Übersicht
Archiv & Vorschau
Mai 2013
Goldene Zeiten voraus
Rückblick
Myanmars Reise in die Zukunft
Seit der Öffnung Myanmars wächst das internationale Interesse an dem südostasiatischen Land. Bislang blieb Journalisten eine Bestandsaufnahme jedoch weitgehend verwehrt.
Navigationselement
© ORF/FOR TV/Thomas Macho Video
Klimt-Porzellanfiguren - Der Kuss wird in jeder nur möglichen Form vermarktet
Ein Kuss macht Kasse
Klimt zwischen Kunst und Kommerz
Das Klimtjahr 2012 ist Anlass für eine unendliche Lawine von Ausstellungen, Merchandising-Produkten und Tourismus-Angeboten. Klimt-Teddybär, Klimt-Hundedecke, Klimt-Porzellanfigur, Klimt-Praline, Klimt-Barbie, Klimt-Regenschirm, Klimt-Kochbuch. Klimt sells. In krassem Gegensatz zu diesem Boom steht die heftige Kritik, der Klimts Werk zu seinen Lebzeiten ausgesetzt war. Thomas Macho, Autor und Regisseur des Films, wirft aber auch einen Blick in etwas stillere Ecken: Zum Beispiel auf einen Kopisten im südchinesischen Malerstädtchen Dafen, der erklärt, warum eine Klimt-Kopie viel aufwändiger herzustellen ist, als etwa ein Monet und er trifft einen Enkel des Künstlers, der von dem Rummel alles andere als begeistert ist.
Im Klimtjahr 2012 - wir "feiern" seinen 150. Geburtstag - scheint der Künstler ein ähnliches Schicksal zu erleiden, wie dies vor ein paar Jahren W.A. Mozart widerfahren ist: unter einer schier unendlichen Lawine von Ausstellungen, Merchandising-Produkten und Tourismus-Angeboten begraben zu werden. Klimt-Teddybär, Klimt-Hundedecke, Klimt-Porzellanfigur, Klimt-Praline, Klimt-Barbie, Klimt-Regenschirm, Klimt-Kochbuch: Hauptsache, "Der Kuss" ist darauf abgebildet; davon abgesehen sind der Phantasie der Vermarkter keine Grenzen gesetzt.

© ORF/FOR TV/Thomas Macho Lupe
Hier verbrachte Klimt seine Sommer - am Attersee
Zahllose Klimt-Ausstellungen werden gezeigt. Am verschlafen-romantischen Ufer des Attersees (Klimts Sommerresidenz) eröffnet ein Klimt-Zentrum - von dem niemand so recht weiß, wie es eigentlich genutzt werden soll - und von Kanada bis Japan wird Wien als Klimt-Stadt großflächig beworben. Klimt sells. In krassem Gegensatz zu diesem Boom steht die heftige Kritik, der Klimts Werk zu seinen Lebzeiten ausgesetzt war: Die Protagonisten des Films zitieren aus teils sehr derben Zeitungsartikeln aus der Epoche der Secessionisten und zeigen damit, wie schnell aus einem verachteten Künstler ein Superstar werden kann.

Hier wird eine Kuss-Porzellanfigur von Hand bemalt © ORF/FOR TV/Thomas MachoLupeHier wird eine Kuss-Porzellanfigur von Hand bemalt
Klimt-Teller kann man in jeder Größe erstehen  © ORF/FOR TV/Thomas MachoLupeKlimt-Teller kann man in jeder Größe erstehen
Und auch hier nicht echt: s/w-Kopien der im 2. Weltkrieg verbrannten "Fakultätsbilder" an der Decke des großen Uni-Festsaales © ORF/FOR TV/Thomas MachoLupeUnd auch hier nicht echt: im Festsaal der Wr. Universität

Thomas Macho, Autor und Regisseur des Films, wirft aber auch einen Blick in etwas stillere Ecken: Zum Beispiel auf einen Kopisten im südchinesischen Malerstädtchen Dafen, der erklärt, warum eine Klimt-Kopie viel aufwändiger herzustellen ist, als etwa ein Monet; auf das "Haus Gustav Klimt", ein Seniorenheim im 14. Wiener Gemeindebezirk und seine rüstigen, kunstinteressierten Bewohner; und er trifft einen Enkel des Künstlers, der von dem Rummel alles andere als begeistert ist.

Sendedaten
Samstag, 14. Juli 2012
um 21.45 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Ein Film von Thomas Macho, Österreich 2012
Sendung zum Thema
Die nackte Wahrheit
Wiener Skandale um 1900

Samstag, 14. Juli 2012
um 22.15 Uhr
Links