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Fabergé - Magie aus Gold und Edelsteinen (58:30 Min.)Fabergé - Magie aus Gold und Edelsteinen (58:30 Min.)
Edelsteine, Perlen, Gold und Elfenbein: Fabergé-Eier gehören zu den größten Kostbarkeiten der Welt.
Fabergé
Eier für die Zaren
Sie sind ein Inbegriff von Extravaganz und Dekadenz - Die berühmten Fabergé-Eier. 50 dieser filigranen Schmuckeier schuf der Juwelier Peter-Carl Fabergé für die russische Zarenfamilie.
Das erste kaiserliche Fabergé-Ei wurde 1885 im Auftrag des Zaren Alexander III. hergestellt. Es war eine Osterüberraschung für seine Frau Zarin Maria Fedorowna, die Diamanten und Smaragde liebte. Außen sieht das "Hennenei" aus wie ein lackiertes weißes Ei. Der Eidotter im Inneren ist aus Gold und beherbergt eine Henne mit einer Krone aus Diamanten und Miniatureier aus Rubinen.

Das Hennenei
Das Hennenei
Die Zarin war von dem Geschenk derart entzückt, dass der Zar mit Fabergé eine Vereinbarung über die Lieferung von einem Osterei pro Jahr traf. Nach dem Tode Alexanders führte sein Sohn Zar Nikolai II. die Tradition fort. Ab 1895 ließ er jedes Jahr zwei Eier anfertigen: eins für seine verwitwete Mutter und eins für seine Frau.

Jedes Ei erzählt eine eigene Geschichte
Markenzeichen der Fabergé-Eier waren nicht nur die wertvollen Materialien, aus denen sie gefertigt wurden, sondern auch die Überraschungen, die sich in ihrem Inneren verbargen und die sich immer auf die Familie des Zaren persönlich bezogen. Inspirieren ließ sich der Juwelier von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen. Das Azova-Ei etwa erinnert an die mehrmonatige Asienreise des Zarewitschs auf dem Kreuzer Pamiat Azova. Oder das "Dänische Palast-Ei", das der Zarewitsch Nikolaus II seiner Mutter, einer gebürtigen Dänin schenkte. Es enthält zehn Miniaturgemälde dänischer und russischer Königsschlösser.

Kaum ein Juwelier und Europäer wurde in Russland so bewundert wie Carl Fabergé. Er belieferte Adlige und den Zarenhof.
Kaum ein Juwelier und Europäer wurde in Russland so bewundert wie Carl Fabergé. Er belieferte Adlige und den Zarenhof.
Neben den berühmten Eiern fertigte das Haus Fabergé vielfältige andere Schmuckstücke, Statuen und Geschirr aus Edelmetallen für den russischen Hof. Seine Erzeugnisse dienten oft als Geschenk für europäische Königshäuser. Jedes Stück war ein Meisterstück, denn Carl legte größten Wert auf die Qualität seiner Materialien. Zudem musste die Verarbeitung seiner Erzeugnisse absolut perfekt sein. Dafür wurde Fabergé nicht nur innerhalb des Russischen Reiches, sondern auch über seine Grenzen hinaus hoch geschätzt.

Doch der Untergang der Monarchie im Jahr 1917 brachte auch die Firma Fabergé zu Fall. Nach der Oktoberrevolution beschlagnahmten die Bolschewisten die wertvollen Ostereier. 40 von ihnen verkauften sie ins Ausland. Zehn der Luxusobjekte befinden sich heute im Waffenmuseum des Kreml. Die restlichen Eier sind im Besitz verschiedener Museen und privater Sammlungen. Acht Eier sind seit der Revolution verschollen.

Luxuriöse Objekte der Begierde
Die unschätzbaren Arbeiten des Hauses Fabergé begeistern nach wie vor Luxusliebhaber und Kunstsammler und erreichen auf Auktionen horrende Summen. 2004 erwarb der russische Oligarch Viktor Vekselberg neun Eier für rund 100 Millionen. Eines davon, das sogenannte Rothschild-Ei verkaufte er 2007 bei Christie's für allein 17,7 Millionen Dollar.

Manche Eier sind reich verziert Manche Eier sind reich verziert
Andere sind schlicht gehalten Andere sind schlicht gehalten

Eines der acht verschollenen Fabergé-Eier ist 2014 im mittleren Westen der USA aufgetaucht. Ein amerikanischer Schrotthändler kaufte auf einem Flohmarkt ein kostbar aussehendes Ei für 14.000 US-Dollar. Er wollte es für ein paar hundert Dollar mehr weiterverkaufen. Nun hat er von einem Sammler 30 Millionen US-Dollar dafür bekommen. Denn das kleine goldene Ei wurde 1887 im Auftrag des Zaren Alexander III. gefertigt. In seinem Inneren verbirgt sich eine Uhr des renommierten Schweizer Uhrmacher Vacheron Constantin.

Sendung zum Thema
Fabergé- Magie aus Gold und Edelsteinen

Ein Film von Patrick Mark

Samstag, 12. August 2017, 4.50 Uhr
(Erstausstrahlung: 25. 12. 2015)
Info
71 Fabergé-Eier wurden in der Juwelierwerkstatt von Fabergé zwischen den Jahren 1885 und 1917 produziert.

50 Fabergé-Eier werden als kaiserliche Eier bezeichnet, weil sie im Auftrag der russischen Zarenfamilie angefertigt wurden.

Heute ist der Verbleib von 43 kaiserlichen Fabergé-Eiern bekannt.

Die meisten Eier befinden sich in Museen in Russland und den USA.
Link
Mehr zu den Fabergé-Eiern bei Wikipedia.org
Fotogalerie
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