Forscher suchen nach dem wahren Robinson. Wahrscheinlich inspirierte den Autor Daniel Defoe das Schicksal des Engländers Alexander Selkirk, der 1704 auf der Insel Más a Tierra im Südpazifik ausgesetzt wurde.
Forscher suchen nach dem wahren Robinson. Wahrscheinlich inspirierte den Autor Daniel Defoe das Schicksal des Engländers Alexander Selkirk, der 1704 auf der Insel Más a Tierra im Südpazifik ausgesetzt wurde.
Die Schatzinsel des Robinson Crusoe
Auf den Spuren des Romanhelden
Ein englischer Seemann und seine Geschichte wurden unter dem Namen Robinson Crusoe weltberühmt: 1704 wurde Alexander Selkirk wegen Meuterei im Südpazifik ausgesetzt. Er sollte vier Jahre und vier Monate ganz allein dort bleiben. Der Name und die Position der Insel war lange nur Eingeweihten bekannt: Más a Tierra, 400 Seemeilen westlich von Santiago de Chile.
Robinson Crusoe, der Schiffbrüchige, der auf einer einsamen Insel zum Überlebenskünstler wurde, ist als Romanfigur weltbekannt. Wahrscheinlich inspirierte den Schriftsteller Daniel Defoe das Schicksal des englischen Seemanns Alexander Selkirk, der 1704 wegen Meuterei auf der Insel Más a Tierra im Südpazifik ausgesetzt wurde.

Verschollener Piratenschatz
Lange Zeit nur Eingeweihten bekannt, war die strategische Bedeutung des 700 Kilometer vor der chilenischen Küste gelegenen Archipels für das Spanische Weltreich durchaus groß. Englische Freibeuter versuchten von dort aus, die Vorherrschaft der Spanier vor den Küsten Südamerikas zu brechen, indem sie spanische Gold-Galeonen auf ihrem Weg nach Panama kaperten.

Ein verschollener, legendärer Piratenschatz soll auf der kleinen Insel verborgen sein. Der amerikanische Geschäftsmann Bernhard Keiser entdeckte 1970 eine Schatzkarte, suchte aber jahrelang erfolglos.

Crusoes Lagerplatz entdeckt
Ein Team von Wissenschaftlern, Dr. Andreas Mieth, Prof. Hans-Rudolf Bork und Prof. Andrew Lambert (v. li.), entdecken auf der "Robinson-Crusoe-Insel" mehrere Gräber, die bis dahin unbekannt gewesen waren.
Ein Team von Wissenschaftlern, Dr. Andreas Mieth, Prof. Hans-Rudolf Bork und Prof. Andrew Lambert (v. li.), entdecken auf der "Robinson-Crusoe-Insel" mehrere Gräber, die bis dahin unbekannt gewesen waren.
Ein Tsunami zerstörte 2011 die Küsten der Inselgruppe. Daraufhin machte sich eine Gruppe von Wissenschaftlern auf den Weg, um neue Erkenntnisse über die Geschichte der Insel zu erlangen. Prof. Hans-Rudolf Bork, Direktor des Ökologie-Zentrums der Uni Kiel und Andreas Mieth kennen die Hauptinsel, die heute auch "Robinson-Insel" genannt wird, bereits von früheren Expeditionen. Der Marine-Historiker Andrew Lambert aus London ist Experte für die Zeit der englischen Piraten.

"Terra X" begleitet die Expedition der Forscher, denen aufsehenerregende Entdeckungen gelangen. So konnten sie den bis dahin unbekannten Lagerplatz des wahren Robinson, Alexander Selkirk, identifizieren. Und sie fanden Steingräber, deren Lage und Anordnung Fragen aufwerfen. Stehen diese Gräber in einem Zusammenhang mit dem vermuteten Versteck des Schatzes?

Sendedaten
1. November 2017, 18.05 Uhr
Info
Film von Jürgen Stumpfhaus
(aus der ZDF-Reihe "Terra X")
(Erstsendung: 3.6.2012)
Thementag
Seefahrer Geschichten
Mittwoch, 1. November 2017