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Sonntag, 29. Mai
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Liza Marklund - Mein Stockholm
In der 20. Folge der 3sat-Städteporträt-Serie präsentiert die schwedische Krimi-Bestseller-Autorin Liza Marklund ihre Lieblingsplätze in Stockholm.Sie führt das Publikum durch die pittoreske Altstadt, zeigt ihm die Insel Kungsholmen mit Stockholms Wahrzeichen, dem Rathaus, und besucht den trendigen Stadtbezirk Södermalm sowie die Freizeitinsel Djugården mit ihren vielen Parkanlagen und Museen. Zusammen mit Björn Ulvaeus, einem der vier ehemaligen ABBA-Mitglieder, durchstreift sie die jüngste Museums-Attraktion der Stadt: das ABBA-Museum.
Liza Marklund (53) ist Skandinaviens "Krimikönigin". Ihre Romanreihe rund um die Kriminalreporterin Annika Bengtzon wurde 15 Millionen Mal verkauft und inzwischen auch verfilmt. In der 3sat-Dokumentation gibt Marklund bekannt, dass sie mit Band 11 die Annika-Bengtzon-Reihe beendet hat und fortan nicht mehr als Autorin arbeiten will. Die deutsche Ausgabe ihres letzten Romans wird 2016 erscheinen.

Liza Marklund: "Ich habe alles gesagt, alle Themen abgehandelt, die mir wichtig sind. Ich bin froh, dass die Reihe vollendet ist. Man weiß ja nie, ob man das rechtzeitig schafft, bevor man das Zeitliche segnet. Aber es ist mir gelungen, und ich habe die ganze Geschichte zu einem Ende gebracht. Die Romanfigur ist einfach fertig erzählt. Und das ist gut so."

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Gamla Stan, die Altstadt von Stockholm
Liza Marklund wuchs in der Nähe von Piteå im hohen Norden Schwedens auf. Schon beim ersten Besuch der Hauptstadt im Alter von 13 Jahren war sie begeistert von der Stadt.

Liza Marklund: "Aufgewachsen bin ich in Nordschweden in der Nähe des Polarkreises. Unser Haus lag völlig abgeschieden, weit und breit keine Nachbarn, nur Berge und ein See. Mit 13 kam ich zum ersten Mal nach Stockholm. Meine Mutter und ich nahmen den Bus und fuhren die ganze Nacht durch. 1000 Kilometer. Und als wir frühmorgens ankamen, traute ich meinen Augen kaum. Die Gebäude, die ganze Stimmung, die Menschen ... für mich war es das Paradies. Ich hatte zwei Ziele als Teenager: nach Stockholm ziehen und Schriftstellerin werden."

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Liza Marklund
Mit 18 vollzog sie diesen Schritt. Marklund war - wie ihre Romanheldin - Journalistin, bevor sie ihre Schriftstellerkarriere begann. Sie war Reporterin und später Nachrichtenchefin bei den großen schwedischen Tageszeitungen und dem Privatsender TV4. 1995 schrieb sie ihren ersten Roman ("Mia"). Neben den Bestsellern der Annika-Bengtzon-Reihe veröffentlichte sie noch fünf weitere Bücher. 1999 gründete sie gemeinsam mit Freunden Piratförlaget, den "Piratenverlag", in dem Bestsellerautoren wie Jo Nesbø, Jan Guillou, Anne Holt oder Jonas Jonasson publizieren. 15 Jahre lang war Marklund auch Botschafterin für UNICEF.

Das königliche Schloss © ORF/Günter SchilhanLupeDas königliche Schloss
Blick auf die Altstadt  © ORF/Günter SchilhanLupeBlick auf die Altstadt
Der Platz "Stortorget" mit dem Nobel-Museum in der Altstadt © ORF/Günter SchilhanLupeNobel-Museum

Für die 3sat-Dokumentation zeigt Marklund ihr ganz persönliches Stockholm und führt durch verschiedene Stadtbezirke zu ihren Lieblingsplätzen in der schwedischen Hauptstadt. Besonders am Herzen liegt ihr die Altstadt, Gamla Stan, wo sie heute auch ihr Büro hat.

Liza Marklund: "Die Gassen der Altstadt sind wie eine Zeitmaschine. Wenn ich hier spaziere, kommen mir all die Menschen in den Sinn, die auf diesen Wegen bereits gegangen sind. Ich stelle mir die Umstände vor, unter denen sie gelebt haben mögen, die Kälte und Dunkelheit hier im Winter, aber auch die Freude und Schönheit, die sie genossen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, in das Leben vergangener Jahrhunderte einzutauchen."

Stockholms Wahrzeichen, das Rathaus... © ORF/Günter SchilhanLupeStockholms Wahrzeichen, das Rathaus...
... auf der Insel Kungsholmen im Mälarsee © ORF/Günter SchilhanLupe... auf der Insel Kungsholmen im Mälarsee
Hier findet alljährlich das Festbankett der Nobelpreisverleihung statt © ORF/Günter SchilhanLupe"Die Goldene Halle" im Rathaus

Auf der Insel Kungsholmen befinden sich zahlreiche Schauplätze ihrer Romane, wie das Rathaus, die Polizeizentrale und die Wohnung ihrer Romanheldin Annika Bengtzon. Marklund führt auch durch den trendigen Stadtbezirk Södermalm und auf die Freizeitinsel Djugården mit ihren ausgedehnten Parkanlagen und einer Vielzahl an Museen.

Auf dem Besuchsprogramm stehen u.a. das älteste Freilichtmuseum der Welt, "Skansen", das Vasa-Museum mit dem größten erhaltenen Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert, sowie die jüngste Museumsattraktion der Stadt: das ABBA-Museum. Hier trifft Marklund auf Björn Ulvaeus, eines der vier ehemaligen ABBA-Mitglieder, der ihr eine exklusive Museumsführung und persönliche Einblicke in die Geschichte der Band gibt. Eine Wiedervereinigung von ABBA schließt Ulvaeus im Gespräch mit Liza Marklund aus.

Björn Ulvaeus: "Ich finde, Popmusik ist etwas für junge Leute. Echte Popmusik. Schau dich um! So wollen wir in Erinnerung bleiben. Man hat als Komponist immer nur ein gewisses Zeitfenster, in dem man die beste, kraftvollste Musik schreibt. Und dieses Zeitfenster ist höchstens sieben bis zehn Jahre offen. Danach wiederholt man sich meistens."

Die "Vasa", ein vollständig erhaltenes Kriegsschiff aus dem 16. Jahrhundert © ORF/Günter SchilhanLupeVasa-Museum
Björn Ulvaeus von ABBA, Liza Marklund und Regisseur Günter Schilhan im ABBA-Museum © ORF/Günter SchilhanLupeABBA-Museum

In den Vororten von Stockholm spricht Liza Marklund das aktuelle Thema der schwedischen Einwanderungspolitik an.

Liza Marklund: "Wir sind Flüchtlingen gegenüber sehr offenherzig. Sie sind willkommen. Und wir lassen nicht nur Ärzte oder die Mittelschicht herein, jeder kann kommen. Das hat zu Spannungen geführt, weniger in Stockholm, dort ist es ohnehin zu teuer für Einwanderer. Aber in Vororten wie diesem oder auf dem Land ist die Spannung zu spüren. Und ich gebe zu, wir tun uns schwer, darüber zu sprechen. Die Diskussion darüber ist schwierig, weil das Thema so explosiv ist. Egal was man sagt, man wird beschimpft. Sobald man seine Meinung äußert, bekommt man Hassbriefe. Von welcher Seite auch immer."

Sendedaten
Erstausstrahlung

Montag, 7. Dezember 2015
um 21.05 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Ein Film von Günter Schilhan, Österreich 2015
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