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Mai 2013
Goldene Zeiten voraus
Rückblick
Myanmars Reise in die Zukunft
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© ZDF/Jürgen Detmers Lupe
Freddy Leck - Sein Waschsalon ist Kult, denn Freddy wäscht für alle. Bei ihm treffen sich Hartz-IV-Empfänger und Politiker, junge Burschen ohne Wohnsitz und freundliche Omas mit Euros unter dem Kopfkissen.
Leben im Schleudergang
Arm und Reich im Waschsalon
Sonntag ist Waschtag. In "Freddy Leck sein Waschsalon" herrscht Hochbetrieb. Freddys Stammkunden sind Hartz-IV-Empfänger und Politiker, Studenten und Professoren, junge Burschen ohne Geld und Omas mit Euros unterm Kopfkissen.
Für einen Moment lang sind hier alle Menschen gleich, wenn ihre schmutzige Wäsche in die Trommel wandert und Akademiker genauso wie Arbeitslose auf saubere Socken und duftende Unterhemden warten.

Freddys Waschsalon ist einer der wenigen Orte, wo die unterschiedlichsten Menschen aus den verschiedensten Milieus zusammentreffen. Das liegt daran, dass Freddy für jeden etwas bietet, für die eiligen Leute aus dem Regierungsviertel um die Ecke wie für die aus den ärmeren Blocks Richtung Berlin-Moabit.

Alle haben ihren Platz im Waschsalon, der seinem Namen alle Ehre macht, weil er wie ein Salon eingerichtet ist, mit Wohnzimmertapete an den Wänden, klassischer Musik und Brettspielen. Während die Wäsche schleudert, werden Bewerbungen geschrieben, wird Kaffee getrunken, es gibt Gespräche mit Touristen aus aller Herren Länder.

Gute Laune neben sorgenvollen Gesichtern: Freddy hat Kunden, die können sich die 80 Cent für den Trockner nicht leisten, wie die alleinerziehende Mutter mit ihrer 12-jährigen Tochter. In der Wohnung mit Schimmel an der Decke muss die feuchte Wäsche trocknen. Und es gibt "Oma'chen", die ihre Rente lieber für andere ausgibt als sich eine eigene Waschmaschine zu kaufen, manchmal verschenkt sie Hemden an Obdachlose in der Nähe von Freddy's Waschsalon.

Und der Wirtschaftsprofessor ist wieder da, der sich das "Deluxe"-Paket für seine Wäsche leisten kann. Er fragt sich immer noch, ob eine Gesellschaft, die sich nur über Geld definiert, funktionieren kann. Eine sehr praktische Frage für den 22-jährigen Olli, der sich als Wohnung gerade mal ein Bett mit Schrank in einem Sechsbett-Zimmer leisten und von einer "Deluxe"-Wäsche nur träumen kann. Manche verachten ihn dafür, erzählt Olli, aber er hält dagegen: "Ich bin trotzdem ein wertvoller Mensch."

Währenddessen hat Freddy darüber nachgedacht, dass man der alleinerziehenden Mutter mit der feuchten Wohnung helfen müsste. Er will sich in der Nachbarschaft umhören - schöne, preiswerte Wohnung gesucht. Ob er etwas findet? Freddy, Oma'chen und einige andere Lebenskünstler bei ihrem Versuch, den Konflikt zwischen der Sehnsucht nach Menschlichkeit und den finanziellen Zwängen der modernen Welt zu meistern.

Sendedaten
In der Nacht zum 30. Januar 2013,
um 0.05 Uhr
Information zur Sendung
Länge: 30 Minuten
Dokumentationsreihe, Deutschland
Info zum Film
Film von Sibylle Trost
(Erstsendung: 4.09.2012)