Übersicht
Archiv & Vorschau
Mai 2013
Wissenschaft am Donnerstag
Rückblick
Versuchslabor Armut
Mehr als vier Milliarden Euro spenden allein die Deutschen alljährlich für humanitäre Hilfsprojekte. Sie tun es in der Hoffnung, die Armut in der Welt zu bekämpfen. Aber wann hilft die Hilfe wirklich?
Navigationselement
Video
Video der Sendung ansehen
Friedrich. Ein Psychodrama
Der König auf der Couch
2012 jährt sich der Geburtstag Friedrichs des Großen zum 300. Mal. Friedrich II. wird verehrt und gepriesen, als starker König und Feldherr, als derjenige, der Preußen zu Macht und Glanz verholfen hat, als Schöngeist, Philosoph und Flötenspieler. Doch der Preußenkönig hatte auch dunkle Seiten.
"Friedrich. Ein Psychodrama" beschäftigt sich mit der Frage, wie aus dem Schöngeist, aus dem vom Vater verspotteten Feigling der Militär werden konnte, der halb Europa in Atem hielt. Die Dokumentation von Andreas Lehmann beleuchtet das "hochpathologische" Milieu, in dem Friedrich aufwächst. Mit dem Körper und Psyche extrem belastenden, völlig gestörten Verhältnis zum Vater Friedrich Wilhelm I.

Der Film begibt sich in die Abgründe des Menschen Friedrich und konzentriert sich dabei auf die traumatische Erfahrung: Auf Friedrichs Fluchtversuch und der nachfolgenden, angedrohten Hinrichtung - durch den eigenen Vater. Und auf die oft nur angedeutete Problematik, dass Friedrichs Zeugungsunfähigkeit - für einen König seinerzeit ein eminenter Makel - seiner vermeintlichen Homosexualität, den krankhaften Folgen einer (falsch behandelten) Geschlechtskrankheit oder bewusster sexueller Abstinenz geschuldet sein könnte.

"Ich hätte dazu getaugt, das Leben eines Weisen zu führen. Aber ein Dämon, der mir meine Ruhe nicht gönnte, hat mich auf die Bühne der politischen Wechselfälle gehetzt." <br /> Lupe"Ich hätte dazu getaugt, das Leben eines Weisen zu führen. Aber ein Dämon, der mir meine Ruhe nicht gönnte, hat mich auf die Bühne der politischen Wechselfälle gehetzt."
"Ich bin mein ganzes Leben unglück-<br />lich gewesen, und ich glaube, es ist mein Schicksal, unglücklich zu bleiben - jedenfalls solange der König lebt." <br />Lupe"Ich bin mein ganzes Leben unglück-
lich gewesen, und ich glaube, es ist mein Schicksal, unglücklich zu bleiben - jedenfalls solange der König lebt."

Vom Philosophen zum Feldherren
Antworten findet die 45minütige Dokumentation in den Schriften und Briefen Friedrich II., gespielt von Hans Löw. Und in den Analysen des Historikers Jürgen Luh, des Psychoanalytikers Ernst Lürßen und des Mediziners Dirk Fahlenkamp. Sie diskutieren Friedrichs psychische Verfassung, analysieren Umstände und Folgen von Friedrichs Trauma und die möglichen Auswirkungen auf sein Handeln: Denn mit dem Tod des Vaters und der Thronbesteigung erfährt die Persönlichkeit Friedrichs eine rasante Wandlung. Aus dem Möchtegern-Philosophen wird auf einmal der Feldherr, der sich mit dem Einmarsch in Schlesien ins Zentrum europäischer Machtpolitik schiebt. Zur Überraschung aller oder wie Ludwig XV. es ausdrückte: "Dieser Mensch ist verrückt!".

Sendedaten
Sonntag, 10.Juni 2012, 21.40 Uhr

Erstausstrahlung
Der Autor
Andreas Lehmann
Die Experten im Film
Historiker Jürgen Luh, Psychoanalytiker Ernst Lürßen und Urologe Dirk Fahlenkamp.
Ausstellung
FRIEDERISIKO
Friedrich der Große

28. April bis 28. Oktober 2012
Potsdam, Neues Palais und Park Sanssouci
3sat Wissensabend
LupeZu seinem 300. Geburtstag widmet 3sat Friedrich dem Großen einen Wissensabend.
Artikel zum Thema
© dpaLupe
Videos zum Thema