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Archiv & Vorschau
Mai 2013
Goldene Zeiten voraus
Rückblick
Myanmars Reise in die Zukunft
Seit der Öffnung Myanmars wächst das internationale Interesse an dem südostasiatischen Land. Bislang blieb Journalisten eine Bestandsaufnahme jedoch weitgehend verwehrt.
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Blick auf Dubai. Erdöl hat die Golfstaaten zu finanziellen Supermächten gemacht, aber der Überfluss der Petro-Dollars hat auch eigene Probleme geschaffen.
Vom Bazar an die Wall Street
Einblicke in das islamische Finanzsystem
Mit der Banken- und Finanzkrise im Jahr 2008 und nach den Ereignissen des Arabischen Frühlings im Jahr 2011 wurde die westliche Welt auf ein alternatives, religiös geprägtes Finanzsystem mit dem Namen "Islamic Finance" aufmerksam. Im Schatten des konventionellen Finanzsystems hat sich in den Golfstaaten, der Türkei und den islamisch geprägten Ländern Südostasiens ein alternatives Konzept entwickelt, das scheinbar von der Finanz- und Bankenkrise weniger betroffen ist. Aber was genau steckt hinter "Islamic Finance", wie ist es entstanden und wie unterscheidet es sich vom bekannten System? Ist es der häufig beschworene "Dritte Weg" zwischen Kapitalismus und Kommunismus?
Der Islam hat Einfluss auf einen Wirtschaftsraum mit mehr als 1,5 Milliarden Gläubigen genommen. Die weltweit größten Staatsfonds in den Golfstaaten, die aufstrebende Wirtschaft der Türkei und die boomenden Ökonomien der bevölkerungsstarken islamischen Länder Südostasiens prägen eine neue Verbindung - aus Rückbesinnung auf traditionelle, religiöse Werte und modernes wirtschaftliches Wachstum. Diese Entwicklung könnte sich auch in den Staaten des Arabischen Frühlings fortsetzen.

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The Pearl bei Doha im Emirat Katar. Luxusinvestitionen wie diese haben langfristige Ziele, die auch vom Öl unabhängig machen.
Verfechter eines islamischen Finanz- und Wirtschaftssystems sind überzeugt, dass Islam und Moderne keinen Widerspruch bilden. Die religiösen Vorgaben aus dem Koran und der Scharia sind vielmehr auch Grundlage eines Systems, das weit mehr als das westlich kapitalistische Wirtschaftsmodell ethische Werte in den Mittelpunkt stellt. Dazu zählen die gerechte Teilung von Risiken und die Förderung wirtschaftlich benachteiligter Mitglieder der Gesellschaft. Vor allem muss jedes Bankgeschäft mit einem realen Wert unterlegt werden, und Zinsen auf Bankgeschäfte sind nicht zulässig. Vom alten Bazar Istanbuls über die neue, religiös geprägte Unternehmerschicht in Anatolien bis zu den glitzernden Wolkenkratzern in Bahrain, Katar, Dubai und Abu Dhabi spielt "Islamic Finance" eine immer größere Rolle.

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Die Herrscherfamilien in Abu Dhabi sind zu den Top-Playern unter den Entrepreneurs geworden.
Die Dokumentation "Vom Bazar an die Wall Street" blickt hinter die Kulissen dieses islamischen Finanzsystems, stellt neue, aufstrebende Unternehmer, aber auch einfache Arbeiter vor. Sowohl Wirtschaftsexperten in London, dem europäischen Zentrum von "Islamic Finance", als auch Schlüsselfiguren aus den Golfstaaten erklären Unterschiede, Gemeinsamkeiten und nicht zuletzt Probleme eines Systems, von dem viele Ökonomen glauben, dass es das 21. Jahrhundert entscheidend mitprägen wird. Islamische Rechtsgelehrte, die Scholars, legen fest, welche Finanzmodelle nach dem Koran "halal" - erlaubt - und "haram" - verboten - sind. Aber schafft es "Islamic Finance", seiner Vorgabe gerecht zu werden, sämtlichen Bankgeschäften reale Werte zu unterlegen, also Sicherheiten, die westliche Banken durch immer neue Spekulationsmodelle nicht mehr gewährleisten?

Sendedaten
Dienstag, 9. Oktober 2012, 22.30 Uhr
Info
Film von Jörg Bundschuh und Matthias Heeder
(Erstsendung: 15.05.2012)
Sendung zum Thema
Ohne Zins ins Paradies
Dienstag, 9. Oktober 2012, 23.20 Uhr
Infografik
Die Grundlagen und Kennzahlen des weltweit expandieredem "Islamic Banking" in der internationalen Finanzwelt.
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