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Mai 2013
Wir fahren nach Berlin!
Rückblick
50 Jahre Theatertreffen
Wir blicken auf die Geschichte des Festivals zurück, zeigen markante Inszenierungen und prägende Theatermacher und blicken auf die Zeitgeschichte. Das Theatertreffen im Spiegel der Zeit.
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© SRF Lupe
Der Tatort, die Scheune an der Sihl.
Tod an der Sihl
2003 verschwand eine Prostituierte vom Drogenstrich am Zürcher Sihlquai. Die Polizei tappte lange im Dunkeln. Erst ein Jahr später verhaftete sie einen beliebten Bauern vom Hirzel bei Zürich, der regelmässigen Pilgerfahrten nach Lourdes begleitet hatte. Er wurde wegen Mordes zu 17 Jahren Haft verurteilt. Doch war es wirklich Mord?
Am 28. Juli 2003 meldete ein Mann der Polizei das Verschwinden seiner Lebenspartnerin. Sie war bereits seit sechs Tagen nicht mehr nach Hause gekommen. Die Frau war drogenabhängig und schaffte am Zürcher Sihlquai an. Während Monaten tappte die Polizei im Dunkeln. Auch ein Aufruf in Aktenzeichen XY brachte keine brauchbaren Ergebnisse. Die einzige verwertbare Spur lieferte das Handy der Vermissten. Die Polizei fand heraus, dass die letzten Handysignale der Vermissten im Raum Sihlbrugg, Zürich, aufgefangen wurden.

Zudem fanden sich Hinweise im polizeilichen Informationssystem VICLAS, die den Verdacht der Ermittler auf einen Bauern vom Hirzel richteten, in dessen Haus und Scheune tatsächlich belastendes Beweismaterial sichergestellt wurde. Schließlich stießen die Ermittler auch auf die Leiche der vermissten Frau. Sie wies gleich mehrfache tödliche Verletzungen auf.

Gut zwei Jahre danach fand der Prozess vor dem - im Kanton Zürich inzwischen abgeschafften - Geschworenengericht statt. Der Täter, ein Landwirt und eifriger Lourdes-Pilgerer, hatte die Tat zwar immer gestanden, doch laut seiner Aussage vermochte er sich nicht an die genauen Umstände zu erinnern. So sehr er auch ins Kreuzverhör genommen wurde - was genau vorgefallen war damals konnte bis zum Schluss nicht ermittelt werden.

Trotzdem plädierte der Staatsanwalt auf Mord, der schärfstmöglichen Verurteilung. Und die Geschworenen folgten ihm. Doch im Nachhinein wirft das Verdikt Fragen auf. Strafrechtsprofessor Christian Schwarzenegger nimmt dazu Stellung.

Sendedaten
20. August 2012, 22.55 Uhr
Kriminalfälle
Schweizer Verbrechen 2012 im Visier
Info
Film von Michael Hegglin
(Erstsendung: 4.07.2012)

Michael Hegglin zeichnet den Fall nach, er konnte mit dem Täter im Gefängnis sprechen, hat auch dessen Freunde und Lourdes-Pilgerer besucht und kommt zu überraschenden Ergebnissen.
Über die Sendereihe
"DOK" beschränkt sich nicht auf einen Themenkreis, sondern erzähltGeschichten, vielseitig wie das Leben.