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Chinas Verbotene Stadt
Rückblick
Die Macht der schönen Konkubine
1850 wird in der Verbotenen Stadt ein neuer Kaiser proklamiert - der 20-jährige Xianfeng. Seine Mutter sucht unter sechzig Mädchen die Gemahlin des Kaisers und seine Konkubinen aus
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© ORF/Moonlake Entertainment Video
Alebrijes - mexikanische Monster aus Papier
Im Reich des Regenbogens
Abenteuer Farbe
Farben können uns reizen und nerven, beruhigen und leiten, unterhalten und informieren. Wir benutzen sie und werden doch auch ständig durch sie manipuliert.
Gustav W. Trampitsch hat einige Expeditionen ins "Reich des Regenbogens" unternommen. Diese führten ihn durch Zeiten und Kulturen und in die Regionen der Kunst und der Täuschung, der Macht und der Befreiung.
Schauplätze für diese Dokumentation sind unter anderem: Taiwan, Mexiko City, Ägypten, Afghanistan, Südfrankreich, Spanien, Wien und das Stift Heiligenkreuz, wo wir auf die Farbspur im österreichischen Wappen stießen:Der Legende nach wurde einem der Gründungsväter der österreichischen Identität die Farbe Rot buchstäblich auf den Leib geschrieben: dem Babenberger Herzog Leopold V, der in Heiligenkreuz begraben liegt.

© ORF/Moonlake Entertainment Lupe
Historische Darstellung der Entstehung der österreichischen Wappenfarben
Im Juli 1191 kam es im Verlauf des dritten Kreuzzuges bei der Belagerung der Hafenfestung Akkon zu einer schweren und für das christliche Heer siegreichen Schlacht. Daran scheint sich der Babenberger Leopold, den man später ausgerechnet den Tugendhaften nannte, besonders blutrünstig beteiligt zu haben. Als er nach getaner Arbeit am Abend den Gürtel ablegte, war sein Kleid oben und unten von Blut gefärbt und um die Mitte weiß.

Jahrtausende bevor Kunst als Gattungsbegriff in unserem zivilisatorischen Kanon wahrgenommen wurde, haben Menschen an den Decken und Wänden von Höhlen ihren innersten Empfindungen mit Farben und Formen Ausdruck verliehen. Böse Geister sollten dadurch gebannt und gute beschworen werden.

Alebrijes - Farbige Monster
In Mexiko spricht man den "Alebrijes", über und über bunt bemalten Monstern aus Papiermasche, die Kraft zu, uns von Albträumen zu heilen. Elsa Linares, die Enkelin jenes Mannes, der in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts die "Alebrijes" erschuf, erzählt: "Ihr Schöpfer war Pedro Linares Lopez, mein Großvater. Es war 1936, da war er schwer krank, hatte Magengeschwüre. Er bekam sehr hohes Fieber und begann zu halluzinieren. In seinen Fieberträumen sah er dann, wie sich Steine und Bäume in ganz seltsame aber freundliche Wesen verwandelten. Nachdem er wieder gesund war, begann er diese Wesen aus dem Gedächtnis zu gestalten. Heute nennen wir sie Alebrijes. Ein reiner Fantasiename. Alebrijes sind auf dieser Welt, um uns zu beschützen. Sie sollen uns - nicht im physischen, sondern im geistigen Sinn - an Orte geleiten, wo es uns besser geht. Wenn wir uns mit ihnen umgeben, versetzen sie uns in einen Zustand der Ruhe, sie können uns ein gewisses Glücksgefühl vermitteln. Dazu sind sie entstanden."

Ähnliche Funktion wie die "Alebrijes" haben die ebenso prachtvollen wie putzigen farbenfrohen tanzen Löwen im chinesischen Kulturkreis. Auch heute noch nützen Künstler die Kraft der Farbe(n), um etwa mit einem explosiven Pinselstrich auf nackter Leinwand eine kreative Blockade, einen Bann zu lösen...

Purpur aus der Laus
© ORF/Moonlake Entertainment Lupe
Ockerfelsen
In Mexiko City trafen wir Dr. Ignatio del Rio, einen Chemiker, der sich auf die Zucht und Geschichte der Koschenille - Laus, aus der ein berühmter roter Farbstoff gewonnen wird, spezialisiert hat: "Als die Koschenille nach Europa kam, hat sie die Kermes- oder Schildlaus ersetzt, die bis dahin als Farbstoff in Gebrauch war. Denn Koschenille färbt viel stärker. In den Museen Europas kann man immer noch sehen, dass vor dem Jahre 1870, als synthetische Farbstoffe ihren Einzug hielten, alles mit Koschenille gefärbt wurde: die Uniformen unter Napoleon, ebenso die der englischen Grenadiere. Es war gesetzlich vorgeschrieben, sie mit mexikanischer Koschenille zu färben! Auch das Purpur der Kardinäle, das später zu rot überwechselte, kam damals von der Koschenille Laus. Übrigens gibt es in dem Zusammenhang einen interessanten Bezug zu Österreich. Es war Kaiser Maximilian, der die Produktion der Koschenille unter Schutz gestellt hat."

"El Caballito"-das Pferdchen - Riesenmaskottchen der Mexikaner © ORF/Moonlake EntertainmentLupe"El Caballito"-das Pferdchen - Riesenmaskottchen der Mexikaner
Fußgehersteg über die "Neue Donau", Wien  © ORF/Moonlake EntertainmentLupeFußgehersteg über die "Neue Donau", Wien

Wie farbenfroh Alltag sein kann, zeigen nicht nur einige Beispiele etwa aus Mexiko City, aus der Provence, sondern auch immer öfter Versuche, mitteleuropäischen Städten einen abwechslungsreichen "Anstrich" zu geben.

Eine ihrer schönsten Eigenschaften, zeigen Farben im Theater, wenn sie durch das Wunder des Lichts eine scheinbar unendliche Vielfalt an Wirklichkeiten vor unsere Augen zaubern. Wie es in der Werkstatt im Tageslicht scheint, muss es am Abend auf der Bühne noch lange nicht sein. Denn Ihre ganze Schönheit zeigen Theaterkostüme und Kulissen erst - ähnlich bemalter Keramik vor und nach dem Brennen - nach ihrer Verwandlung durch die Kunst der Beleuchter...

Sendedaten
Dienstag, 18. September 2012
um 17.35 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Eine Dokumentation von Gustav W. Trampitsch, Österreich 2011
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