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Chinas Verbotene Stadt
Rückblick
Die Macht der schönen Konkubine
1850 wird in der Verbotenen Stadt ein neuer Kaiser proklamiert - der 20-jährige Xianfeng. Seine Mutter sucht unter sechzig Mädchen die Gemahlin des Kaisers und seine Konkubinen aus
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© ORF/Historisches Archiv Video
Frisiersalon für Beatles-Frisuren in Wien, Februar 1968
Die 60er Jahre - Zwischen Vergangenheit und Zukunft
Teil 2/3 aus der Reihe "Jahrzehnte in Rot-Weiß-Rot"
Es ist die Zeit der Wirtschaftswunderjahre, des Aufschwungs und der Technologieschübe. Sie sind wesentliche Stabilitätsfaktoren der Demokratie. Architektur und Technik sind am Weg in die Modernität. Die Entnazifizierung betrachtet man als abgeschlossen. Die milden Urteile und Freisprüche in Kriegsverbrecherprozessen zeichnen jedoch ein anderes Bild. 1962/63 führt der Streit um die Thronverzichtserklärung von Otto Habsburg die große Koalition in die größte Krise seit 1945. Gegen Ende des Jahrzehnts, während des "Prager Frühlings" bewährt sich das Land am Eisernen Vorhang als Aufnahmezentrum für CSSR-Flüchtlinge. Gleichzeitig schwappen die im Vergleich zu Deutschland und Frankreich zwar recht moderaten, aber für die Entwicklung der Zivilgesellschaft wichtigen Studentenproteste nach Österreich über.
"Wir haben gespürt, dass die Zeit sich verändert, dass wir nicht immer auf demGestrigen stehenbleiben können!" Udo Jürgens erinnert sich in Robert GoklsDokumentation "Die 60er Jahre - Zwischen Vergangenheit und Zukunft" an ein Jahrzehnt des Übergangs, des Umbruchs, der Revolte, in dem vieles erstmals denkbar, erstmals möglich, erstmals erkämpft wird.

© ORF/Scheidl Lupe
Udo Jürgens beim Eurovisions-Songcontest in der Wiener Hofburg 1967
Jung steht gegen alt, modern gegen spießig, liberal gegen autoritär. Es ist vor allem ein Konflikt der Generationen und er zieht sich durch Familie und Gesellschaft.
Die ersten nach dem Krieg geborenen Kinder kommen in die Pubertät, die erste Generation, die frei ist von den psychischen und physischen Folgen von Krieg, Diktatur und Wirtschaftskrise - und viele distanzieren sich von den moralischen und politischen Vorstellungen ihrer Eltern und Großeltern.

© ORF/ÖNB Lupe
Prozess gegen den SS-Verbrecher Franz Novak 1969
1961 konfrontiert Helmut Qualtinger das Fernsehpublikum im „Herrn Karl“ mitdem Geschichtsbild eines typischen Österreichers. Wütende Proteste sind dieFolge, aber die Realität übertrifft in den nächsten Jahren die Fiktion: an der"Habsburg-Affäre" droht die ÖVP-SPÖ-Regierung zu zerbrechen; in Südtirolkommt es zu einer Serie von Terroranschlägen; in der "Fußach-Affäre" brechendie Spannungen zwischen "Wasserkopf" Wien und Bundesländern auf. BeiDemonstrationen gegen den offen antisemitischen UniversitätsprofessorTaras Borodajkewycz wird ein KZ-Überlebender von einem Neonazi erschlagen- der erste politische Tote der Zweiten Republik. Der spätere FinanzministerFerdinand Lacina: "Ich war unmittelbar dabei, als Kirchweger niedergeschlagenwurde. Es war ein fürchterliches Erlebnis!"

Mit Wiederaufbau und Staatsvertrag hat die große Koalition zwei elementarepolitische Ziele erreicht. In den 60er Jahren aber steht das schwarz-roteBündnis eher für Stillstand und Proporz als für Reformwillen; nach wie vorbestehen gravierende Defizite in der demokratischen Kultur. BundespräsidentHeinz Fischer, in den 60er Jahren junger Verfassungsrechtler: "Die Demokratiemuss jeden Tag neu erarbeitet werden. Daher hat man in den 60er Jahrenbegonnen, an Schwächen unseres Parlamentarismus zu arbeiten." 1966 bildetdie ÖVP unter Josef Klaus die erste Alleinregierung der Zweiten Republik.Heinrich Neisser, Mitarbeiter von Josef Klaus, und ÖVP-Doyen Ludwig Steiner,damals erklärter Gegner von Josef Klaus, erinnern sich an diese Jahre.

© ORF/Historisches Archiv Lupe
Jugendliche bei Beatles-Tournee in den 60ern
Die Sozialpartnerschaft sorgt für sozialen Frieden ohne Streiks; langsam bildetsich eine moderne, amerikanisch geprägte Konsumgesellschaft heraus: mitAutomobil, Fernseher, Waschmaschine für alle. Mit den OlympischenWinterspielen 1964 in Innsbruck und den sportlichen Erfolgen wächst auch einösterreichisches Nationalbewusstsein. Familie und Schule aber sind immernoch geprägt von den autoritären Strukturen der Vergangenheit. Chris Lohner,damals am Anfang ihrer Model-Karriere: "Ich hab mit 20 noch mal eineabgefangen von meinem Vater, weil ich um zwei Uhr Früh heimgekommenbin!" Aber die Stars einer internationalen Jugendkultur leben auch denJugendlichen zwischen Boden- und Neusiedler See die Rebellion gegen dasEstablishment vor. Beatrix Neundlinger, später Sängerin der Schmetterlinge,erinnert sich an die Stimmung der 68er-Jugendlichen: "Warum bin ich sokonservativ erzogen? Wo zieht es mich eigentlich hin? Es war auch der Beginn,sozialkritisch zu denken!"

40. Jahrestag der Abtrennung von Südtirol: Demonstration von Studenten, 1960 © ORF/Fritz KernLupeSüdtirolabtrennung
Studenten halten vor der US-Botschaft eine Mahnwache fÜr die Opfer des Vietnam-krieges, nach 1966 © ORF/ÖNBLupeVietnamprotest

Ende der 60er Jahre kommen die ersten Absolventen derNachkriegsgeneration von den Universitäten, 1968, im Jahr internationalerProteste, bleibt es in Österreich zwar relativ ruhig - Heinrich Neisser: "Ich hab’das Jahr 1968 auf die österreichische Art und Weise erlebt, nicht als Sturm,sondern als Lüftchen!". Aber die 68er Bewegung vertieft die Kluft zwischenden Generationen. Wie kann es sein, dass die Kinder sich so sehr von denIdealen der Eltern distanzieren? Weihbischof Helmut Krätzl: "Rückblickendhätte es eine Auseinandersetzung mit den 68ern geben müssen, mit der zumTeil berechtigten Kritik daran, dass Leben nicht nur Leistung und Krampf ist,sondern dass das Leben auch zu genießen ist."

Es ist ein Jahrzehnt zwischen Vergangenheit, Rebellion und Aufbruch. Am Endeder 60er Jahre herrscht unter den Jugendlichen eine Aufbruchsstimmung, dieim nächsten Jahrzehnt von einem Politiker aus ihrer Großvätergenerationumgesetzt werden wird. Die 1960er Jahre legten die Basis für die Kreisky-Reformen der 1970er Jahre. Chris Lohner: "Es wurde der Grundstein für vieleDinge gelegt, die heute selbstverständlich sind. Vieles, was auch die Jugenderreicht hat, für die Jugend heute!"

Sendedaten
Mittwoch, 16. Jänner 2013
um 21.00 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Ein Film von Robert Gokl, Österreich 2012
Dokumentationsreihe
© ORF/Erich LessingJahrzehnte in Rot-Weiß-Rot
Die 50er Jahre - Das brüchige Fundament

Montag, 14. Jänner 2013
um 21.00 Uhr
Dokumentationsreihe
© ORFJahrzehnte in Rot-Weiß-Rot
Die 70er Jahre - Die Insel der Seligen

Samstag, 19. Jänner 2013
um 21.45 Uhr