Übersicht
Archiv & Vorschau
Mai 2013
Wissenschaft am Donnerstag
Rückblick
Versuchslabor Armut
Mehr als vier Milliarden Euro spenden allein die Deutschen alljährlich für humanitäre Hilfsprojekte. Sie tun es in der Hoffnung, die Armut in der Welt zu bekämpfen. Aber wann hilft die Hilfe wirklich?
Navigationselement
© ORF/My America Pty Ltd/Visual Monkeys/Kedd Studio Lupe
Der kleine Peter und seine Helden
Mein Amerika
Peter Hegedus wuchs im kommunistischen Ungarn auf, seine Sehnsucht gehörte zunehmend der amerikanischen Kultur. Coca Cola und vor allem Arnold Schwarzenegger waren der Inbegriff seiner Visionen. Andere Visionen lebte sein Großvater, der im ungarischen Schreckensregime nach 1956 eine zentrale Rolle spielte. Beide Visionen wurden zu Illusionen. Hegedus reiste für seinen Film in die USA, um die Nachhaltigkeit seiner Träume zu überprüfen.
Filmemacher Peter Hegedus wuchs im kommunistischen Ungarn der 80er Jahre auf, seine Eltern waren geschieden und er flüchtete sich in amerikanische Filme. Zu seinem Idol wurde Arnold Schwarzenegger, "Arnie" verkörperte für ihn den amerikanischen Traum - und das bedeutete Stärke, Sicherheit und Hoffnung. In dem Dokumentarfilm "Mein Amerika" setzt er sich selbstironisch mit vermeintlichen Lebensidealen auseinander.

Peter macht sich auf den Weg in sein Traumland. Aber er reist mit schwerem Gepäck. Sein Großvater András Hegedus träumte ebenfalls den Traum einer gerechten Gesellschaft. Als überzeugter Kommunist und Ungarns jüngster Premierminister rief er 1956 die Sowjetunion nach Ungarn, um die Revolution niederzuschlagen. Er wurde zum meistgehassten Menschen des Landes.

Obama der Superheld  © ORF/My America Pty Ltd/Visual Monkeys/Kedd StudioLupeObama der Superheld
 Das amerikanische Wirtschaftsmonster steigt auf © ORF/My America Pty Ltd/Visual Monkeys/Kedd StudioLupe Das amerikanische Wirtschaftsmonster steigt auf

Bevor sich Peter Hegedus, mittlerweile nach Australien ausgewandert, auf seine Reise in die USA aufmacht, kehrt er nach Ungarn zurück und begibt sich auf die Spuren der Geschichte seines berühmten Großvaters. Sein Vater Jozsef war gerade sechs Jahre alt, als die Sowjets das Land besetzten und den Traum eines freien sozialistischen Ungarns zerstörten.

© ORF/My America Pty Ltd/Robyn Mill Lupe
Regisseur Peter Hegedus
Auf seiner Reise durch die USA macht der Filmemacher dann ernüchternde Erfahrungen, die Vision einer idealen Gesellschaft wird auf die Prüfung gestellt. Gibt es sie vielleicht gar nicht? Was, wenn auch der "American Way of Life" mit seiner egozentrischen, konsumorientierten und "right to rule"-Mentalität ähnlich dem Kommunismus versagt hat?
Ernste Fragen an eine gesellschaftliche Vision, die letztlich einen Großteil der Menschheit in vielerlei Hinsicht beeinflussen. Aber Hegedus verliert dabei ganz und gar nicht den Humor. So gerät der Film zu einer selbstironischen Auseinandersetzung mit vermeintlichen Lebensidealen, bei der selbst "Arnie" keine Hauptrolle mehr spielen kann.

Sendedaten
Dienstag, 30. Oktober 2012
um 16.55 Uhr
Wiederholung:
Dienstag, 30./31. Oktober 2012
um 4.35 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Ein Dokumentarfilm von Peter Hegedus, Australien 2011
Links