© ORF/BBC/Emma Brennand
Video online ab 4.9.2017, 22.35 UhrVideo online ab 4.9.2017, 22.35 Uhr
Border Colliehündin "Chaser" inmitten ihrer 1022 Plüschtiere und sonstiger Spielsachen, die sie namentlich unterscheiden kann.
Tierische Genies - Soziale Superhirne
In zwei Folgen
Hunde können sich Worte merken, das ist nicht neu; doch wie viele Worte gehen in den Kopf eines Hundes? Psychologie-Professor John Pilly hat seinen Superhund "Chaser" darauf trainiert, Gegenstände beim Namen zu erkennen. Nach 3jähriger Übungszeit beläuft sich das Vokabular des Hundes nun auf unfassbare 1020 Wörter. Wie ausgefeilt und exakt die Sprache der Tiere ist, zeigt auch eine große Studie an Präriehunden, die vor unterschiedlichen Fressfeinden mit jeweils fein nuancierten anderen Alarm-Schreien warnen. Die zweite Folge über "Tierische Genies" bringt aufregende Studien über die Klugheit unserer tierischen Freunde: Wie denken und kommunizieren Tiere - und stimmt es, dass auch sie lügen und betrügen?
"Lassie" ist auch im wirklichen Leben ein Genie: Der Collie "Chaser" hat mehr als drei Jahre lang mit seinem Herrchen 1.022 Vokabeln gepaukt. Lassie kennt die Spitznamen von 116 Bällen, 26 Frisbees und 800 Stofftieren und holt auf Kommando das gewünschte Objekt.

© ORF/BBC Schafherde in Wales
Schafherde in Wales
Nicht ganz so rekordverdächtig, aber dennoch beeindruckend: Spitzen-Schäferhunde sind in der Lage, die Kommandos ihrer Hirten minutiös auszuführen und mit ihrer Herde sogar komplizierte Figuren durchzuführen. Indem sie die Hirtenpfiffe richtig verstehen, entpuppen sich die Hunde als Fremdsprachen-Genies und liefern damit eine Hochleistung in Sachen Intelligenz.

Tiere sind Kommunikationstalente
© ORF/BBC/Sophie Lanfear Mustangs in Nevada
Mustangs in Nevada
Der Pferdeflüsterer Monty Roberts wurde über Nacht weltberühmt, als es ihm gelang, die Sprache der Pferde zu erlernen und so erstmals mit wilden Mustangs zu kommunizieren. Die überraschende Erkenntnis: Tiere sind wahre Kommunikationstalente, die sich wahlweise über Laute, Farben und Körpersprache mitteilen.
Präzise können sie vor Feinden und Gefahren warnen und so den Fortbestand ganzer Tierkolonien sichern. Wer überleben will, muss auch einschätzen können, was sein Gegenüber denkt und fühlt. So sind Affen nur in der Lage, Menschen zu bestehlen, weil sie wissen, wann sie unbeobachtet zur Tat schreiten können.
Ganz anders die Eichelhäher: Sie verstecken ihre knappe Winternahrung demonstrativ vor den Augen ihrer Artgenossen, um sie dann in einem unbemerkten Moment wieder auszugraben und ganz woanders zu deponieren. Die Entdeckung, dass der Vogel lügt und betrügt, ist Indiz für intellektuelle Höchstleistungen und eine wissenschaftliche Sensation. Denn bisher glaubte man, dass zu dieser berechnenden Aktion nur Primaten in der Lage seien.

Gefühle weiter verbreitet als angenommen
© ORF/BBC/Mark Yates Im Rahmen eines Experiments stellen Elefanten ihre Teamfähigkeit unter Beweis.
Im Rahmen eines Experiments stellen Elefanten ihre Teamfähigkeit unter Beweis.
Gefühle sind unter Tieren weit verbreiteter als bisher angenommen. In aufsehenerregenden neurobiologischen Scans konnten Forscher bei Krähen in Gefahrensituationen eine erhöhte Aktivität der Amygdala, jener mandelförmigen Gehirnregion feststellen, die auch beim Menschen für das Empfinden von Angst zuständig ist. Denn das Empfinden von Gefühlen erhöht die Überlebenschancen: Furcht warnt vor Gefahr und Liebe gewährleistet Schutz. Tatsächlich waren diese Krähen in der Lage, den Mann, der sie gefangen hatte, noch zehn Jahre später wiederzuerkennen und die ganze Krähenpopulation der Stadt vor ihm zu warnen.
Sogar so "menschliche Eigenschaften" wie Liebe, Schuld und Mitgefühl könnten weit verbreiteter sein als bisher angenommen. Denn die für diese Empfindungen zuständige neurologische Basis, die Spindelzellen, finden sich auch in anderen tierischen Gehirnen wieder. Wale z. B. könnten davon dreimal so viele haben wie wir. Damit drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass die Grenze zwischen tierischer und menschlicher Intelligenz viel dünner ist als bisher angenommen.

Sendedaten
Montag, 4. September 2017
um 22.35 Uhr Uhr
Wiederholung:
Dienstag, 5. September 2017
um 17.40 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Ein Film von Simon Bell
Sendung zum Thema
Tierische Genies - Echte Intelligenzbestien
Montag, 4. September 2017
um 21.45 Uhr