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Mai 2013
bis ans Ende der Welt
Rückblick
Die legendäre Ruta 40
Sie ist eine der letzten Traumstraßen der Welt. Die Ruta 40 führt von der bolivianisch-argentinischen Grenze bis zur Magellanstraße im Süden Argentiniens. Unter großen Mühen entstand sie in den 1930er Jahren.
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© ORF/Privat/Bernadine Cummings Lupe
Kriegsgefangene bei Bauarbeiten in Camp Concordia, Kansas
Der goldene Westen?
Teil 2/4 der Dokumentationsreihe "Kriegsgefangenschaft"
Der zweite Teil der vierteiligen Zeitgeschichte-Serie über Zwangsarbeit, Kriegsgefangenschaft und Heimkehr thematisiert die Gefangenschaft in amerikanischen, britischen und französischen Lagern. Wer sich 1944/45 Amerikanern oder Briten ergeben muss, kann sich zumindest freuen, nicht der Roten Armee in die Hände gefallen zu sein. Während in den sowjetischen Gulags ideologische Umerziehungsversuche stattfanden, hatten es jene, die an der Westfront gefangen wurden, mit Siegern zu tun, die unter Abrüstung auch die Entmilitarisierung der Gehirne verstanden, die Erziehung zur Demokratie. Dazu gab es nach erfolgreich absolvierter Schulung auch sogenannte "Demokratie-Zertifikate". Für viele bedeutet das Lebensrettung, Befreiung vom verordneten Selbstmord, von Himmelfahrtskommanden und Endsieg-Fanatismus. Für jene, die bis zum Schluss an Endsieg-Parolen glauben, wird die Gefangennahme freilich zur absoluten Niederlage.
Wer sich 1944/45, nach den letzten gescheiterten Offensiven an der Westfront, Amerikanern oder Briten ergeben muss, kann sich zumindest freuen, nicht der Roten Armee in die Hände gefallen zu sein. Für jene, die bis zum Schluss an Wunderwaffen und Endsieg-Parolen glauben, wird die Gefangennahme freilich zur absoluten Niederlage. Für andere wiederum ist sie Lebensrettung, Befreiung vom verordneten Selbstmord, von Himmelfahrtskommanden und Endsieg-Fanatismus.

© ORF/Historisches Archiv Lupe
Deutsche Kriegsgefangene in US-Lager
Die Landung der Alliierten in der Normandie wird im Juni 1944 zum Anfang vom Ende der deutschen Westfront. Nach der letzten gescheiterten Großoffensive der Wehrmacht in den Ardennen geraten mehr als 500.000 Wehrmachtsangehörige in britische und amerikanische Gefangenschaft. Nach der bedingungslosen Kapitulation im Mai 1945 befinden sich bis zu sieben Millionen Wehrmachtsangehörige in westalliierter Hand. Darunter knapp 60.000 Österreicher. Die mit solchen Massen völlig überforderten Amerikaner errichten entlang des Rheins improvisierte Lager - auf Feldern und Wiesen, mit Stacheldraht umzäunt. Die berüchtigten Rheinwiesenlager. Hunger, Schmutz und Krankheiten: die Lebensbedingungen für die Gefangenen sind katastrophal, die Todesquoten dementsprechend hoch.

Viele, die noch während des Krieges von den Amerikanern gefangen genommenen werden, landen auf Schiffen. "Tag für Tag nur Wasser, angekommen sind wir dann in Amerika", erzählt der Niederösterreicher Franz Eilnberger. Die Amerikaner verschiffen Hunderttausende Wehrmachtsangehörige über den "großen Teich" in die Vereinigten Staaten.

Wachmannschaft von Camp Concordia in Kansas © ORF/Privat/Bernadine CummingsLupeWachmannschaft von Camp Concordia in Kansas
Ein einziger Wachturm von Camp Concordia ist erhalten geblieben und erinnert an die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers © ORF/Robert GoklLupeDer letzte Wachturm von Camp Concordia
Flugaufnahme von Camp Concordia in Kansas © ORF/Privat/Bernadine CummingsLupeFlugaufnahme von Camp Concordia in Kansas

Dort werden sie in Camps untergebracht und sind fortan sogenannte POWs - "Prisoners of War". Über eines dieser ehemaligen Lager, das Camp Concordia in Kansas, wird in der Dokumentation berichtet. Einer der Concordia-Gefangenen war der Offizier und spätere CA-Generaldirektor Heinrich Treichl.

© ORF/Historisches Archiv Lupe
Deutsche Kriegsgefangene in US-Lager bei der "Demokratie-Schulung"
Westalliierte Lager gibt es auch in Nordafrika. Die Arbeits- und Haftbedingungen in der Wüste hat der von den Briten gefangen genommene Wiener Alfred Palisek erlebt. Er wird Opfer eines Mordversuchs. Mit viel Glück entkommt er dem Tod. Über die Hintergründe berichtet er in der Dokumentation. Bis zum Kriegsende, oft auch darüber hinaus lebt in den Camps der Westmächte brauner Korpsgeist und "Führer"-Treue weiter. Während in den sowjetischen Lagern unter geistiger Entnazifizierung die Umerziehung zu Kommunismus und Stalinismus verstanden wird, versuchen die Westalliierten den NS-Geist durch Demokratiekurse auszulöschen. Mit mäßigem Erfolg. Vor allem in den US-Lagern sollte etwas ganz anderes zum bedeutend effektiveren Entnazifizierungsmittel werden.

Doch ganz gleich ob Amerikaner, Briten oder Franzosen: Der Kalte Krieg, der die ehemalige Anti-Hitler-Koalition zum Antikommunismus-Bündnis mutieren ließ, beendet die hehren Absichten recht rasch. Der Kalte Krieg beschleunigte auch die Entlassung der Gefangenen. Ende 1948 sollten die letzten Österreicher aus den Lagern der Westalliierten heimkehren. Die Dokumentation präsentiert auch jenen Mann, der wahrscheinlich als reichster Kriegsgefangener nach Hause zurückkehrte.

Sendedaten
Samstag, 13./14. April 2013
um 4.20Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Eine Dokumentation von Andreas Novak, Österreich 2013
Dokumentationsreihe
© ORF/Historisches ArchivVerschleppt und ausgebeutet
Teil 1/4 der Dokureihe "Kriegsgefangenschaft"
Dokumentationsreihe
© ORF/Robert GoklEndstation Sibirien?
Teil 3/4 der Dokureihe "Kriegsgefangenschaft"
Dokumentationsreihe
© ORF/Brüder BaschHeimkehr
Teil 4/4 der Dokureihe "Kriegsgefangenschaft"