 verkauft wurde. Sie erzählen von ihren Anfängen als Schauspielerinnen. Der Start wurde ihnen nämlich alles andere als leicht gemacht: Elisabeth wollte zunächst Filmcutterin werden, für Christiane hatten die berühmten Eltern eine Laufbahn als Konditorin im Sinn, und Maresa tendierte zuerst zum Journalismus, dann Richtung Oper, ehe auch die jüngste der drei Töchter ihre Ausbildung zur Schauspielerei begann.

Christiane Hörbiger © ORF/Pammer Film Christiane Hörbiger
Maresa Hörbiger © ORF/Pammer Film Maresa Hörbiger
Elisabeth Orth © ORF/Pammer Film Elisabeth Orth

In sehr persönlichen Gesprächen beleuchten sie nicht nur die Sonnenseiten ihrer Familiengeschichte, sondern erzählen auch von kritischen, mitunter lebensgefährlichen Situationen - vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Die drei Schwestern berichten ebenso von den sehr unterschiedlichen Arbeitsweisen ihrer Eltern und von ihrer späteren Zusammenarbeit mit einem stets wohlwollenden Vater und einer zumeist besorgten Mutter, die auf der Bühne mitunter zur Konkurrentin werden konnte. Außerdem erzählen die drei erfolgreichen Schauspielerinnen, wie sie - auf völlig unterschiedliche Weise - Leben und Karriere meistern.
Im Alter hochgeehrt erlebten Paula Wessely und Attila Hörbiger noch mit, wie ihre Kinder - jedes auf seine Weise - Karriere machten: Elisabeth und Maresa vor allem auf der Bühne, Christiane beim Film ("Schtonk" bekam sogar eine Oscar-Nominierung) und beim Fernsehen. Einblicke ins Privatleben gibt z.B. ein Film über die Hochzeit von Christiane Hörbiger mit Wolfgang Glück im Jahr 1962, sowie ein Bildbericht über die Beerdigung von Paul Hörbiger, der 1981, knapp vor seinem 87. Geburtstag starb.

Teil 3: Wir spielen immer...
Im dritten und letzten Teil kommt schließlich auch die erfolgreiche dritte Generation der Familie Hörbiger zu Wort: Mavie Hörbiger und Christian Tramitz, Maresa Hörbigers Sohn Manuel Witting, Christiane Hörbigers Sohn Sascha Bigler und Elisabeth Orths Sohn Cornelius Obonya, der wie einst sein Großvater Attila - seit einigen Jahren selbst als "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen begeistert.

Mavie Hörbiger © ORF/Pammer Film Mavie Hörbiger
Christian Tramitz © ORF/Pammer Film Christian Tramitz
Manuel Witting © ORF/Pammer Film Manuel Witting
Cornelius Obonya © ORF/Pammer Film Cornelius Obonya

Bis auf Mavie starteten die jungen Künstler/innen ohne den großen Namen Hörbiger ins Berufsleben. Sie erinnern sich an Begegnungen mit ihren Großeltern und an die Reaktionen ihrer Familie, als diese von ihren Berufswünschen erfuhr. Mittlerweile spielt auch schon Paul Hörbigers Urenkel Paul Sedlmeir, der an der Seite von Christian Tramitz in der deutschen Serie "Heiter bis tödlich: Hubert & Staller" zu sehen ist.

Gestalter Christian Reichhold: "Haben uns auf die Menschen konzentriert"
"Was als TV-Zweiteiler geplant war, ist schlussendlich zum Dreiteiler ausgewachsen - und auch der kann dem umfangreichen Schaffen der Hörbigers nicht einmal in Ansätzen gerecht werden", betont Christian Reichhold, Gestalter der Dokutrilogie. "Wir haben uns daher von Anfang an weniger auf die beeindruckenden Karrieren, sondern auf die Menschen selbst konzentriert. Das Spannende waren für uns die Begegnungen mit den einzelnen Familienmitgliedern und ihre Beziehungen zueinander. Menschen, die man von der Bühne, vom Film und vom Fernsehen zu kennen glaubt, kennt man ja nicht wirklich, sondern nur die Rollen, die sie verkörpern. In zum Teil sehr persönlichen Gesprächen haben wir also versucht, den einen oder anderen Blick hinter ihre Masken zu werfen. Was wir dabei gesehen und gehört haben, hat uns sehr angenehm überrascht!", so Reichhold.

Sendedaten
Sonntag, 22. Oktober 2017

11.05 Uhr:
Vergangen, nicht vergessen (1/3)
11.55 Uhr:
Bewahrung des Feuers (2/3)
12.45 Uhr:
Wir spielen immer... (3/3)

Stereo, 16:9, Videotext-UT
Mediathek
Videos online ab 22.10.2017, 11.05 Uhr
Credits
Eine Dokumentationsreihe von Christian Reichhold, Österreich 2015
Thementag
Die Hörbigers
Kaum eine andere Schauspielerdynastie hat den deutschen Sprachraum beginnend im 19. Jahrhundert bis zum heutigen Tag so geprägt wie "Die Hörbigers".

Sonntag, 22. Oktober 2017
ab 4.40 Uhr
Buchtipps
Georg Markus

Die Hörbigers. Biografie einer Familie
Amalthea Verlag
ISBN: 978-3-85002-565-2

Paul Hörbiges Memoiren, aufgezeichnet von Georg Markus
Ich hab für euch gespielt - Erinnerungen Herbig Verlag
ISBN-13: 978-3776610017
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