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Seidenstrasse - Die HighlightsSeidenstrasse - Die Highlights
Peter Gysling nimmt das Fernsehpublikum mit auf ein grosses Abenteuer. Der Kaukasus- und Zentralasienkenner bereiste 2012 eine der Nordrouten der Seidenstrasse und erlebte eine Welt im Umbruch. Das Abenteuer führte von Venedig nach Xi’an in China (Italien, Türkei, Georgien, Aserbaidschan, Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, China).

(Erstausstrahlung Mai 2017)

Seidenstraße
Von Venedig nach Xi'an mit Peter Gysling
Auf Marco Polos Spuren reist der Kaukasus- und Zentralasienexperte Peter Gysling von Venedig bis nach Xi’an in China und vermittelt soauf ganz persönliche Weise den Charme und den Mythos des Reisens auf den historischen Handelswegen.
Die legendäre Seidenstraße ist seit der Antike ein zentrales und bis heute faszinierendes Netz von Handelswegen zwischen Ost und West. Im Mittelpunkt der Reise stehen die Begegnungen mit Menschen: ihre Lebensfreude, ihre Sorgen, ihr Alltag. Diese Menschen repräsentieren die unterschiedlichen Lebensweisen der Länder entlang der Seidenstraße.

Die Seidenstraße ist so etwas wie die Mutter der Globalisierung und trotzdem gibt es sie eigentlich gar nicht, die Seidenstraße. Denn schon zu Marco Polos Zeiten war die Seidenstraße ein breiter Korridor zwischen Orient und Okzident, der sich als Band von Europa durch Zentralasien bis weit ins Zentrum von China zog. Immer wieder hat sich das fein verästelte Netzwerk von Handels- und Verkehrswegen erweitert oder verschoben, beeinflusst durch Kriege und neue Grenzen.

Transportierten einst die Karawanen Seide, Gewürze, Keramik und Kunsthandwerk, sind es heute Rohstoffe wie Öl, Gas oder Konsumgüter, die durch Pipelines, LKWs und Eisenbahnwagen entlang der alten Route verschoben werden. Denn die Seidenstraße lebt weiter, mehr denn je.

20 Jahre nach dem Untergang der Sowjetunion wittern Zentralasiens Stan-Staaten die Gunst der Stunde: China drängt nach Westen und investiert dafür Milliarden in die maroden Schienen- und Straßennetze der ehemaligen Sowjetstaaten, denn China will aus der Seidenstraße eine Eisenstraße machen und Peking mit London verbinden. Die Grundsteine sind längst gelegt, Tunnelbohrer wühlen sich tief unter dem Bosporus von Europa nach Asien und werden 2014 auch die historische Meerenge zwischen den Kontinenten untergraben.

Alle Folgen im Überblick

Folge 1:
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Von geschichtsbewussten Kostümkünstlern, geschäftstüchtigen Chinesen, modernen und traditionellen Türken

Am Startpunkt Venedig folgt Peter Gysling den Spuren Marco Polos. Sie führen einem quirligen Kostümdesigner, der die Tradition historischer Kleider aufrecht erhält und für viele Kino-, Theater- und Opernproduktionen opulente Gewänder fertigt.

In Istanbul besucht Peter Gysling die Sängerin Yudum, die singt und Baglama spielt. Variationen dieses Saiteninstruments wurden als musikalisches Kulturgut entlang der ganzen Seidenstraße verbreitet.
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Folge 2:
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Von trinkfreudigen Bauern, felsenfesten Glaubensbrüdern, vergessenen Flüchtlingen und menschenfreundlichen Milliardären

Die Ferienmetropole am Schwarzen Meer wird rigoros ausgebaut worden. Die neuen Casinos und Fünfsternehotels wirken wie ein potemkinsches Dorf. Die Kulisse kaschiert die wirkliche Situation der Stadt und des Landes.

In der wilden Bergwelt der Region Adscharien trifft Peter Gysling auf ein ganz anderes Georgien. Die Menschen, die von einer bescheidenen Landwirtschaft leben, wirken besonders engagiert und selbstbewusst.
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Folge 3:
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Von traumhaften Teppichen, heilenden Ölbädern, riesigem Rohstoff-Reichtum, vergessenen Vertriebenen und hinreißenden Liebesgeschichten

Aserbaidschan ist berühmt für seine Teppichtradition. Die Zeiten der kleinen Familienbetriebe sind allerdings vorbei. Peter Gysling besucht die privatisierte Seidenfabrik Sheki, einst die größte Seidenproduktionsstätte der Sowjetunion. Heute arbeiten hier rund 900 Weberinnen, fertigen in Handarbeit Baumwoll- und Seidenteppiche nach traditionellen Vorlagen und bewahren so das kulturelle Erbe.

In der Stadt Naftalan tritt das Schweröl ohne komplizierte Förderung an die Erdoberfläche. Das Kurbaden im schwarzen Gold ist seit Sowjetzeiten ein Hit: Es hilft angeblich gegen Rheuma, Arthritis und Schuppenflechte. Das Fernsehteam gewinnt einen heiteren Einblick in die skurrile Welt der Ölwannen, in der ein Bademeister seinen Gast aufwändig vom Öl freischabt.
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Folge 4:
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Von röhrenden Kamelen, künftigen Knotenpunkten, besessenen Architekten und autoritären Herrschern

Peter Gysling besucht Khan Bibi und ihre Familie, die in der Nähe von Aktau Kamele züchten. Waren die Kamele früher die Transporttiere der Seidenstraße, dienen sie heute der Fleisch- und Milchproduktion. Die kasachischen Bauern streben nicht nach Reichtum, sondern nach einem freien Leben mit reiner Seele.

Hafenberater Rachim Amirschanow führt Peter Gysling durch die beeindruckenden Hafenanlagen von Aktau, einer Schlüsselstelle der neuen Seidenstraße für den Öltransport von Zentralasien über den Kaukasus nach Europa.
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Folge 5:
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Von geretteter Kunst, subventionierten Volkskultur, historischen Stätten, gesponsorten Massenhochzeiten, verfolgten Minderheiten und machtlosen Drogenfahndern

Seit der Unabhängigkeitserklärung von 1991 regiert Präsident Islom Karimov den Staat Usbekistan. Die Verfassung basiert offiziell auf Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Marktwirtschaft, in der Realität weist die Demokratie jedoch erhebliche Defizite auf. Peter Gysling trifft sich mit dem unerschrockenen Journalisten Alexej Wolossewitsch, der das usbekische System heftig kritisiert.
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Folge 6:
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Von schlauen Unternehmern, pragmatischen Politikern, fantastischen Pferdetrekkings, fleißigen Straßenbauern und sinnlichen Seidenmachern

Rosa Otunbajeva ist das, was die meisten Politiker nicht sind: pragmatisch, weise und fähig, das Amt freiwillig wieder abzugeben. Die ehemalige Übergangspräsidentin Kirgistans (2010-2011) empfängt Peter Gysling zum Brunch und spricht sympathisch und offen über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ihres Landes.
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Folge 7:
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Von visionären Höhlenmalern, sandigem Massentourismus, modernen Mönchen, gestressten Schülern, verregnetem Heiratsmarkt und weitsichtigem Kaiser

Die Mogao-Grotten in Dunhuang mit ihrem buddhistischen Skulpturen und Wandmalerien gehören zum Weltkulturerbe. Chang Jiahuang, Sohn des berühmten Mogao-Konservators, verwirklicht in der Nähe die Familienvision von neuen Höhlen. Chang Jiahuang führt Peter Gysling durch die Chang Grotten, wo moderne Künstler aus aller Welt zeitgenössiche Höhlenmalereien schaffen und historische Meisterwerke aus ausländischen Museen rekonstruiert werden.

Der Besuch der weltberühmten Terrakotta Armee in Xi’an rundet die große Reise ab.
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Sendedaten
Seidenstrasse
Freitag, 8. September 2017
ab 13.35 Uhr

Siebenteilige Dokumentationsreihe
© SRF(Erstausstrahlung Januar 2013)
Übersicht
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