© colourbox14-255414
Mit Füßen getreten und maßlos unterschätzt. Sand ist ein wertvoller Rohstoff.
Mit Füßen getreten und maßlos unterschätzt. Sand ist ein wertvoller Rohstoff.
Sand - Die neue Umweltzeitbombe
Der Kampf um eine unterschätzte Ressource
Vom Handy bis zur Autobahn - Sand ist heutzutage in nahezu allen Produkten enthalten. Vor allem aber in Beton. Da Wüstensand ungeeignet ist zur Betonverarbeitung, geht der Sand aus Flussbetten und Kiesgruben langsam zur Neige.
Der größte Sandbedarf ensteht durch den weltweiten Bauboom aufgrund des Bevölkerungswachstums und der wirtschaftlichen Entwicklung in den Schwellenländern. 200 Tonnen Sand stecken in einem mittelgroßen Haus, 30.000 Tonnen in einem Kilometer Autobahn und für ein Atomkraftwerk werden zwölf Millionen Tonnen benötigt. Man schätzt, dass jährlich zwei Tonnen Beton pro Erdbewohner produziert werden. Das entspricht zehn bis 15 Milliarden Tonnen Sand, die aus der Natur entnommen werden. Weltweit verbrauchen wir fast so viel Sand wie Wasser.

Sand ist nicht gleich Sand
Man sollte meinen, dass es auf unserem Planeten Sand genug gibt. In den vielen Wüsten dieser Erde lagern unermesslich viele Tonnen davon. Nur leider kann man mit dieser "rundkörnigen" Variante des geologischen Materials nichts anfangen. Zum Bauen braucht man einen rauen kantigen Sand, der sich besser verfestigt. Deshalb haben Baukonzerne bislang Sand aus Flussbetten oder Kiesgruben abgebaut.

© Maarten Laupman In Dubai sind die eigenen Sandvor-kommen schon lange aufgebraucht. Dort importiert man das graue Gold aus Australien.
In Dubai sind die eigenen Sandvor-kommen schon lange aufgebraucht. Dort importiert man das graue Gold aus Australien.
Doch dieser Vorrat geht langsam zur Neige, und so hat die Bauwirtschaft den Meeresboden ins Visier genommen - eine ökologische Zeitbombe. Die Folgen der gestiegenen Nachfrage sind fatal: Strände und Inseln verschwinden im Meer, Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage, Tiere ihren Lebensraum. Und mafiöse Strukturen wollen mit der endlichen Ressource das ganz große Geschäft machen.

Sendedaten
makro
Sand - das neue Gold
Freitag, 15. Juli 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Alles zur Sand-Sendung
Rohstoff Sand
Die Welt giert nach Sand. Hauptverbraucher ist die Bauwirtschaft. Autobahnen, Bahntrassen, Hochhäuser, die Urbanisierung Asiens - all dies verschlingt gigantische Mengen Sand. Und lockt die Räuber.
Wissenswert
Das arte-Magazin hat mit dem Geologen und Buchautor Michael Welland über den folgenschweren Handel mit der endlichen Ressource Sand gesprochen. Lesen Sie das ganze Interview bei arte FUTURE.
Mehr zum Thema
Rätsel
"Er ist auf der ganzen Welt zu finden und kann sehr angenehm sein, lässt sich formen und wird immer auch transportiert. Er ist vor allem bei Kindern äußerst beliebt. Außerdem entsteht er immer wieder neu. Er ist ein Rohstoff und besteht aus sehr vielen, sehr kleinen einzelnen Teilen."