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Mai 2013
bis ans Ende der Welt
Rückblick
Die legendäre Ruta 40
Sie ist eine der letzten Traumstraßen der Welt. Die Ruta 40 führt von der bolivianisch-argentinischen Grenze bis zur Magellanstraße im Süden Argentiniens. Unter großen Mühen entstand sie in den 1930er Jahren.
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Ferdinand Porsche mit Porsche 356 Coupé
Ferdinand Porsche
Der Techniker
Als er in Adolf Hitlers Dienste trat, war Ferdinand Porsche ein Auto-Konstrukteur von Rang und Namen. Ehrgeizig und unbeirrbar kämpfte er für die Durchsetzung seiner technologischen Neuerungen. Doch bei etablierten Autobauern galten viele seiner Ideen als zu kostspielig und undurchführbar - deshalb wandte sich Porsche an den mächtigsten Mann im Staat, Adolf Hitler.
Er wusste um die Vorliebe seines österreichischen Landsmanns für schnelle Autos, für Straßenbau und Motorsport. Porsches und Hitlers Wege schienen geradezu zwangsläufig aufeinander zuzuführen. Der "Volkswagen" wurde ihr gemeinsames Projekt, und später zur Legende - als Krieg und Diktatur längst vorüber waren.

Der "Volkswagen"
Am 11. Februar 1933 - nur zwölf Tage nachdem Hitler an die Macht kam - eröffnete der neue Reichskanzler in Berlin die Automobilausstellung mit einer programmatischen Rede. Die Deutschen, so wollte es der "Führer", sollten ein Volk von Autofahrern werden. Das Fahrzeug sollte für jeden "Volksgenossen" erschwinglich sein.

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Ferdinand Porsche 1935
Porsche war begeistert, denn auch sein Traum war die Massenmotorisierung - er unterbreitete Hitler seine Konzepte. Der beauftragte Porsche mit der Konstruktion des "Volkswagens". "Herr Dr. Porsche", schloss Hitler die lange Unterredung, "Sie fragen, zu welchem Preis der Wagen hergestellt werden soll? Das kann ich Ihnen sagen: Jeder Preis unter tausend Mark ist mir recht." Der Staat würde jedes Defizit decken, versicherte er. Wenn die Industrie nicht wolle, so werde man ein eigenes Werk bauen.

Ökonomie zählte nicht
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Hitler begutachtet ersten VW Käfer
Das war der Triumph der Idee - genau das, was Porsche wollte. Er übernahm Hitlers Preisvorstellung, wohlwissend, dass sein Fahrzeug eigentlich nicht unter 1.500 Reichsmark herzustellen sein würde. Aber er spürte wohl instinktiv: Hier zählten nicht Gesetze der Ökonomie, hier ging es darum, die "Volksgemeinschaft" auf ihren "Führer" einzuschwören.

Porsche war dabei Hitlers Gehilfe, während Hitler für Porsche der größte Auftraggeber war, den man sich vorstellen konnte. "Fünf Mark die Woche musst du sparen, willst du im eigenen Wagen fahren", so lautete die Parole. 300.000 Volksgenossen folgten ihr.

Motorisierung der Wehrmacht
Doch keiner jener Sparer kam in den Genuss der neu gefertigten Fahrzeuge. Denn Porsches neu errichtetes Kdf-Werk im heutigen Wolfsburg hatte bald schon für die Motorisierung der Wehrmacht zu sorgen: Bei der Produktion seines "Kübelwagens" ging es Porsche vornehmlich darum, die Leistungsfähigkeit seines Muster-Werks unter Beweis zu stellen. Denn Porsche wollte im siegreichen Nachkriegs-Deutschland als Autoproduzent die erste Geige spielen.

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Ferdinand Porsche 1939 auf einer Versuchsfahrt mit dem VW Käfer
Für seine ehrgeizigen Pläne war Porsche bereit, alle Mittel in Anspruch zu nehmen, die das NS-Regime ihm bot: 15.000 Menschen, zwei Drittel der Gesamtbelegschaft, schufteten auf dem Höhepunkt der Kriegsproduktion als Zwangsarbeiter im Volkswagenwerk. Als Porsche zweimal ausdrücklich darum bat, lieferte Himmlers SS "Nachschub" auch aus den Konzentrationslagern.

Kein strammer Nazi
Nach Kriegsende befand sich der siebzigjährige Porsche ein Jahr lang in französischer Haft - er empfand dies als persönliche Kränkung. Ihm wurde nie der Prozess gemacht. Juristisch und politisch galt er als unbelastet. Ein strammer Nazi ist der Tüftler aus dem Sudetenland tatsächlich nie gewesen. Doch er hat mit den Wölfen geheult, solange sie ihm nützlich waren. Hat sich für ihn nie die Frage nach Recht oder Unrecht gestellt?

"Ferdinand Porsche - Der Techniker" zeigt die wechselhafte Karriere des österreichischen Konstrukteurs und seiner Firma - von den Anfängen im Wien der Jahrhundertwende bis hin zur Vorstellung des Porsche 356 zu Beginn der Wirtschaftswunderjahre.

Filmmaterial aus österreichischen, deutschen, britischen und amerikanischen Quellen zeichnet das Bild einer Epoche, in der das Automobil zum Symbol des Fortschritts wurde. VW-Arbeiter der ersten Stunde berichten vom Aufbau des KdF-Werks und über ihren Traum vom eigenen Auto, ehemalige Zwangsarbeiter von den Arbeitsbedingungen in der Waffenschmiede.

Sendedaten
Freitag, 26. Oktober 2012, 17.05 Uhr
Info
Film von Peter Adler und Alexander Berkel
(aus der ZDF-Reihe "Hitlers Manager")
(Erstsendung: 14.12.2004)
Thementag
© ORF Niederösterreichische LandesbibliothekFamilien, Clans und Dynastien
Freitag, 26. Oktober 2012,
ab 6.00 Uhr
Porträt
Die Porsches (3sat-Edition)
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