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Video online ab 27.7.2017, 6.00 UhrVideo online ab 27.7.2017, 6.00 Uhr
Spitzbergen, 12 Uhr Mittags
Extrem! - Licht und Schatten
Dieser Film ist eine Reise zu den dunkelsten und hellsten bewohnten Orten der Welt. Dorthin, wo kaum jemals eine Wolke am Himmel zu sehen ist oder monatelang kein einziger Sonnenstrahl zum Boden vordringt. Menschen haben es gerne gemäßigt: nicht zu warm und nicht zu kalt, nicht zu feucht und nicht zu trocken, nicht zu hell und nicht zu dunkel. Der Erde ist das egal. Sie wartet mit Extremsituationen auf. Die Leute, die an solchen Plätzen leben, haben gelernt, sich mit extremen Bedingungen zu arrangieren. Wie tun sie das? Wie wirken sich Licht und Schatten im Übermaß auf den Gemütszustand aus? Wie schützen sich die Menschen? Wie nützen sie ihre Situation? Regisseur Udo Maurer zeigt Menschen, die sich an diesen extremen Orten niedergelassen haben und erkundet, wie sie damit umgehen. Was bald zu erkennen ist: Sie nehmen sich genau jenes Quantum an Licht und Schatten, das ihnen guttut. Was zu viel ist, wird ausgeblendet - eine Methode, die sich sowohl unter der ewigen Sonne als auch in permanenter Dunkelheit bewährt.
Auf Wolken folgt Sonne, auf die Nacht folgt der Tag und umgekehrt. Und wenn nicht? Wie lebt es sich unter allzeit wolkenlosem Himmel? Und wie geht es Menschen, die monatelang am Himmel die Sonne nicht sehen können? In eine Welt faszinierender Extreme taucht "Universum" mit "Licht und Schatten", dem vierten Teil der "Extrem"-Reihe von Regisseur und Kameramann Udo Maurer, der nach den heißesten und kältesten, feuchtesten und trockensten, höchsten und tiefsten nun die hellsten und dunkelsten besiedelten Orte unseres Planeten porträtiert: das sind Yuma im Südwesten der USA und die Insel Spitzbergen im Nordatlantik. Dazu kommen ein italienisches Dorf, in dem das Licht fast drei Monate lang hinter den Bergen verschwindet, und der nebeligste Ort der Welt, der auf Neufundland zu finden ist.

Fünf Monate Nacht
© ORF/Cosmos Factory Dreharbeiten auf Spitzbergen
Dreharbeiten auf Spitzbergen
Fest steht, dass Menschen, die sich an solchen extremen Orten niederlassen, von speziellem Charakter sind. Die Minenarbeiterin Karolina aus Spitzbergen sagt zur düsteren Polarnacht: "Ich finde es kuschelig." Und eine alte Dame, die vor 45 Jahren dort hingezogen ist, meint: "Schlechtes Wetter ist für die Seele gut. Da hat man etwas, worüber man klagen kann." Wer sich in dauerhafter Dunkelheit zurechtfindet, muss sichtlich eine Rossnatur haben. In der Hauptstadt von Spitzbergen herrscht von Oktober bis Februar dauerhaft Nacht. Longyearbyen ist die am weitesten im Norden gelegene größere Stadt der Welt. Und sie bietet einen der härtesten Jobs der Welt: als Bergarbeiter in den Kohlegruben. Es ist finster, wenn man in die Grube hinabsteigt, und ebenso finster, wenn man die Grube wieder verlässt.

Der sonnigste Ort der Welt
© ORF/Cosmos Factory Quartzsite - an einem der wenigen wolkigen Tage im Jahr
Quartzsite - an einem der wenigen wolkigen Tage im Jahr
Das andere Extrem ist die Gegend um Yuma in den Vereinigten Staaten. Hier ist es an 340 Tagen im Jahr absolut wolkenlos - was alljährlich zu einer skurrilen Völkerwanderung führt: Sonnenhungrige Pensionisten aus dem Norden fallen in Wohnmobil-Flotten über die kleine Ortschaft Quartzsite her, um hier den Winter zu verbringen. Quartzsite hat im Sommer 2.500 Einwohner, im Winter sind es eine Million. Sie kommen alle wegen der Sonne, halten sich aber am liebsten im Schatten auf, am besten in klimatisierten Gebäuden - eben Menschen von speziellem Charakter, vor allem der nackte Buchhändler. Der sonnigste Ort der Welt ist auch Schauplatz von zwei gigantischen Solarkraftwerksprojekten und er ist eine Hochburg der Fliegerei: von einem legendären Weltrekordflug in den 1940er Jahren bis zu den Drogenschmugglern, die sich in Ultralight-Flugzeugen über die mexikanische Grenze in die USA schleichen.

Das Dorf ohne Sonne
© ORF/Cosmos Factory Viganella - im Winter ohne Sonne
Viganella - im Winter ohne Sonne
Die 200 Bewohner der zwischen Felswänden eingekeilten Gemeinde Viganella in Norditalien waren jahrhundertelang im Winter zu einem Schattendasein verdammt. Denn ab November verschwindet die Sonne für 83 Tage hinter den Berggipfeln. Eine Idee des damaligen Bürgermeisters brachte Licht ins Dunkel: Er ließ einen riesigen Spiegel aufstellen, der das Sonnenlicht über den Bergen einfängt und hinunter auf den Dorfplatz spiegelt. Das hat Viganella weltweit bekanntgemacht.

Wochenlang Nebel
St. Shotts in Neufundland ist weltweit bekannt geworden, weil hier 1912 der erste Hilferuf der der in Not geratenen Titanic aufgefangen wurde und weil St. Shotts als der nebeligste Ort der Welt gilt. Der Nebel ist eine Suppe, die alles verschluckt: Licht, Schatten und sogar Geräusche, mit Ausnahme des Nebelhorns, das den vorbeifahrenden Schiffen Tag und Nacht und manchmal wochenlang alle sechzig Sekunden signalisiert, dass an den Klippen von Neufundland der Tod lauert. Der Mann, der den Leuchtturm hütet, ist den Nebel gewöhnt und dennoch manchmal verzagt: "Nach 56 Tagen Nebel, morgens, mittags und abends, wird es echt langweilig. Das Einzige, was man hört, ist das Nebelhorn."

Regisseur Udo Maurer zeigt Menschen, die sich an diesen extremen Orten niedergelassen haben und erkundet, wie sie damit umgehen. Was bald zu erkennen ist: Sie nehmen sich genau jenes Quantum an Licht und Schatten, das ihnen guttut. Was zu viel ist, wird ausgeblendet - eine Methode, die sich sowohl unter der ewigen Sonne als auch in permanenter Dunkelheit bewährt.

Sendedaten
Donnerstag, 27. Juli 2017
um 17.00 Uhr
Dolby Digital 5.1, 16:9, Videotext-UT
Credits
Eine Dokumentation von Udo Maurer, Österreich 2012
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