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Dienstag, 28. Juni
© ORF/Gernot Stadler Filmproduktion Video
Auf den Schienen des Doppeladlers
Zweiteilige Dokumentation
Mehr als 170 Jahre nach der Eröffnung des ersten Streckenabschnittes auf österreichischem Boden hat die Eisenbahn nichts von ihrer Faszination verloren. Faszinierend ist vor allem aber auch, mit welchem Weitblick das gigantische Eisenbahnnetz im Kaisertum Österreich und in der späteren Doppelmonarchie geplant und angelegt wurde.
Die zweiteilige Dokumentation "Auf den Schienen des Doppeladlers" zeigt auf, wie Privatinitiativen und staatliche Anstrengungen einander über Jahrzehnte abwechselten und ein Streckennetz an Haupt- und Nebenbahnen entstehen ließen, das die Hauptstadt Wien mit den vielen Kronländern des Reiches, die Steppen Galiziens mit den Küsten der Adria, verband. Riesige Viadukte am Semmering, in den Karpaten, in den Hohen Tauern oder im heutigen Slowenien gelten heute noch als unübertroffene bautechnische Meisterleistungen.

© ORF/Gernot Stadler Filmproduktion Lupe
1827: Die erste Eisenbahn am europäischen Kontinent von Budweis nach Gmunden
Die Dokumentation von Björn Kölz und Gernot Stadler beleuchtet die vielfältigenFolgen des Bahnbaues, sei es die Entstehung der Sommerfrische in den verschiedenen Regionen, die Vereinheitlichung der Zeit oder die enorme Bedeutung der Eisenbahn für das Militär und die Kriegsführung. So gilt der Erste Weltkrieg auch als der große Eisenbahnkrieg. "Auf den Schienen des Doppeladlers" ist eine Reise entlang der alten Bahnlinien in die Länder der ehemaligen Habsburgermonarchie und entführt den Zuseher in zahlreiche Regionen und Orte, die eng mit der Geschichte des einstigen Vielvölkerreiches im Herzen Europas zusammenhängen.
Zu Wort kommen Eisenbahnspezialisten, Schriftsteller und Historiker wie zum Beispiel Manfried Rauchensteiner (A), Martin Pollack (A), Jurko Prochasko (UA), Lezek Mazan (PL), Roberto Todero (IT) oder Mladen Bogič (Slo).

© ORF/Gernot Stadler Filmproduktion Lupe
Der Bahnsteig in Krakau - die Zeit scheint stehen geblieben zu sein
Von Wien aus geht die Reise einmal nach Norden, nach Krakau und Wieliczka, weiter nach Osten über Przemysl nach Lemberg und Brody, die Geburtsstadt des deutsch-jüdischen Schriftstellers Joseph Roth an der einstigen Grenze Österreichs zu Russland. Oder nach Süden über den Semmering nach Graz, die Untersteiermark und über Marburg und Laibach nach Triest, die frühere österreichische Hafenstadt. Die Wocheinerbahn im heutigen Slowenien schlängelt sich entlang des Isonzo durch eine wildromantische Berglandschaft, die im Ersten Weltkrieg Schauplatz blutiger Schlachten wurde. Budapest,die Karpaten, das Salzkammergut, der Wörthersee, das Schilcherland oder die Küsten Istriens sind weitere Stationen auf der Reise durch das alte Österreich.

Den beiden Regisseuren Kölz und Stadler ging es auch darum, für den Zuseher nachvollziehbar zu machen, welch fundamentales Erlebnis der Bau der Eisenbahn und damit der Anschluss der Menschen in der Donaumonarchie an die neue Zeit gewesen sein muss. Immerhin verglichen Chronisten aus dieser Zeit das Aufkommen der Eisenbahn mit der Entdeckung Amerikas oder dem Buchdruck.

Symbol für eine Zeit der neuen Technologien...  © ORF/Gernot Stadler FilmproduktionLupeSymbol für eine Zeit der neuen Technologien...
... und auch für Freiheit und Einheit in Europa - aber nicht für lange © ORF/Gernot Stadler FilmproduktionLupe... und auch für Freiheit und Einheit in Europa - aber nicht für lange

Die zweiteilige Dokumentation macht in eindrucksvollen Bildern deutlich: es waren die Eisenbahnen, die das weite Reich mit Leben erfüllten, die Menschen und Waren zirkulieren ließen und die Eroberung von Landschaften im touristischen Sinne ermöglichten. In einem Großraum, der heute von mehr als einem Dutzend souveräner Staaten belegt wird, konnte sich der Reisende vor hundert Jahren ohne jeglicheEinschränkung frei bewegen. Durch ihre grenzüberschreitende und völkerverbindende Funktion wurde die Eisenbahn auch zu einem Symbol für Freiheit und Einheit innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Mit der Katastrophe des Ersten Weltkrieges versank dieser einzigartige Staat, der "in so vielem ohne Anerkennung vorbildlich gewesen ist" (Robert Musil) für immer - Namen änderten sich und Grenzen wurden gezogen, die Nachbarn und Mitbürger von gestern wurden zu Fremden, zu Feinden und "Ausländern".

Und doch haben alle diese Länder eines gemeinsam: wer in der alten Weltder Donaumonarchie das Unbekannte sucht, wird unweigerlich den Geistern des untergegangenen Vielvölkerstaates begegnen. Manchmal sind es nur noch verblasste Erinnerungen an dieses ehemalige Riesenreich. Und ein Streckennetz aus den Zeiten der Monarchie, das bis heute bedient wird.

Sendedaten
Freitag, 27. Mai 2016
Teil 1: 19.20 Uhr
Teil 2: 20.15 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Eine Dokumentation von Gernot Stadler und Björn Kölz, Österreich 2014
Thementag
Zuglegenden
Freitag, 27. Mai 2016, ab 6.15 Uhr
Sendung zum Thema
© ORF/Gernot Stadler FilmproduktionAuf den Schienen des Doppeladlers 3
Der Weg nach Westen

Freitag, 27. Mai 2016, 21.05 Uhr
Sendung zum Thema
© ORF/Marx Media GmbHMit Volldampf an die k.u.k. Riviera
Freitag, 27. Mai 2016, 18.30 Uhr
Buchtipp
© Styria VerlagLupeJohannes Sachslehner
Auf Schienen durch das alte Österreich
Erinnerungen an die k.u.k. Eisenbahnwelt

Styria premium, Juli 2014
ISBN: 978-3-222-13481-4
DVD
Sowohl die DVD "Mit Volldampf an die K.u.K. Riviera" als auch die Doppel-DVD "Auf den Schienen des Doppeladlers 1+2" ist im ORF Shop (shop.orf.at) oder über den Produzenten zu beziehen.
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