© ORF/Cosmos Factory/Udo Maurer
Video online ab 27.7.2017, 6.00 UhrVideo online ab 27.7.2017, 6.00 Uhr
Valley of Moon, Atacama Wüste, Chile
Extrem! Zwischen Dürre und Sintflut
Trockenheit, die das letzte Wasser verdunsten lässt und Feuchtigkeit, bei der nichts mehr trocken bleibt - unsere Erde ist eine Welt der Extreme, und auch gemäßigte Regionen sollen im 21. Jahrhundert extrem werden. Weite Teile der Welt werden allmählich austrocknen, während andere im Regen versinken. Wie kann der Mensch mit den geänderten Verhältnissen umgehen? Eine Antwort darauf findet man in jenen Gebieten, wo schon jetzt außergewöhnliche Verhältnisse herrschen, wo die Menschen am Limit leben: an den feuchtesten und trockensten besiedelten Orten der Erde.
Regenfälle mit 60 Liter Niederschlag in der Stunde in Österreich, tödliche Trockenheit dagegen am Horn von Afrika - aktuelle Ereignisse, die drastisch vor Augen führen, welche Klima-Szenarien möglich sind. Unsere Erde ist eine Welt der Extreme, und auch gemäßigte Regionen sollen im 21. Jahrhundert extrem werden. Weite Teile der Welt werden austrocknen, während andere im Regen versinken. Wie geht der Mensch mit solchen Verhältnissen um? Antworten darauf findet man in jenen Gebieten, wo schon jetzt außergewöhnliche Verhältnisse herrschen, wo die Menschen am Limit leben. Für die "Universum"-Dokumentation "Extrem! Zwischen Dürre und Sintflut" sind Regisseur und Kameramann Udo Maurer und sein Assistent Eckehard Braun unter abenteuerlichen Umständen um die Welt gereist.

Mann des Kanuristammes mit seinem wertvollsten Besitz, seinem Pferd. Indil, Sahel, Niger © ORF/Cosmos Factory/Udo Maurer Mann des Kanuristammes mit seinem wertvollsten Besitz, seinem Pferd. Indil, Sahel, Niger
Eine Gruppe von Kanurifrauen nahe Indil, Sahel, Niger auf dem Weg Feuerholz zu sammeln © ORF/Cosmos Factory/Udo Maurer Eine Gruppe von Kanurifrauen nahe Indil, Sahel, Niger auf dem Weg Feuerholz zu sammeln
Eine Dromedar-Karawane verlässt das kleine Kanuridorf Indil mit Salz für eine einwöchige Reise nach Nigeria © ORF/Cosmos Factory/Udo Maurer Eine Dromedar-Karawane verlässt das kleine Kanuridorf Indil mit Salz für eine einwöchige Reise nach Nigeria

Bei fünfzig Grad im Schatten sind sie in einem kleinen Dorf im Niger zwischen Kamelen durch den Sand gewatet, auf der Insel La Réunion stundenlang über scharfkantige Felsen im Nebel zu einer Wetterstation aufgestiegen, sie haben sich durch den Staub der Atacama-Wüste gekämpft und im Nordwesten von Indien so viel Regen ertragen, dass ihre Geräte knapp am Verschimmeln waren.

Regenwolken ziehen über den Foret de Belouve, Salazie, Réunion © ORF/Cosmos Factory/Udo Maurer Regenwolken ziehen über den Foret de Belouve, Salazie, Réunion
Bushaltestelle in Cherrapunjee, Indien © ORF/Cosmos Factory/Udo Maurer Bushaltestelle in Cherrapunjee, Indien
Nebelfänger Hugo Streeter Cortez in seinem Aloe Verde Feld © ORF/Cosmos Factory/Udo Maurer Nebelfänger Hugo Streeter Cortez in seinem Aloe Verde Feld

Maurers Film ist ein Wechselspiel zwischen Dürre und Sintflut. Am regenreichsten Ort der Welt, der indischen Stadt Cherrapunjee, sind in den vergangenen siebzig Jahren im Schnitt zwölf Meter Regen pro Jahr gefallen. Das ist etwa zehnmal so viel wie in New York City und zwanzigmal so viel wie in Berlin. In Cherrapunjee ist Regen nicht bloß ein Ereignis, sondern ein Spektakel. Das beweisen auch die "Regenmacher". Sie sind äußerst gewitzt: Weil "alles andere gegen die Regeln der Natur" sei, machen sie Regen ausschließlich während der Regenzeit.

© ORF/Cosmos Factory/Udo Maurer Eine von vielen Autopannen in der Sahara, nahe N´Guigmi, Niger
Eine von vielen Autopannen in der Sahara, nahe N´Guigmi, Niger
In der afrikanischen Republik Niger kämpft man dagegen um jedes einzelne grüne Gewächs. Niger ist beinahe doppelt so groß wie Frankreich und besteht zu 80 Prozent aus Wüste. Von der fürchterlichen Dürre Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts konnte sich das Land bis heute nicht erholen. Der Grundwasserspiegel sinkt. Bäume, Sträucher und Dörfer werden von der Wüste verschluckt.
Die Dünen wandern nach Süden und überfluten die Dörfer. Die Menschen bauen neue Dörfer. Die Wüste eilt ihnen hinterher. Sie leben im wahrsten Sinne des Wortes am Limit: kaum Wasser, unter glühender Sonne, in Furcht vor Dürre und Hungersnot und immer auf der Flucht vor dem Sand. Heuer ist Niger von einer Katastrophe verschont geblieben, dafür traf es eine Region 5.000 Kilometer östlich: Somalia am Horn von Afrika, wo derzeit Millionen Menschen ums Überleben kämpfen.

Sendedaten
Donnerstag, 27. Juli 2017
um 15.15 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Eine Dokumentation von Udo Maurer, Österreich 2010
Sendung zum Thema
© ORF/Cosmos FactoryExtrem!
Heißkalt - Die extremsten Orte der Welt

Donnerstag, 27. Juli 2017, 14.25 Uhr
Dokumentation
Extrem! Von höchsten Höhen bis unters Meer
Donnerstag, 27. Juli 2017, 16.10 Uhr
Sendung zum Thema
Extrem! - Licht und Schatten
Donnerstag, 27. Juli 2017, 17.00 Uhr