© ORF/Gernot Stadler Filmproduktion
Video online ab 23.12.2017, 6.00 UhrVideo online ab 23.12.2017, 6.00 Uhr
Traumziel des gehobenen Bürgertums und des Adels - die österreichische Riviera
Mit Volldampf an die k.u.k. Riviera
Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts reisten Adel und wohlhabendes Bürgertum an die Österreichische Riviera, um ihr Feriendomizil in den mondänen Seebädern der Donaumonarchie aufzuschlagen. In luxuriösen Eisenbahncoupes strömte das noble Reisepublikum ans Meer und gab sich in idyllisch gelegenen Seebädern seinen gesellschaftlichen Vergnügungen hin.
Mit dem einsetzenden Siegeszug der Eisenbahn um die Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt das Reisen eine neue Qualität. Auf dem Weg zur Adria mussten die schroffen Gebirgszüge der Alpen entweder überwunden oder weiträumig umfahren werden.

© ORF/Gemeinde Semmering Zeitgenössische Darstellung der Bauarbeiten
Zeitgenössische Darstellung der Bauarbeiten
Mit der Eröffnung der Südbahnstrecke von Wien nach Triest am 12. Juli 1857 stand erstmals eine durchgehende Verbindung zwischen den Kronländern im Norden und dem wichtigsten Hafen der Monarchie mit dem umliegenden Küstenland zur Verfügung.

Zu den größten bautechnischen Meisterleistungen zählte dabei die Überwindung des Semmerings, jenes im 19. Jahrhunderts nur dünn besiedelten, dicht bewaldeten Gebirges an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Die Semmeringbahn, die nach den Plänen des österreichischen Eisenbahnpioniers Carl Ritter von Ghega erbaut wurde, brachte bald auch die feine Wiener Gesellschaft auf den Semmering, die in Payerbach-Reichenau und anderen Dörfern Grand Hotels und stattliche Villen errichten ließ. Die Südbahn-Hotels in Toblach, am Semmering und schließlich auch in Abbazia waren bald weltberühmt, die Zeit des Massentourismus war angebrochen.

© ORF/Gernot Stadler Filmproduktion Der Bahnhof von Matulji bei Opatija, von hier aus ging es mit der Kutsche in den mondänen Kurort.
Der Bahnhof von Matulji bei Opatija, von hier aus ging es mit der Kutsche in den mondänen Kurort.
Björn Kölz und Gernot Stadler zeichnen die Geschichte der Südbahn und die Auswirkungen des Bahnbaus im 19. Jahrhundert nach und begeben sich auf eine Reise von Wien über den Semmering, durch die Steiermark und schließlich bis an die istrische Küste bei Opatija, dem früheren Abbazia. Der malerische Küstenort mit seiner Benediktinerabtei gelangte nach der Erschließung durch die Eisenbahn rasch zu enormer Blüte und schon bald trafen sich an der k.u.k Riviera nicht nur Europas gekrönte Häupter, sondern auch das wohlhabende Bürgertum aus aller Welt, das in luxuriösen Eisenbahncoupes an die österreichische Adriaküste reiste.

© ORF/Gernot Stadler Filmproduktion Schloß Duino der Grafen Thurn und Taxis in der Nähe von Triest. Für viele Adelige und Künstler ein willkommener Zwischenstop auf dem Weg nach Abbazia.
Schloß Duino der Grafen Thurn und Taxis in der Nähe von Triest. Für viele Adelige und Künstler ein willkommener Zwischenstop auf dem Weg nach Abbazia.
Zu den Zwischenstationen auf der filmischen Reise nach Abbazia zählen unter anderem das Südbahn- und das Brahmsmuseum in Mürzzuschlag, sowie ein Abstecher in die Waldheimat des steirischen Schriftstellers Peter Rosegger, der wie Johannes Brahms ein begeisterter Eisenbahnreisender war. Zu jenen Institutionen, die heute noch an die imperiale Vergangenheit Österreichs erinnern, zählt auch das Lipizzanergestüt im steirischen Piber, dem die Filmemacher ebenfalls einen Besuch abgestattet haben.

Nächster Aufenthalt: Triest, ein halbes Jahrtausend österreichische Hafenstadt und Endpunkt der Südbahn, gleichzeitig aber auch Ausgangspunkt für Reisen weiter in den Süden, so auch nach Fiume, dem heutigen Rijeka und an die istrische Küste. Ein Besuch im Eisenbahnmuseum Triest, das im ehemaligen Bahnhof San Michele untergebracht ist, gehört selbstverständlich auch dazu.

Villen aus der Zeit um 1900 in dem malerischen Küstenort Lovran. © ORF/Gernot Stadler Filmproduktion Villen aus der Zeit um 1900 in dem malerischen Küstenort Lovran.
Aus vielen kleinen Fischerdörfern wurden beliebte Badeorte, wie im Falle von Mošćeniča Draga, südlich von Opatija. © ORF/Gernot Stadler Filmproduktion Aus vielen kleinen Fischerdörfern wurden beliebte Badeorte, wie im Falle von Mošćeniča Draga, südlich von Opatija.

Endstation der Reise ist der auch heute noch mondäne Kurort Opatija/Abbazia, wo man längst wieder stolz auf die österreichische Vergangenheit ist. In zahlreichen Hotels wie dem Miramar oder dem früheren Südbahnhotel Quarnero genießen die Gäste moderne Wellnessangebote gepaart mit altösterreichischem Flair. Zahlreiche historische Gebäude erstrahlen in neuem Glanz und der Lungomare, der legendäre Spazierweg direkt am Meer, trägt den Namen von Österreichs längst dienendem Kaiser, Franz Joseph.

Sendedaten
Samstag, 23. Dezember 2017
um 9.35 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
© ORF/Gernot Stadler FilmproduktionEine Dokumentation von Gernot Stadler und Björn Kölz, Österreich 2014
Buchtipps
Désirée Vasko-Juhász
Die Südbahn
Ihre Kurorte und Hotels

Böhlau Verlag, 2006
ISBN: 978-3-205-77404-4

Johannes Sachslehner
Abbazia: K. u. k. Sehnsuchtsort an der Adria
Styria Verlag
ISBN-10: 3701200629

Johannes Sachslehner
Auf Schienen durch das alte Österreich: Erinnerungen an die k.u.k. Eisenbahnwelt
Styria Verlag
ISBN-10: 3222134812
DVD
Sowohl die DVD "Mit Volldampf an die K.u.K. Riviera" als auch die Doppel-DVD "Auf den Schienen des Doppeladlers 1+2" ist im ORF Shop (shop.orf.at) oder über den Produzenten zu beziehen.
Dokumentationsreihe
Auf den Schienen des Doppeladlers 1 + 2
Mehr als 170 Jahre nach der Eröffnung des ersten Streckenabschnittes auf österreichischem Boden hat die Eisenbahn nichts von ihrer Faszination verloren. Faszinierend ist vor allem aber auch, mit welchem Weitblick das gigantische Eisenbahnnetz im Kaisertum Österreich und in der späteren Doppelmonarchie geplant und angelegt wurde.

Samstag, 23. Dezember 2017
um 10.25 + 11.15 Uhr
Sendung zum Thema
Auf den Schienen des Doppeladlers - Teil 3
Der dritte Teil der Dokumentarreihe über das gigantische Bahnnetz der Donaumonarchie erschließt den Westen des ehemaligen Kaiserreichs.Mit der 1884 eröffneten "Arlbergbahn" wurde Vorarlberg an das österreichische Bahnnetz angeschlossen. Die ursprünglich als "k.k. privilegierte Kaiserin-Elisabeth-Bahn" bezeichnete heutige "Westbahn" verläuft von Wien über Linz nach Salzburg und über Freilassing bis München. Mit der "Brennerbahn" geht es von Innsbruck nach Bozen und bis an den Gardasee.

Samstag, 23. Dezember 2017
um 12.05 Uhr
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